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Kunstnägel können wegen Corona zum Problem werden

Kunstnägel sollten regelmässig behandelt werden, damit es nicht zu Schäden kommt. In Zeiten der Corona-Krise nicht ganz einfach. Eine Kosmetikerin will nun helfen.

Seit die Regierung die Schliessung von Geschäften, Coiffeursalons und Kosmetikstudios verkündet hat, laufen die Telefonleitungen von Bianca Wild heiss. Sie betreibt in Eschen das Kosmetikstudio «Wild Style» und ist unter anderem auch auf Kunstnägel spezialisiert. Die Schliessung trifft die Unternehmerin nicht nur wirtschaftlich hart, sie macht sich auch Sorgen um ihre Kunstnägel-Kunden. Das Problem: Werden die Acryl- oder Gelnägel nicht alle drei bis vier Wochen behandelt, kann es zu Schäden und auch Entzündungen kommen. Bianca Wild prüfte deshalb verschiedene Möglichkeiten, den betroffenen Kunden zu helfen, und hat schliesslich Notfallsets mit Videoanleitung, die online bestellt werden können, zusammengestellt. 

Viele Frauen haben Kunstnägel

Viele Kundinnen seien gerade zu Beginn sehr besorgt gewesen – und dies zurecht, wie Bianca Wild erklärt. Werden die Kunstnägel nach vier Wochen nicht behandelt, lösen sie sich langsam vom Naturnagel ab und können so Nagelpilz oder Infektionen auslösen. Auch reissen die Kunstnägel nach einer gewissen Länge ab oder ein, was Nagelbettentzündungen zur Fol­ge haben kann und den Naturnagel stark beschädigt. Da Kunstnägel 70-mal härter als Naturnägel sind, ist es nicht möglich, ohne das notwendige Material die Nägel selbst zu entfernen. 

Aus diesem Grund arbeiteten Bianca Wild und ihre vier Mitarbeiterinnen die letzten drei Tage vor der Zwangsschliessung bis Mitternacht, um so viele Kundinnen wie möglich von ihren Designnägeln zu befreien. Allerdings war es bei einem Kundenstamm von 230 Kunstnagelträgerinnen nicht möglich, alle zu behandeln. Es musste eine Lösung auf den Tisch. «Denn neben dem gesundheitlichen Aspekt liegen auch die negativen Nachwirkungen für die Branche auf der Hand», so Wild. Zum einen würden all jene Kunden, die mit Verletzungen und Schmerzen die Wochen durchhalten müssen, bestimmt keine Nägel mehr machen. Zum anderen seien die Naturnägel anschliessend so kaputt, dass selbst wenn Kunden wieder Kunstnägel machen lassen, diese nicht halten können. Für die Regeneration würde der Nagel mindestens zwei Monate benötigen.

Keine Bewilligung für Notfalldienst

Der ursprüngliche Plan von Bianca Wild war, einen Notfalldienst für Nagelpatienten aufzubauen. Denn auch den Ärz­ten würde das richtige Werkzeug fehlen, um einen Kunst­nagel zu entfernen. «Es passiert immer wieder, das Ärzte Patienten mit Nagelunfällen uns zuweisen», so Wild. Sie hatte bereits Abklärungen getroffen, um ein Kabäuschen aus Plexiglas zu bauen, damit sie nur mit den Händen des Patienten in Kontakt gekommen wäre. «Natürlich hätten wir auch die weiteren Massnahmen wie die Hände zu desinfizieren und das Tragen von Schutzmasken getroffen.» 

Diesen Dienst wollte sie nicht nur ihren Kunden, sondern allen betroffenen Personen aus der Region anbieten. «Da ich sechs Jahre Nagelschulungen gegeben habe, werde ich momentan auch von anderen Nagelstudios um Rat gefragt», so Wild. 
Allerdings fand sie beim Amt für Volkswirtschaft kein Gehör für ihr Vorhaben, was sie ent­täuscht. «Ich denke, dass ihnen der Ernst der Lage nicht bewusst ist und das Problem gar nicht bedacht wurde. Ich hätte den Dienst sogar kostenlos angeboten.»

Notfallset mit Videoanleitung

Trotzdem liess sich die Unternehmerin nicht unterkriegen und nahm Kontakt mit einem ihrer Produzenten auf. Zusammen mit dem Produzenten hat sie einen Nagelablöser produziert, den sie nun mit Feilen und Nagelhärter als Notfallset anbietet. Es gibt verschiedene Notfallsets mit Videoanleitung – auch eines, um die Kunstnägel selbst erhalten zu können. 
Innerhalb weniger Tage hat sie dafür einen Onlineshop (shop.wildstyle.li) aufgebaut. Viele Bestellungen seien bereits eingegangen und einige auch schon verschickt. «Der Dienst wird sehr gut angenommen, auch von Nichtkunden. Das Angebot hilft den Kunden bestimmt, die Zeit zu überbrücken», ist Bianca Wild überzeugt. (manu)

28. Mär 2020 / 00:11
Geteilt: x
1 KOMMENTAR
Amt für Volkswirtschaft
Wieder einmal eine weltfremde Glanzleistung vom berüchtigten Amt.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 28.03.2020 Antworten Melden

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