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    Vor allem im März erlebten die Apotheken eine riesige Nachfrage nach Medikamenten mit dem Wirkstoff Paracetamol. In vielen Ausgabefächern lagerten diverse «Dafalgan»-Schachteln.  (CHRISTIAN BEUTLER)

Grossandrang auf «Dafalgan»

Wegen eines Gerüchts sind Medikamente mit dem Arzneistoff Paracetamol kaum lieferbar.

Mit einem Medikamentenengpass sahen sich Liechtenstein und die Schweiz schon vor der Corona-Pandemie konfrontiert. Die Ursache der Engpässe war vor allem dem enormen Preisdruck in der Schweiz geschuldet. Denn Schweizer Hersteller sind gezwungen, vereinzelte Arzneistoffe im Ausland produzieren zu lassen, da sie dort um einiges billiger sind. Daraus ist eine massive Abhängigkeit vor allem zu Ländern wie China und Indien entstanden. Angesichts der Corona-Krise wurde zudem befürchtet, dass sich der Lieferengpass gewisser Arzneimittel weiter zuspitzen wird. Knapp wurde in den vergangenen Monaten etwa ein Mittel, das auf Intensivstationen zum Intubieren von schwer erkrankten Patienten benötigt wurde. 

Aber auch weitverbreitete Schmerzmittel mit dem Arzneistoff Paracetamol waren und sind teilweise nach wie vor nicht mehr erhältlich. Geschuldet war dies einem Gerücht, das Mitte März die Runde machte: Die Uniklinik in Wien soll herausgefunden haben, dass die Einnahme von Ibuprofen schwere Krankheitsverläufe von an Covid-19 erkrankten Personen hervorrufen soll. Daraufhin sah sich die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Handeln gezwungen und veröffentlichte eine entsprechende Empfehlung, stattdessen auf Medikamente mit dem Arzneistoff Paracetamol zurückzugreifen. Keine Woche später nahm die WHO ihre Warnung aber bereits wieder zurück. Was folgte, waren dennoch ­Paracetamol-Hamsterkäufe, die bis heute Nachwehen verursachen. 

Nur noch eine Packung pro Person 

Wie Nikolaus Frick, Präsident des Apothekervereins des Fürstentums Liechtenstein, erklärt, habe es einen plötzlichen Ansturm beispielsweise auf das Medikament «Dafalgan» gegeben. «Für eine kurze Zeit war Dafalgan gar nicht mehr verfügbar. Seit mehreren Wochen ist es wieder begrenzt lieferbar», erklärt er. Aufgrund dieser Hamsterkäufe hat der Schweizer Bundesrat noch im März die Abgabe diverser Medikamente auf eine Packung pro Person limitiert – dies gilt auch für das Medikament Dafalgan. «Die Weisung ist über das Bundesamt für Gesundheit (BAG) an Pharma-Suisse und schliesslich auch an das Land Liechtenstein vorbeugend erteilt worden, um sicherzustellen, dass jeder Kunde das Medikament erhält.» 

Obwohl die Anweisung seitens des BAG bis heute nicht offiziell aufgehoben wurde, haben die Hamsterkäufe ein Ende gefunden und das Medikament ist allmählich wieder verfügbar. Sich weiter an die Weisung – pro Kunde maximal eine Packung auszugeben – zu halten, würde damit keinen Sinn mehr ergeben. «Wir haben uns eine Zeit lang daran gehalten, aber jetzt ist es nicht mehr notwendig, da es keinen Ansturm mehr auf das Medikament gibt», erklärt Nikolaus Frick. 

Weniger Medikamente nicht lieferbar wie vor Krise

Gemäss der Webseite drugs hortage.ch sind es derzeit insgesamt 506 Produkte mit 276 betroffenen Wirkstoffen, die momentan in Liechtenstein und der Schweiz nicht lieferbar sind. Mit Blick auf das vergangene Jahr zeigt sich allerdings, dass die Lieferengpässe widererwartend nicht weiter angestiegen sind. Denn Prognosen hatten angedeutet, dass sich mit der Corona-Pandemie das Problem in Liechtenstein und der Schweiz weiter verschärfen werde.

Waren es im Juli 2019 noch 604 Medikamente und Impfstoffe, die gar nicht bis schwer lieferbar waren, hatte sich die Situation rund drei Monate später keineswegs entschärft: Es waren immer noch 599 Arzneimittel von 73 Pharmaherstellern, die mit Lieferengpässen zu kämpfen hatten. Damals waren besonders die Gruppe der Blutdrucksenker mit 114 fehlenden Präparaten betroffen. Laut Nikolaus Frick hat sich die Situation in der Praxis allerdings angesichts der derzeitigen Krise nicht spürbar verschlechtert. «Die Lage ist mehr oder weniger unverändert», sagt der Präsident des Apothekervereins. (jka)

27. Mai 2020 / 14:25
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