• Jugendprojektwettbewerb 26.10.2018
    Die Jugendlichen sorgten für erfrischende Präsentationen.  (SSt)

Null-Bock-Generation? Von wegen!

Am Freitagabend kürten das AHA und das ASD einmal mehr die gelungensten Jugendprojekte Liechtensteins 2018 in Gamprin. Mit gleich sieben Beiträgen konnten sich die Früchte einer konsequenten Jugendförderung durchaus sehen lassen.

Auch dieses Jahr wurden wieder die besten Jugendprojekte aus verschiedenen Bereichen prämiert. Die Anliegen der Projektinitiatorinnen und -initiatoren reichten von handfestem Brückenbau über selbst organisierte Musikfestivals und Filmproduktionen bis hin zu Brücken zur Generation der Grosseltern. Dabei liessen sich die jeweiligen Teams auch für die Präsentation, die neben einer Dokumentation in die Bewertung einfloss, einiges einfallen.

Jugendarbeit, Lehrlings- und Schülerförderung
Eines zeigten die durchwegs sehr anschaulichen und erfrischenden Präsentationen der initiativen Jugendlichen deutlich: Von einer Null-Bock-Generation kann hier keine Rede sein. Vielmehr präsentierten sich junge Menschen, denen etwas am Herzen liegt und die mit ihren Ideen und Anliegen beim AHA, der Offenen Jugendarbeit Liechtenstein, dem Ju­gendtreff Popcorn in Schaan, dem Verein Holzkreislauf oder in der Schule auf offene Ohren gestossen sind. So konnten auch dieses Jahr wieder eine Vielzahl verschiedenster Projekte vorgestellt werden, die für die Beteiligten, andere Jugendliche und die Gesellschaft einen Mehrwert erbringen.

Thematisch breit gefächert
Die Themen waren dabei sehr divers. Das Siegerteam von «Halle für alle» etwa hatte angefangen, an Samstagabenden Sporthallen zu öffnen. Was man dort dann mache, stehe den Besuchern frei, so die Initiatoren. Von angeleiteten Kletterkursen bis zu Trampolinspringen und Volleyball seien keine Grenze gesetzt. Sobald man die weiterführenden Schulen besuche, dürfe man kommen. Nach oben hin gebe es altersmässig keine Grenzen, so das von Herbert Wilscher von der Offenen Jugendarbeit Schaan begleitete Siegerteam. «Wir freuen uns, wenn viele Leute kommen.» Zu einem Anlass wären rund 100 Menschen gekommen – ein voller Erfolg für die Gruppe.
Darüber hinaus bauten Lehrlinge aus holzverarbeitenden Berufen gemeinsam mit einem Planer sechs Brücken in Liechtenstein – eine davon über das am wohl heissesten diskutierten Tobel Liechtensteins. Damit konnten sie nicht nur untereinander die Berufe kennenlernen, sondern als Verantwortliche auch wertvolle Erfahrung sammeln und ohnehin geplante Brückenbauten realisieren.
Andere Jugendliche wiederum verschrieben sich der Förderung des Solarstroms: Am vergangenen Staatsfeiertag etwa sammelten sie Sponsorengelder und erwirtschafteten Geld mit einem Standbetrieb. Und auch die krönende Installation der Solarpaneelen auf dem Haus des Vereins für Betreutes Wohnen liessen sie sich trotz etwas Ringen mit der Höhenangst natürlich nicht nehmen.

Baracken, Politik, Musik und Schauspiel
Eine weitere Dimension brachte das zweitplatzierte Projekt «La Baracca» ins Rennen: Die erfrischend ehrlichen jungen Herren gaben offen zu Protokoll, dass sie in der Schule in erster Linie kein Vogelhäuschen bauen hätten wollen. Stattdessen hatten sie ein generationenübergreifendes Projekt eingereicht: Gemeinsam mit ihren baustellenerfahrenen Grossvätern renovieren sie nun seit 2016 eine Baracke, die mittlerweile schon sehr wohnlich aussieht und ihnen und der Offenen Jugendarbeit Schaan als Rückzugsort und Treffpunkt zur Verfügung steht.
Einen Blick hinter die Kulissen von Politik und Gesellschaft gewährt auf dem dritten Platz backstage.li. Eine Gruppe von Klassensprecherinnen und Klassensprechern hat im Rahmen der «Jugendbeteiligung Liechtenstein» (Jubel) Videointerviews mit der Regierung sowie der Jugendschutzbeauftragten Jennifer Rheinberger geführt. So konnten sie in persönlichen Gesprächen nicht nur erfahren, dass Politiker «auch einmal chillig sein können»; mit drei Klicks könne man sich auf ihrem Youtube-Kanal auch rasch eine Meinung zu bestimmten Themen und Ansichten der Regierungsmitglieder machen.
Auch musikalisch und schauspielerisch liess sich die Jugend nicht lumpen: Mit dem ­Overdose-Music Festival in der Schaaner Hennafarm hatte dieses Jahr zum ersten Mal ein selbst organisiertes Festival von Jugendlichen für Jugendliche in Liechtenstein stattfinden können, das obendrein noch gratis war. In Anbetracht der hohen Besucherzahlen könne man dabei durchaus von einem vollen Erfolg sprechen. 

Gute Bilanz nach 14 Jahren
Luda Frommelt vom Amt für ­Soziale Dienste zeigte sich zu­frieden. Mit einem Blick zurück machte er dabei auch klar, dass es nicht nur um Eintagsfliegen ginge: Das Projekt «La Casita», das Laura Hilti damals mit Schülern des Gymnasiums auf die Beine gestellt habe, sei nach 14 Jahren noch immer aktiv. «Darauf kann man wirklich stolz sein», so Frommelt zum nachhaltigen Potenzial der Projekte.
Wer die drei nominierten Projekte «Overdose-Music Festival», «Backstage» und «Halle für alle» beim interregionalen Projektwettbewerb mit St. Gallen und Vorarlberg moralisch unterstützen möchte, ist am 17. November herzlich zum interregionalen Finale in den Schaaner SAL eingeladen. (tb)
 

28. Okt 2018 / 21:24
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