• vaping man isolated on a black background.
    Die langfristigen Auswirkungen der E-Zigarette auf die Gesundheit sind bisher weitgehend unbekannt.  (HAZEMMKAMAL)

Rechtslücke lässt freien Verkauf zu

In der Schweiz und auch in Liechtenstein werden E-Zigaretten – egal ob mit oder ohne Nikotin – als Gebrauchsgegenstände und nicht als Tabakprodukte behandelt. Mit einem neuen Gesetz soll sich das in der Schweiz ab dem Jahr 2022 ändern.
Vaduz. 

Immer öfter rauchen Personen E-Zigaretten. Dabei ziehen sie durch ein Mundstück den Dampf in ihre Lungen. Dieser entsteht, wenn das sogenannte Liquid im metallischen Glimmstängel verdampft. In diesem Liquid sind neben Nikotin und Wasser auch Glycerin und Propylenglycol sowie künstliche Aromen und häufig auch Konservierungsmittel enthalten. Es gibt E-Zigaretten mit und ohne Nikotin. Nach heutigem Wissensstand sind sie gesünder als die herkömmlichen Zigaretten. Trotzdem ist Vorsicht geboten. Denn die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind noch weitgehend unbekannt. Der Dampf gewisser E-Zigaretten enthält zudem krebserzeugende Stoffe. E-Zigaretten sind also mit gewisser Vorsicht zu rauchen. Das erklärt auch Hugo Risch, Leiter des Amts für Soziale Dienste: «Nachdem die Auswirkungen der E-Zigaretten ungenügend erforscht sind, kann man diese nicht als völlig unbedenklich ansehen.» Auch können sie den Einstieg zum Tabakrauchen erleichtern. 

Neben den weitgehend nicht erforschten Auswirkungen auf die Gesundheit gibt es aber ein weiteres Problem. In der Schweiz und somit auch in Liechtenstein sind E-Zigaretten frei verkäuflich. Dies aufgrund einer Rechtslücke. Denn die dampfenden Glimmstängel werden nicht wie Tabakwaren behandelt, son­dern wie Gebrauchsgegenstände. «E-Zigaretten sind zur Zeit keine Tabakerzeugnisse. Deswegen fallen sie nicht in den Geltungsbereich des Tabakpräventionsgesetzes», erklärt Daniel Huber, Abteilungsleiter Lebensmittelkontrolle vom Amt für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen (ALKVW). Sie fallen unter den Geltungsbereich des Lebensmittelrechts. «Demnach könnte gar ein 12-Jähriger eine E-Zigarette kaufen, ausser die Verkaufsstellen schränken ihre Bestimmungen ein», sagt Daniel Huber. Auch in Nichtraucherlokalen könnten E-Zigaretten geraucht werden, da sie eben nicht unter das Tabakpräventionsgesetz fallen, erklärt Huber.
In der Schweiz hat sich die Branche mittlerweile in Folge eines runden Tisches selbst eingeschränkt, auch deshalb, weil das neue Tabakproduktegesetz voraussichtlich erst Mitte 2022 in Kraft treten wird. Dieses regelt unter anderem, dass Werbung für E-Zigaretten und der Verkauf an Minderjährige denselben Beschränkungen unterliegen wie bei den herkömmlichen Ziga­retten. 
Auch Hugo Risch unterstützt dieses Vorhaben und erklärt: «Aus suchtpräventiver Sicht ist ein festgelegtes Mindestalter für den Konsum von Tabakwaren wichtig.» Studien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Abhängigkeit sinke, wenn erst in höherem Alter die ersten Erfahrungen mit Tabak gemacht werden. (qus)

26. Nov 2018 / 20:07
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