• WhatsApp and Telegram Application
    Die Datenschutzstelle empfiehlt, andere Messenger als Whatsapp zu verwenden.  (MattiaMarasco)

Kein Whatsapp-Verbot an Liechtensteiner Schulen

In der Schweiz wurde Whatsapp schon an manchen Schulen verbannt. Die Datenschutzstelle Liechtenstein sieht von solchen Schritten ab, empfiehlt aber Alternativen.

Fritz Tanner, der Thurgauer Datenschutzbeauftragte, vertritt eine klare Meinung, was Whatsapp-Klassenchats betrifft: «Lehrer und Schüler sollen nicht auf diesem Weg kommunizieren.» Diese Woche warnte er im «St. Galler Tagblatt» vor der «gefährlichen Datenkonzentration» und schloss nicht aus, ein Verbot auszusprechen. An den Schulen in Winterthur existiert dieses bereits und wurde kürzlich dahingehend ausgeweitet, dass Lehrer die Schüler und Eltern, aber auch untereinander nicht mehr über den Instant-Messenger kontaktieren dürfen. 

Auch in Liechtenstein löst Whatsapp die klassische Telefonkette ab, was bei der Datenschutzstelle sowohl Verständnis als auch Bedenken auslöst. Eine Verbannung aus den Klassenzimmern ist jedoch nicht geplant.

Whatsapp kostenlos und weit verbreitet 

«Ein absolutes Whatsapp-Verbot an den Liechtensteiner Schulen ist für uns aktuell kein Thema», hält Michael Valersi, stellvertretender Leiter bei der Datenschutzstelle, fest.

Der Messenger ist ein einfaches Mittel, um schnell die ganze Klasse zu erreichen. Denn er wird von einem Grossteil der Schüler ohnehin im privaten Umfeld genutzt. 

Whatsapp habe auch seine Schattenseiten, betont Valersi. Indem der Messenger zu Facebook gehört, ist er auch mit dem sozialen Netzwerk sowie Instagram verknüpft, womit Benutzer dem Mutterkonzern sowohl ihre gespeicherten Kontakte als auch weitere Daten preisgeben. Vor einigen Tagen kündigte Facebook an, alle drei Dienste in einer Plattform zusammenzulegen, was diversen Datenschützern weltweit Sorgen bereitet.

Empfehlung Datenschutz: andere Messenger prüfen

Würde ein Lehrer bei der Datenschutzstelle anfragen, hätte Valersi wie sein Thurgauer Kollege also ebenfalls eine deutliche Antwort parat: «Ich würde anstelle von Whatsapp einen anderen Instant-Messenger empfehlen.» Alternativen seien durchaus vorhanden.

So gibt es mit Threema zum Beispiel einen Schweizer Anbieter, welcher die Daten gemäss Entwickler ausschliesslich mit einer Transportverschlüsselung verschickt. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass es auch ein massgeschneidertes Lizenzmodell für Bildungseinrichtungen und Unternehmen anbiete. Dieses kostet einmalig rund neun Franken pro Gerät. Wie Valersi anmerkt, sei der Datenschutz häufig auch eine Preisfrage. «Wenn eine App etwas kostet, greifen viele Nutzer lieber zu anderen Produkten.»


Bevor die Datenschutzstelle  einen konkreten Instant-Messenger empfehle, müssten die verschiedenen Angebote im Detail geprüft werden. «Wenn vonseiten des Schulamts oder anderen Institutionen ein Bedarf besteht, gehen wir der Angelegenheit gerne nach. Auch für Unternehmen und andere Stellen, die offene Fragen haben, sind unsere Türen jederzeit geöffnet», bietet Valersi seine Unterstützung an. (gk)

07. Feb 2019 / 05:00
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