• Putting money in wallet.
    Um mit der Sozialhilfe über die Runden zu kommen, muss der Empfänger wohlüberlegt haushalten.  (iStock)

Einzelperson bekommt 1100 Franken Sozialhilfe

Das Amt für Soziale Dienste gibt Auskunft über die Sozialhilfebeiträge. Diese sind in Liechtenstein höher als in der Schweiz.

Angeblich zahlt das Amt für Soziale Dienste den Sozialhilfeempfängern 600 Franken monatlich, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Dieses Ge­rücht drang in die Redak­tionssitzung des «Vaterlands». In der darauffolgenden Diskussion, bei denen die Sitzungsteilnehmer vorrechneten, ob sie persönlich damit über die Runden kämen, zweifelte letzten Endes die Runde an der Richtigkeit des Betrags.

Eine Anfrage beim Amt für Soziale Dienste brachte Klarheit. «Ich weiss nicht, wie Sie auf diese Zahl kommen, doch sie ist nicht richtig», sagte Andreas Hoop. «Generell gibt es jedoch viele falsche Annahmen über das Sozialhilfesystem.» Er nutzte die Gunst der Stunde, um über den Aufbau der Sozialhilfe zu berichten.

Verschiedene Arten der Sozialhilfe
Die Höhe der Sozialhilfe hängt von verschiedenen Komponenten ab. In der Berechnung stellt jedoch die Haushaltsgrösse den grössten Faktor dar. Ein Ein­personenhaushalt erhält 1100 Schweizer Franken Sozialhilfe monatlich, ein Dreipersonenhaushalt 2070 Franken, bei einem Fünfpersonenhaushalt sind es letztlich 2660 Franken. Bei jeder zusätzlichen Person steigt der Betrag um 280 Franken. Es lässt sich also feststellen, dass der Pauschalbeitrag in kleineren Schritten erhöht wird, je grösser der Haushalt wird.

«Als Faustregel kann gesagt werden, dass ungefähr ein Drittel des Betrags für Nahrungsmittel gedacht ist», sagte Andreas Hoop. Das restliche Geld ist unter anderem für Bekleidung und Schuhe, den Energieverbrauch, Haushaltsgegenstände oder die Hausrat- und Haftpflichtversicherung bestimmt. «Beispielsweise sollte ein Einpersonenhaushalt mit 1100 Schweizer Franken monatlich gut über die Runden kommen», meinte Hoop. Auf grossem Fuss könne man damit aber nicht leben. «Über mehrere Monate ist es aber umso schwieriger, damit auszukommen. Grössere Anschaffungen reissen ein Loch in die Kasse.» Er dachte dabei beispielsweise an eine Autoreparatur- oder Versicherung. Ein Auto zählt im Übrigen laut Sozialhilfeverordnung nicht zum Grundbedarf des Lebensunterhalts. Generell müsse man gut haushalten und planen können. Früher befand sich die Höhe des Sozialhilfebeitrags für die Lebensunterhaltskosten in der Schweiz auf demselben Niveau, wurde dann aber um 35 Prozent gekürzt. Auch in Liechtenstein kann die Unterstützung um denselben Prozentsatz verringert werden, wenn der Sozialhilfeempfänger bestimmten Auflagen – wie den Besuch von Arbeitspro­gram­men – nicht nachkommt. Diese Kürzung ist aber befristet.

Es gibt verschiedene Arten der Sozialhilfe: Neben den Lebensunterhaltskosten vergütet das Amt für Soziale Dienste die Prämien der obligatorischen Krankenversicherung, die Selbstbehalte und die Mindestversicherungsbeiträge der AHV-IV-FAK. «Natürlich decken wir den Mietzins nicht für jegliche Art von Wohnung», sagte Hoop. Doch er denke, dass die diesbezüglichen Bestimmungen zumutbar seien. «Um wieder das Beispiel eines Einpersonenhaushalts aufzunehmen. Dort liegt der Mietzins, der wir vergüten, zwi­schen 800 und 1150 Franken. Die Diskrepanz ergibt sich aus folgendem Umstand: Wir wollen niemandem, der in einer Wohnung mit einem Mietzins über dem Grundbetrag wohnhaft ist, den Umzug aufzwingen.» (dab)

05. Dez 2019 / 23:20
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