• 80 Prozent der Raucherinnen und Raucher weltweit leben in Ländern mit niedrigen bis mittleren Einkommen. (Themenbild)
    Die Anzahl Raucherinnen ist stark angestiegen.  (KEYSTONE/AP/FABIAN BIMMER)

Mehr Raucherinnen, weniger Raucher

90 Prozent der Bevölkerung fühlen sich gesund, dennoch gibt es Handlungsbedarf.

1090 Personen in Liechtenstein mit einem Mindestalter von 15 Jahren wurden 2017 bezüglich ihres Gesundheitsverhaltens und -zustands befragt. Gestern wurden die Ergebnisse der in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Bundesamt für Statistik durchgeführten Gesundheitsbefragung 2017, der zweiten nach 2012, präsentiert. Die Erhebung generiere zahlreiche Daten, die ansonsten fehlen würden, sagt Andrea Schaller, Leiterin des Amts für Statistik. «Ausserdem liefert sie Indikationen, die aufzeigen, bei welchen Themen man genauer hinschauen sollte» – und wo letztlich gesundheitspolitische Massnahmen angezeigt sind.

Vor diesem Hintergrund ist die Publikation auch für Mauro Pedrazzini zentral. Der Gesundheitsminister sieht in ihr nicht zuletzt auch eine Erhebung der «Volksgesundheit». Deren vier wichtigste Determinanten, erklärt er, seien Ernährung, Bewegung, Alkohol- und Nikotinkonsum. Wichtig vor allem deshalb, weil sie jeder Einzelne selbst beeinflussen kann. Und das, so Pedrazzini, mache sie wiederum zum Ziel «vieler Präventionsbemühungen der Gesundheitspolitik».

Dass sich gemäss Gesundheitsbefragung fast 80 Prozent der Bevölkerung ausreichend bewegen, bewertet der Gesundheitminister als «gutes Resultat, das nur schwer steigerungsfähig sein wird». Weniger nach seinem Gusto ist dagegen das «weit verbreitete Übergewicht». Zieht man den Body Mass Index als Massstab heran, bringt beinahe die Hälfte der Bevölkerung zu viel auf die Waage. Für Pedrazzini «die Folge fehlerhafter Ernährung» und ein Beleg für die Wichtigkeit der aktuellen Veranstaltungsreihe des Amts für Gesundheit. Aber auch der Umgang mit Wein, Bier & Co. spielt hier eine Rolle, wie der Regierungsrat klarstellt – trotz eines gegenüber 2012 gestiegenen Anteils an Personen, die ganz auf Getränke mit Prozenten verzichten. «Der Alkoholkonsum ist in unserer Gesellschaft hoch, eine Verbesserung wäre hier ebenfalls wünschenswert.» Gemischte Gefühle dürfte dem Minister die vierte Determinante der Volksgesundheit, der Nikotinkonsum, bescheren. Während der Anteil männlicher Raucher von 31,2 auf 26,3 Prozent sank, stieg jener der rauchenden Frauen von 19 auf 27 Prozent.

Ferner zeigt die Gesundheitsbefragung auf, dass Arbeit zunehmend als Stress empfunden wird. «Offenbar haben sich einige Dinge im Umfeld der Arbeit zum Negativen verändert», so Pedrazzini, der sich bezüglich der Wirksamkeit von Kampagnen in diesem Bereich unsicher ist: «Erkenntnisse über geistige Prozesse sind nicht so einfach wie bei körperlichen Dingen.» Im Bereich der «geistigen Arbeitssicherheit» stehe definitiv noch viel Arbeit an. (bo)

04. Nov 2019 / 22:48
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
Lesertrend
Meistgelesen
11. Dezember 2019 / 20:22
11. Dezember 2019 / 15:15
Meistkommentiert
29. November 2019 / 13:35
27. November 2019 / 21:19
19. November 2019 / 05:00
Aktuell
12. Dezember 2019 / 05:00
12. Dezember 2019 / 04:06
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Weihnachtsmarkt Malbun
Zu gewinnen 3 Gutscheine im Gesamtwert von 230 Franken.
05.12.2019
Facebook
Top