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    Coiffeure bereiten sich gerade auf die Wiedereröffnung am 27. April vor.  (martin-dm)

Haare schneiden, aber bitte mit Maske

Die Friseure dürfen ihr Geschäft ab kommenden Montag wieder eröffnen, brauchen dafür aber ein Schutzkonzept.

Die Haare werden länger und länger. Die Frisur sitzt schlecht und der Ansatz verrät, dass der letzte Besuch im Salon schon einige Wochen zurückliegt. Weil Kunden nun schnell einen Termin ergattern wollen, laufen bei den Coiffeuren im Land die Telefone heiss. Denn die Friseure dürfen kommende Woche wieder öffnen, sie müssen aber bis dahin ein Schutzkonzept erarbeiten. So sieht es die Regierung für alle geschlossenen Geschäfte und Detailhändler vor, die ihren Betrieb am 27. April wiederaufnehmen dürfen. Das Amt für Gesundheit erarbeitet derzeit zusammen mit dem Amt für Volkswirtschaft die Vorgaben für ein solches Schutzkonzept, die bis Mitte der Woche präsentiert werden sollen. Diese Richtlinien dienen den jeweiligen Branchenverbänden als Grundlage, um ein Konzept auszuarbeiten und vorzulegen – auch den Coiffeuren. Viel Zeit bleibt aber nicht. 

So bereiten sich Coiffeure auf die Eröffnung vor
Der Coiffeur-Verband wurde in Liechtenstein zwar vor einigen Jahren aufgelöst, dennoch liegt ein erstes grobes Schutzkonzept bereits vor, das Brigitte Walser als letzte Präsidentin des Verbandes sowie Susi Beck als damaliges Vorstandsmitglied den Behörden sowie Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini zu einer ersten Prüfung übergeben haben. Dieses ist aber noch nicht in Stein gemeisselt, sondern wird anhand der noch ausstehenden Vorgaben – wenn nötig – angepasst und muss erst genehmigt werden. Brigitte Walser, die selbst einen Salon in Triesen betreibt, geht davon aus, dass Mitarbeiter und Kunden sehr wahrscheinlich Masken tragen müssen. «Es ist wünschenswert, wenn Kunden selbst Gesichtsschutzmasken mitbringen könnten», sagt Walser in Hinblick darauf, dass diese noch immer Mangelware sind. 

Der Abstand von zwei Metern soll auch in den Salons eingehalten werden. Wie viele Kunden sich gleichzeitig beim Coiffeur aufhalten dürfen, das hänge stark vom jeweiligen Salon ab, sagt Walser. Manche Salons ermöglichten durch ihre Bestuhlung bereits einen Abstand von zwei Metern. Andere könnten nur jeden zweiten Stuhl besetzen. In der Schweiz sieht der Coiffeurverband vor, dass jeder Kunde einen Einweg-Schutzumhang erhält. Und natürlich müssen die Angestellten Handschuhe tragen und diese für jeden Kunden wechseln. Ähnliches schwebt den Liechtensteiner Coiffeuren in ihrem Konzept vor, um ihre Kunden zu schützen. Die Frage ist hierzulande noch offen, ob ein Einwegschutzumhang nötig ist oder ein gewöhnlicher Schutzmantel nach jedem Kunden heiss gewaschen werden könnte, was umweltfreundlicher ist.

Eines ist jetzt schon klar: Auch wenn Kunden nach dieser Zeit verwöhnt werden wollen, so müssen sie darauf noch etwas warten. Um die Kundschaft zu schützen, sei der Wohlfühlfaktor vorerst leider zweitrangig. «Das Ziel ist es, dass sich Kunden nur so lange als nötig im Salon aufhalten», sagt Walser. Es wird wohl auch darauf hinauslaufen, dass es «wahrscheinlich nichts zu trinken und keine Zeitschriften gibt», sagt Beck. Desinfektionsmittel steht bereit. Für ihren Salon hat sie bereits auch Plexiglasvisier-Masken bestellt für Serviceleistungen, bei denen sie vis-à-vis vom Kunden steht. Erst wenn das Konzept der Liechtensteiner Friseure diese Woche genehmigt wird, stehen die Details fest. Es würde als Grundlage für alle Coiffeure des Landes dienen. Susi Beck hofft darauf, dass die aktuelle Situation zeigt, wie wichtig es für die Friseure wäre, sich wieder in einem Verband zu organisieren. (dal)

Update 22. April : In der Schweiz werden bei den Coiffeuren Kunden und Angestellte definitiv eine Maske tragen müssen. Daniel Koch vom BAG führte an einer Medienkonferenz aus: «Dort, wo der Sicherheitsabstand in den Geschäften berufsbedingt nicht eingehalten werden kann, tragen beide, Kunden und Dienstleister, in diesem Beispiel die Coiffeure, eine Maske.  (dal)

21. Apr 2020 / 07:00
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2 KOMMENTARE
Pandemie
Die Entwicklung eines Impfstoffes kann nicht Jahre dauern, sondern muss Jahre dauern. Das zeitaufwendige sind die klinischen Studien, und bei denen darf es keine Abkürzungen geben sonst wird das Risiko des Impfstoffes grösser sein als dass von Covid-19.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 18.05.2020 Antworten Melden
Schwedens vorgehen ist wissenschaftlich fundiert
Bei einer infektiösen Epidemie, wo der Altersmeridian der Todesfälle bei 84 Jahren liegt, und der Anteil an relevanten (schweren) Vorerkrankungen bei 97%, ist ein spezifischer Schutz der Risikogruppen, nicht aber ein Lockdown gerechtfertigt. Die gesellschaftlichen Schäden sind enorm, wobei die Immunisierung und die Todesfälle einzig verzögert werden, denn das Gesundheitssystem ist nicht überlastet.
Hier ein Dringlichkeitsantrag eines verantwortungsbewussten Liechtensteiner Bürgers an die Regierung: https://liechtenstein-covid-19-antrag.jimdofree.com/
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 21.04.2020 Antworten Melden

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