• Jury
    Die Jury in den Beratungen.

«Frauenquote» ist das Wort des Jahres

Eine sechsköpfige Jury kürte aus 450 Vorschlägen das Wort «Frauenquote» zum Liechtensteiner Wort des Jahres. Das Unwort des Jahres heisst «Ländle». Der Satz des Jahres lautet: «Eigentlich sollte die Brücke verbinden».
Vaduz. 

Wie das «Büro Wort des Jahres» in einer Mitteilung schreibt, sei die Diskussion über eine Frauenquote in Liechtenstein nach den Landtagswahlen von 2017 so richtig in Fahrt gekommen. Von 25 Sitzen wurden nur drei von Frauen besetzt; das entspricht einem Anteil von 12 Prozent. Auch in den Gemeinderäten von Liechtenstein ist der Frauenanteil nicht viel höher. Während in den Parlamenten von Deutschland, der Schweiz und Österreich über 30 Prozent weibliche Abgeordnete vertreten sind, liegt Liechtenstein im internationalen Ranking auf dem 147. Rang und damit sogar noch hinter Saudi-Arabien. Auch der UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte kritisiert im Bericht vom 3. Juli den geringen Frauenanteil in der liechtensteinischen Politik und empfahl der Regierung unter anderem die Einführung eines Quotensystems.

Unwort: Ländle
Die Verkleinerungsform des Wortes „Land“ habe etwas Herziges, Niedliches, aber auch etwas noch nicht Ausgereiftes, Vollständiges und Ausgewachsenes, heisst es zum Unwort des Jahres. Liechtenstein riskiere, als kleiner Wicht wahrgenommen zu werden. Um auf gleicher Augenhöhe und gleichberechtigt wahrgenommen zu werden, sei Liechtenstein mehr gedient, wenn auf die Verkleinerungsform verzichtet werde.

Eigentlich sollte die Brücke verbinden
Der Jubiläums-Wanderweg mit einer 240 m langen Hängebrücke zwischen Planken und Nendeln war ein Projekt aller Liechtensteiner Gemeinden zum 300-Jahr- Jubiläum Liechtensteins im Jahr 2019. In Teilen der Bevölkerung regte sich jedoch Unmut. In Balzers und Vaduz wurde das Referendum gegen die Finanzierung ergriffen, nachdem der Gemeinderat grünes Licht für das Projekt gegeben hatte. Mit den deutlichen Nein Resultaten in Balzers und Vaduz Ende Oktober war das Schicksal der Jubiläums-Brücke schnell besiegelt. Die entsprechenden Kommentare in den Landeszeitungen blieben denn auch nicht aus. Unisono hiess es: Eigentlich sollte die Brücke verbinden, nun scheidet sie die Geister.

Sprachlicher Rückblick
Die Aktion „Wort des Jahres“ wird seit 2002 durchgeführt. Dabei werden wichtige Begriffe gesucht, die in Liechtenstein während des Jahres den öffentlichen Diskurs wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben. In der Jury tätig sind Doris Büchel (Edition Onepage), Doris Frick (FL-Botschafterin in Bern), Dr. Dieter Gunz (Universität Liechtenstein), Günther Meier (LPC und Publizist) und Peter Rutz (LPC- Präsident). Als Jury-Präsident amtet Daniel Quaderer vom Büro Wort des Jahres.

Wörter des Jahres der letzten 10 Jahre
2017: Frauenquote
2016: Regenwassergebühr
2015: Überarztung
2014: Win-Win
2013: Filialschliessung
2012: Vetorecht
2011: Landesspital
2010: Industriezubringer
2009: Mobilfunk-Steinzeit
2008: Steueraffäre

12. Dez 2017 / 15:32
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