• Interview mit Andi Batliner, Schaan
    Ende April wird Programmchef Andreas Batliner seinen Arbeitsplatz bei Radio L räumen. Nach Tobias Thöny ist es die zweite Kündigung der Anfang 2019 berufenen Geschäftsleitung.  (Tatjana Schnalzger)

Bei Radio L bleibts turbulent

Der Verwaltungsrat möchte die Umstände nutzen, um die Strukturen des Staatssenders betreffend Effizienz zu hinterfragen.

Nach Verkaufs- und Marketingleiter Tobias Thöny, der per Ende Monat das Unternehmen verlässt, hat nun auch Programmleiter Andreas Batliner seine Kündigung eingereicht. Im vergangenen Jahr blieb der Staatssender durch finanzielle Nöte, fristlose Kündigungen, mehrere Klagen und eine laufende Ermittlung der Staatsanwaltschaft ­wegen vermeintlich zweckentfremdeten 480 000 Franken unter den Argusaugen der Öffentlichkeit. 


Zwei Mitglieder der dreiköpfigen Geschäftsleitung werden das Unternehmen verlassen, nur der Vorsitzende Thomas Mathis bleibt zurück. Thöny hat im April 2018, Batliner im Juli 2018 bei Radio L angefangen. Der Programmlei­ter möchte keine Stellung zur «Vaterland»-Anfrage nehmen und verweist auf Verwaltungsratspräsidentin Hildegard Hasler.

Öffentliche Mittel sollen optimal genutzt werden 

Gemäss Hasler habe der Programmchef «eine neue beruf­liche Herausforderung» angenommen. Diesen Entscheid nehme der Verwaltungsrat mit Bedauern zur Kenntnis. Denn Batliner habe die Aufgabe in einer schwierigen Zeit übernommen und wertvolle Aufbauarbeit geleistet. Drei Monate lang stellte er sich ad interim als Geschäftsführer zur Verfügung. Das Arbeitsverhältnis zwischen Andreas Batliner und Radio L endet auf den 30. April 2020, so Hasler weiter. Ihr zufolge habe es keine Differenzen im Führungsteam gegeben. Der Verwaltungsrat setzt nach wie vor auf Thomas Mathis als Vorsitzenden der Geschäftsleitung.

Wie es für Radio L weitergeht, bleibt vorerst offen. Bislang wurde keine direkte Nachfolge für die beiden offenen Positionen in der Geschäftsleitung gesucht. «Vielmehr nutzt der Verwaltungsrat die Chance, um auch andere Strukturen zu prüfen. Wichtig ist, dass sich Radio L auch zukünftig weiterentwickeln kann – sowohl im Programm als auch als Gesamtunternehmen», erklärt Hildegard Hasler. Gegenüber dem «Volksblatt» spricht sie von Überlegungen, «eine schlanke, effiziente, moderne und zukunftsorientierte Organisation zu schaffen». Ein Personalabbau bedeute dies nicht, wie die Verwaltungsratspräsidentin klarstellt. Stattdessen soll geprüft werden, ob die jetzige Struktur angemessen für die Herausforderungen der nächsten Jahre sei. Zudem soll untersucht werden, inwiefern effizienter ge­arbeitet werden könne. Diese Massnahme käme auch den Steuerzahlern zugute: «Dadurch kann gewährleistet werden, dass unter Berücksichtigung unseres öffentlichen Auftrages die uns zur Verfügung gestellten öffentlichen Mittel optimal eingesetzt werden.» 

Für 2019 mehr Ertrag und weniger Aufwand erwartet

Das Geschäftsjahr 2018 schloss der Staatssender trotz eines um 150 000 Franken erhöhten Staatsbeitrags – auf insgesamt 1,75 Millionen Franken – und ­einem Notkredit von 298 000 Franken mit einem Verlust von 75 979 Franken ab. Das Eigenkapital lag nur 3000 Franken über der kritischen 400000er-Marke, bei welcher der Verwaltungsrat Sanierungsmassnahmen einleiten muss. Noch ist die Jahresrechnung 2019 nicht abgeschlossen oder von der Revisionsstelle geprüft worden, doch Hasler kündigt eine «deutliche Entspannung» an: «Es zeichnet sich ab, dass die operativen Erträge gegenüber dem Vorjahr gesteigert werden konnten und die operativen Aufwände insgesamt gesunken sind.» Da der Liechtensteinische Rundfunk allen Verpflichtungen nachgekommen sei, geht sie aktuell nicht davon aus, dass im Landtag ein weiterer Nachtragskredit beantragt werden muss. 
Ob die Jahresrechnung letztlich mit einem Gewinn oder Verlust abschliesst, könne noch nicht gesagt werden. «Der Jahresabschluss wurde noch nicht erstellt», betont Hasler. Eine Antwort wird der Geschäftsbericht 2019 liefern. Was dabei eine Rolle spielt: Seit Anfang Jahr sendet Radio L aus dem Schaaner «Zoschg» – einem neuen Gebäude, das wie der alte Standort in der Triesner Spoerry-Fabrik die Jahresrechnung beeinflusst. Am neuen Standort ist der Staatssender bereits turbulent in das 25-Jahr-Jubiläum gestar­tet. (gk)

15. Jan 2020 / 05:00
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