Nachtzüge nach Wien sind bei Liechtensteinern begehrt

Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) werden weitere Nachtzüge anschaffen, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden.

Wien ist attraktiv. Sowohl Einwohner wie auch Touristen sind dem Charme verfallen, die das sogenannte Tor zum Osten ausstrahlt. Die Hauptstadt Österreichs belegt seit Jahren den ersten Platz auf der Liste der lebenswertesten Städte. Und die Gästeübernachtungen steigerten sich laut Stadt Wien zwischen 2008 und 2018 von 10,2 Millionen auf 16,5 Millionen um 61,1 Prozent. Zu entdecken gibt es unter anderem eine tiefgreifende Geschichte, Baustile des Historismus und Jugendstils sowie Attraktionen wie das Donau­inselfest oder der Prater. Für den Liechtensteiner bietet die ehemalige Kaiserstadt darüber hinaus Bezug zum Fürstenhaus. Genannt sei hierbei beispielsweise das Stadtpalais, das seit der vollendeten Restauration 2013 zu besichtigen ist. Das rege Interesse spiegelt sich folglich im Absatz der Flug- und Zugtickets mit der Destination Wien wider. Besonders letzteres Fortbewegungsmittel ist aus mehreren Gründen auf dem Vormarsch. Zum einen ist das Zugfahren im östlichen Nachbarland kostengünstiger als beispielsweise in der Schweiz, zum anderen steigt das Bewusstsein der Passagiere um die Umweltfreundlichkeit des Zugfahrens gegenüber dem Fliegen.

13 neue Nightjets bestellt
Gerade der Nachtzug liegt dabei im Trend. «Gäste aus Liechtenstein nutzen sehr gern den Nightjet nach Wien, ist er doch eine zeitsparende Alternative zu den Tagzügen», erklärt Bernhard Rieder, Sprecher der ÖBB, auf Anfrage. Die Nachtzüge sind aber nicht nur bei den Einwohnern des kleinen Fürstentums populär, sondern die ÖBB erfreut sich auch europaweit ­anwachsender Passagierzahlen. «Wir befördern im Jahr circa 1,4 Millionen Reisende in unseren Nachtzügen, Tendenz steigend», erklärt Bernard Rieder, «trotzdem gibt es noch aussserhalb der Hauptreisezeiten freie Kapazitäten.» In der Urlaubs-zeit kommt es vor, dass die ­Vermerkung in Rot «Achtung, starker Reisetag» stets auf der Internetseite der ÖBB aufleuchtet. Falls der Kunde einen Nachtzug mit der Verbindung zwischen Wien und Zürich mit der Möglichkeit des Auto- oder Motorradtransports buchen will, kann die entsprechende Verbindung gar drei Monate zuvor ausgebucht sein. «Das Angebot kann nicht beliebig ausgeweitet werden», meint Rieder dazu. Doch die ÖBB trägt der steigenden Nachfrage Rechnung. «Die Nachtzüge haben Zukunft, daher bestellten wir 13 neue Nightjets im Sommer 2018. Die Produktion läuft gerade an.» Diese Züge, hergestellt von der Firma Siemens, sollen in drei Jahren in Betrieb genommen werden.  Dazu folgt eine verstärkte Zusammenarbeit mit der SBB, die im Bereich Nachtzüge ausbauen will.

Grüner Trend treibt Kehrtwende an
Eine gewichtige Erklärung für den ansteigenden Trend des Nachtzugs liegt neben den Kostenersparnissen primär im Umweltschutz. Im Zuge der Jugendproteste um Greta Thunberg wird der ökologische Fussabdruck zum Gewissens- barometer. Die Bevölkerung, angetrieben durch die Jugend, ist umweltbewusster als in den vergangenen Jahrzehnten. Ein Trend, bei dem die ÖBB mitzieht und den sie zu nutzen weiss. Nach vollendeter Buchung auf der ÖBB-Homepage erscheint die Angabe, wie viel CO2-Ausstoss man für die Reise eingespart habe. Die ÖBB wirbt mit Ökostrom und kooperiert dabei mit Greenpeace. Auch in Österreich selbst steigt in Folge die Anzahl derer, die es bevorzugen, mit der Bahn in  den Urlaub zu reisen. Sie liegt beinahe bei zehn Prozent – ein Wert, der zuletzt 1984 erreicht wurde. Experten erwarten, dass diese Marke dieses Jahr überschritten wird. Die ÖBB pro­fitierte ebenfalls davon, dass Konzerne wie die Deutsche Bahn oder die SBB in den vergangenen Jahren ihre Nacht­züge aufgrund von fehlender Rentabilität und Nachfrage einstellten. Aufgrund des allgemeinen Umdenkens in Sachen Umweltschutz stellt sich eine Kehrtwende ein. «In den letzten Monaten ist in vielen Ländern eine starke Bewegung zum umweltfreundlichen Reisen entstanden. Diese wird auch verstärkt von der Politik aufgenommen», so Bernhard Rieder. «Gerade in Skandi­navien, Deutschland und der Schweiz ist das Bedürfnis nach Nachtzügen sehr stark. Dies freut uns.» (dab)

17. Jul 2019 / 08:18
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