• Medienorientierung der Regierung "Coronavirus“
    Regierungschef Adrian Hasler und Daniel Risch informierten über das Hilfspaket.  (Michael Zanghellini)

Regierung optimiert Wirtschafts-Hilfspaket

Die Regierung will beim bestehenden Hilfspaket für die Wirtschaft nachbessern sowie offene Fragen klären.

Knapp 600 Firmen haben in Liechtenstein bis gestern Kurzarbeit anmelden müssen und 105 Kreditanträge sind bei der LLB eingegangen. Neun Millionen Franken an Darlehen sind bereits geflossen an Firmen, die im Zuge der Corona-Krise mit Umsatzeinbussen kämpfen.  Darüber informierten gestern Regierungschef Adrian Hasler und Wirtschaftsminister Daniel Risch in einer Medienkonferenz. Bei den Massnahmen für Härtefälle sind bis jetzt 200 Anträge eingegangen, etwa von Coiffeuren oder Kosmetikern. Der Hintergrund: Die Regierung hatte im Eiltempo ein Massnahmenpaket in der Höhe von 100 Millionen Franken des Landes und 20 Millionen der Gemeinden auf den Weg gebracht.

Mehrere Instrumente sollen Firmen in der Krise helfen

Die zwei wesentlichen Elemente des Hilfspaketes sind schnelles Geld in Form von Krediten der Liechtensteinischen Landesbank (LLB), um Liquiditätsengpässe zu überbrücken. Für diese Darlehen in der Höhe von insgesamt 25 Millionen Franken bürgt der Staat. Die Kurzarbeitsentschädigung soll als zweites Instrument Arbeitsplätze sichern. Zudem hat die Regierung noch Härtefälle definiert. Gemeint sind damit Betriebe, die unmittelbar und drastisch von der Corona-Krise getroffen wurden, weil sie ihren Betrieb auf behördliche Anweisung schliessen mussten. Sie erhalten einen Betriebskostenzuschuss. Weil Einzelunternehmer und Gesellschafter sowie Geschäftsführer von der Kurzarbeitsentschädigung ausgenommen sind, erhalten sie bis zu 4000 Franken pro Monat. 

Bei diesen Punkten will die Taskforce optimieren

Von Anfang an war der Regierung sowie der eigens dafür eingesetzten Taskforce im Wirtschaftsministerium klar, dass noch nachgebessert werden muss. Genau daran arbeitet die Arbeitsgruppe nun unter Hochdruck. Das Ziel ist es, die Unterstützungsmassnahmen weiter zu konkretisieren und KMU zu helfen, die nicht geschlossen werden mussten, aber deut­liche Einbussen erleiden. Bei den Krediten galt bisher zum Beispiel die Regelung, dass nur Unternehmer Anspruch haben, die seit einem Jahr eine Gewerbebewilligung besitzen. Bestimmte Aktivitäten müsse das Unternehmen zwar nachweisen, doch diese Vorgabe soll nun per sofort gelockert werden. Auch bestimmte arbeitsrechtliche Fragen müssten noch geklärt werden. Mit den Nachbesserungen will die Regierung allgemein weitere Lücken schliessen und auch jene  Unternehmen auffangen, die durch das aktuelle Paket noch nicht unterstützt werden. Das verbesserte Paket soll in der ersten Aprilwoche definiert werden, und die Regierung will einen Sonderlandtag einberufen.

Warum die Kredite der LLB nicht ganz zinslos vergeben werden wie in der Schweiz, darüber gab Adrian Hasler Auskunft. «Bei uns ist die Ausgangslage etwas anders. Und es soll keinen Anreiz geben, jetzt Geld bei der Bank zu holen, nur weil es zinsfrei ist.» Machbar wäre es. Die Frage werde laut Hasler weiter diskutiert. Derzeit sind die Darlehen der LLB nur bis Ende des Jahres zinsfrei, danach liegt der Zinssatz bei marktüblichen vier Prozent. Risch betonte: «Es gibt keinen Platz für Trittbrettfahrer.» Wer sich eine Hilfe erschleichen wolle, werde geahndet. Risch appellierte zudem an die Vermieter, derzeit kulant zu sein. Es habe schon viele positive Beispiele gegeben. Die grosse Solidarität mache ihn zuversichtlich, dass Liechtenstein diese Krise gemeinsam überstehen kann. (dal)

27. Mär 2020 / 23:03
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