• Öko Jagd, Triesen
    Der Liechtensteinische Ökologische Jagdverein lud gestern zur ersten Veranstaltung ein, die unter dem Titel «Öko-Jagd in Zeiten des Klimawandels» stand. Das Massnahmenpaket zur Waldverjüngung war ebenso Thema.  (Tatjana Schnalzger)

Öko-Jagdverein begrüsst Massnahmen

Der Liechtensteinische Ökologische Jagdverein kritisiert öffentlich die Revierjäger und stellt sich hinter die Regierung.

Wieder einmal wurde gestern zu einer Wald-Wild-Veranstaltung geladen. Gastgeber war diesmal der im Herbst neu gegründete Ökologische Jagdverein (ÖJV) – ein weiterer Player, der bei diesem Thema mitmischen möchte. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das bestehende Jagdsystem in Liechtenstein zu reformieren. Es soll zeitgemässer und ökologischer werden. Deshalb stand die Veranstaltung unter dem Titel «Öko-Jagd in Zeiten des Klimawandels». Geladen waren unter anderem Referenten aus Deutschland, die mit ähnlichen Situationen zu kämpfen haben.

Doch zuerst begrüsste Martin Seger, Vorstandsmitglied des ÖJV, die zahlreich erschienen Gäste und stellte den Verein näher vor. Dabei hielt er fest, dass der ÖJV das erst kürzlich von der Regierung präsentierte Massnahmenpaket begrüsse. «Es deckt sich wesentlich mit unserem Leitbild.» Er gratulierte der zuständigen Umweltministerin zu den klar definierten Massnahmen mit einem klar definierten Zeitplan. «Das hat es zu diesem Thema in Liechtenstein noch nicht gegeben. Diese Vorschläge bedeuten eine Jagdwende», hielt er fest. Der Verein biete der Regierung seine Unterstützung bei der Umsetzung der Massnahmen an. Positiv strich Seger auch die geplante Wildhut hervor, die das Reviersystem ergänzen soll. Eine Massnahme, die allerdings bei den Revierjägern nicht mit Wohlwollen aufgenommen wurde (siehe Artikel unten). Dass die beiden Jägerverbände nicht wirklich einer Meinung sind, zeigte sich auch darin, dass Seger die Revierjäger in seiner Ansprache kritisierte. Der Wille, den Rotwildbestand zu reduzieren, sei nicht bei allen Jägern da. So hätten sich beispielsweise bei der Sonderjagd im Januar nicht alle Pächter beteiligt. Er fragte sich ausserdem, weshalb die Jagd den Pächtern vorbehalten war und keine externen Jäger zugelassen wurden. 
Seger bemängelte weiters den grossen Jagddruck auf das Schalenwild, der nun zwanzig Jahre dauern würde und deshalb alles andere als tierschutzgerecht sei. «Das oberste Ziel muss deshalb eine rasche wirksame Reduktion sein, und zwar innerhalb von zwei bis vier Jahren», hielt Seger fest. Nur so könne wieder Normalität mit stressfreiem Wild einkehren. Aus diesem Grund fordere der ÖVJ eine sofortige Trendwende. Das Massnahmenpaket sei ein erster Schritt in die richtige Richtung.

Bayern kämpft mit ähnlichen Problemen
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung referierten Monika Frehner, die ein Gutachten über den Zustand des Schutzwaldes Liechtenstein erstellt hatte,  Wolfgang Kornder, Vorsitzender des ÖJV Bayern, und Rainer Wagelaar von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg. Die Referate zeigten auf,  dass nicht nur Liechtenstein mit dem Problem des Wildverbisses und der fehlenden Waldverjüngung zu kämpfen hat. Das Problem besteht an vielen Orten. Denn immer mehr Faktoren setzen dem Wald zu. Zum Wildverbiss kommen neu auch der Klimawandel und die Trockenheit hinzu, was ein Nachwachsen der Bäume erschwert. Der Wildverbiss müsse deshalb gering gehalten werden. «Der Zustand des Waldes zeigt, ob die Jagd stimmt», sagte Wolfgang Kornder. Aber alle waren wohl nicht seiner Meinung. (manu)

14. Feb 2020 / 23:41
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