• Staatsfeiertag Liechtenstein 2019
    Gemessen an den durchgeführten Testkäufen war es für Jugendliche am Staatsfeiertag leicht, an Alkohol zu kommen.  (Daniel Schwendener)

An Staatsfeiertag problemlos an Alkohol gekommen

Das Amt für Soziale Dienste führte am Staatsfeiertag Testkäufe durch. Zwei Drittel der getesteten Stände verkauften Alkohol an Jugendliche.
Vaduz. 

Alkohol-Testkäufe des Kinder-und Jugenddienstes des Amtes für Soziale Dienste am Staatsfeiertag zeigten, dass die Standbetreiber betreffend Jugendschutz nachlässiger geworden sind. Zwei 14-Jährige waren mit dem Einverständnis der Eltern und zusammen mit der Jugendschutzbeauftragten Jennifer Rheinberger am Abend des Staatsfeiertages unterwegs und testeten dabei 22 verschiedene Stände. Das Ergebnis: 15-mal wurde das Jugendschutzgesetz nicht eingehalten und Alkohol an unter 16-Jährige abgegeben. Dabei wurden die Standbetreiber, welche meist Vereine sind, schon im März vom Amt für Soziale Dienste angeschrieben und am Staatsfeiertag selbst auf die Jugendschutzbestimmungen hingewiesen. «Sie wurden in dem Schreiben sowie vor Ort über den Jugendschutz informiert und daran erinnert, Alterskontrollen durchzuführen», erklärt Ludwig Frommelt vom Kinder- und Jugenddienst beim Amt für Soziale Dienste. Die Zahl der Stände, die nun gegen das Gesetz verstossen haben, erachtet Frommelt im Vergleich zu den vergangenen Jahren als hoch. 

Helfer werden auf Fehlverhalten hingewiesen
«Im Jahr 2015 wurden 45 Vereine getestet und es kam lediglich zu fünf Beanstandungen», erklärt Frommelt. Auch im Jahr 2016 wurde bei 45 Ständen die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen kontrolliert, damals gab es sechs Verstösse. Das Problem sei laut Frommelt, dass viele ehrenamtliche Helfer am Fest tätig seien, denen das Gespür und die Erfahrung fehle. Viele Helfer sagten, dass sie die Testkäufer deutlich älter einschätzten. Woran die deutliche Zunahme der Verstösse liege, das kann Frommelt nicht mit Sicherheit sagen. «Wahrscheinlich war die Information durch die Vereine an ihre Mithelfer in den vergangenen Jahren besser», vermutet er. Die letzten zwei Jahre gab es nun auch keine Testkäufe mehr, auch das könnte einen Einfluss haben. Die «Liechtensteinische Schülerstudie» des Amtes für Soziale Dienste aus dem Jahr 2015 kommt zumindest zu dem Schluss, dass der Alkoholkonsum bei Jugendlichen tendenziell eher zurückgeht – doch bei solchen Anlässen gehört Alkohol auch für etliche Jugendliche einfach dazu. Die Verantwortlichen für die Stände werden nun in einem Schreiben über das Resultat der Testkäufe informiert und auf das Fehlverhalten hingewiesen.

Die Personen, welche den Alkohol verkauften, wurden bereits vor Ort mit dem Verstoss gegen das Jugendgesetz konfrontiert. Liechtenstein Marketing als Veranstalter wurde bereits ebenfalls über den Sachverhalt in Kenntnis gesetzt. Auch in Zukunft sei es sei laut Frommelt wichtig, im Voraus zu informieren und zu sensibilisieren: «Jeder Helfer am Stand muss vorab über das Jugendschutzgesetz aufgeklärt werden, damit er verantwortungsvoll handelt».

Schlechte Noten auch in St. Gallen
Auch die Stiftung Suchthilfe hat am St. Galler Fest am Wochenende Alkohol-Testkäufe durchgeführt. Jeder zweite Kauf ist geglückt, wie das «St. Galler Tagblatt» berichtete. Vier unter 16- und vier unter 18-Jährige besuchten im Auftrag der Stiftung das Fest. Insgesamt haben sie 44 Testkäufe durchgeführt. Ein Team aus unter 16-Jährigen konzentrierte sich auf Bier- und Weinkäufe. Die älteren Jugendlichen versuchten an Spirituosen zu gelangen, Getränke also mit einem Mindestalkoholgehalt von 15 Volumenprozent. Das Resultat der Teams ist im Vergleich zum Vorjahr sehr unterschiedlich ausgefallen. «Die Erfolgsquote bei den unter 16-Jährigen liegt bei 70 Prozent», sagte Jürg Niggli, Geschäftsleiter der Stiftung Suchthilfe. Dieser Wert sei sehr unerfreulich. Die Zahl sei alarmierend. (dal)

21. Aug 2019 / 20:57
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1 KOMMENTAR
Völlig realitätsferne Hysterie?
Ich kann nur hoffen, dass in allen Elternhäusern jeglicher Alkohol incl. Haarwasser und Parfüm in Tresoren weggesperrt sind, zu denen die Schlüssel streng verwahrt werden.

Es ist ein Wunder, dass vorangegangene Generationen, die als Jugendliche problemlos an Alkohol kamen, wenn sie wollten, überhaupt überlebt haben, und die Menschheit nicht deswegen ausgestorben ist.

Da gehörte ein gelegentliches Besäufnis halt zum Erwachsenwerden, und niemand kam zu Schaden.
Selbstverständlich findet sich auch heute immer einer im Freundeskreis, der schon volljährig ist und die Flaschen völlig legal besorgt.

Bevor man Jugendliche als Denunzianten missbraucht, sollte man sich fragen, ob nicht die gesetzlichen Bestimmungen der Lockerung bedürfen.

Vor 110 Jahren noch hat Prinzregent Luitpold von Bayern das Volk an seinem Geburtstag zu Wurstsemmel und Bier eingeladen, und zwar auch "Kinder" ab dem dritten Schuljahr. Zu Bier! Ganz offiziell. Man stelle sich das einmal vor. Was für eine Katastrophe...?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 22.08.2019 Antworten Melden

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