• Die Schätzungstage des Auktionshauses Rapp sind stets gut besucht.

Saphir-Ring für 20 000 Franken entgegengenommen

Auf der Suche nach Versteigerungsobjekten verschlug es die Experten des Schweizer Auktionshauses Rapp kürzlich wieder nach Vaduz.

Die Durchführung von Versteigerungen ist lediglich das letzte Glied einer längeren Kette von Tätigkeiten, die ein Auktionshaus typischerweise ausmacht. Ein Grossteil der Arbeit besteht  darin, potenzielle Verkäufer von Wertgegenständen zu treffen oder Laien in Sachfragen kompetent zu beraten.
Kein Wunder also, sind die Experten des Schweizer Auktionshauses Rapp fast ständig auf Achse. Dabei führt sie ihr Weg auch immer wieder nach Vaduz. Der Liechtensteiner Hauptort, und mit ihm das gesamte Land, verfügten über eine gewisse finanzielle Substanz, erklärt Geschäftsleiterin Marianne Rapp Ohmann. «Das macht die Region für uns sehr spannend – ganz ähnlich, wie das beispielsweise auch für Zürich gilt.» Besuche bei Privatpersonen finden folglich ebenso regelmässig statt wie die sogenannten öffentlichen Schätzungstage. «An diesen Anlässen begutachten unsere Experten Gegenstände vor Ort, schätzen deren Wert und führen bei Bedarf auch Verkaufsgespräche durch.»

Vorgespräche können vieles erleichtern
Der jüngste Schätzungstag in Vaduz liegt gerade einmal gut zwei Wochen zurück. Während vier Stunden nahmen sich vier Experten – einer für Uhren und Schmuck, einer für Briefmarken, einer für Münzen und einer für Luxushandtaschen – im Hotel Residence Zeit für die Anliegen der Besucher, die sich vorab hatten anmelden müssen. «Indem wir mit einer Person ein Vorgespräch führen, können wichtige Fragen oftmals schon frühzeitig erörtert werden», erklärt Rapp Ohmann dieses Vorgehen. Das erleichtere nicht nur die beidseitige Vorbereitung auf ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht. In einigen Fällen stelle sich auch heraus, dass ein persönliches Treffen gar nicht länger notwendig sei.

«Das Bedürfnis nach Expertenwissen ist gross»
Gut 30 Kundengespräche waren es so letztlich, die Ende Januar im Hotel Residence stattfanden. Ins Verhältnis zu vergleichbaren Anlässen gesetzt, sei das eine grosse Resonanz, sagt Rapp Ohmann. Nicht wenige der Besucher wollten dabei primär ein vertiefendes Beratungsgespräch, hatten primär also keinen Verkauf im Sinn. «Das Bedürfnis nach Aufklärung und Expertenwissen ist gross», hat die Geschäftsleiterin im Zuge zahlreicher Veranstaltungen festgestellt. Geradezu klassisch, ergänzt sie, sei hier der Fall einer Erbschaft. «Die Leute haben in vielen Fällen keine Ahnung, um was für einen Gegenstand es sich im Detail handelt und wie viel dieser wert ist.»

Eine Brosche im Wert von 15 000 bis 20 000 Franken
Expertise ist freilich auch oft dann gefragt, wenn vonseiten des Kunden ein Verkauf angestrebt wird. Für die grosse Mehrheit, so Rapp Ohmann, sei eine geplante Veräusserung der Grund, einen Schätzungstag zu besuchen. Auch in Vaduz endeten gut zwei Drittel der Kundengespräche mit der Entgegennahme eines oder mehrerer Wertgegenstände. Sie alle werden nun in den Katalog aufgenommen und demnächst unter den Hammer kommen. Allzu genau will die Geschäftsleiterin den Gesamtschätzwert der betreffenden Artikel nicht beziffern. Es handle sich aber um einen Betrag «weit über 50 000 Franken», wie sie verrät. Etwas genauer wird Rapp Ohmann, gefragt nach dem wertvollsten Stück – einem Saphir-Ring. «Er dürfte auf dem Markt 15 000 bis 20 000 Franken einbringen.»

Wachsende Nachfrage nach Luxushandtaschen
Schmuck und Uhren sind schon länger ein zentraler Bestandteil des Sortiments bei Rapp. Für ein Auktionshaus, das von Beginn weg neben Briefmarken auch auf Münzen spezialisiert war, sei eine Erweiterung in diese Richtung naheliegend gewesen, erklärt Rapp Ohmann. Noch relativ neu im Auktionskatalog sind dagegen Luxushandtaschen. «Wir orientieren uns stark an den grossen Auktionshäusern Christie’s und Sotheby’s», begründet die Geschäftsleiterin. «Handtaschen der Top-Marken werden dort seit mittlerweile vier oder fünf Jahren angeboten.» Dieser Entwicklung habe man auch in der Schweiz Rechnung tragen wollen. Und die Resonanz ist da. An der jüngsten Versteigerung, als Handtaschen erstmals zum Verkauf standen, warteten gut 20 Objekte auf einen neuen Besitzer. «Für die nächste Auktion sind es jetzt schon zwischen 60 und 70», so Rapp Ohmann. Auch in Vaduz seien wieder einige Exemplare hinzugekommen.
Seine Anfänge nahm das gesteigerte Interesse an diesem Accessoire laut der Expertin für Numismatik, Schmuck, Uhren und Luxushandtaschen mit der Marke Hermès. Deren Modelle «Kelly» und «Birkin» – in der preiswertesten Ausführung gut 10 000 Franken teuer ­– sind derart begehrt, dass Kaufinteressenten immer mit gewissen Wartezeiten rechnen müssen. Die Bedeutung von Handtaschen als stilvolles Statussymbol hat so nochmals zugenommen. Der wachsende Markt 
für «Pre-Owned-Artikel» wirkt als zusätzlicher Verstärker, wie Rapp Ohmann weiss: «Die Leute brauchen nicht mehr unbedingt eine neue Tasche, es kann auch eine gebrauchte sein. Das Bedürfnis nach Nachhaltigkeit zeigt sich auch hier.»

Mehr Liebhaberei als Wertanlage
Es sind demnach vor allem weiche Faktoren, die Menschen zum Kauf von Luxushandtaschen bewegen. Die harte Währung spielt dagegen kaum eine Rolle, glaubt Rapp Ohmann: «Eine Wertanlage dürften darin die wenigsten sehen.» Genauso wie bei Schmuck oder bei Uhren. Einzig bei Briefmarken und Münzen sei dies mitunter etwas anders – aber zugleich weit entfernt von einer Regel. «In den meisten Fällen», ist sich Rapp Ohmann sicher, «schwingt immer auch ein Stück Liebhaberei mit.» (bo)

12. Feb 2020 / 22:05
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