• Burger
    Der Burger ist gebrutzelt.

Die Zukunft des Fleischkonsums ist vegan

Die Hilcona Taste Factory präsentiert den ersten pflanzenbasierten Burger aus Schweizer Produktion unter ihrem neuen Label «The Green Mountain» und folgt damit dem Trend zu einer bewussteren Ernährung.

Leise brutzelt das Burger-Patty in der Pfanne vor sich hin. Auf leichten Druck hin tritt etwas Saft aus. Darauf sind die Lebensmitteltechnologen der Hilcona Taste Factory in Landquart stolz. Denn das Patty ist der erste in der Schweiz entwickelte und hergestellte fleischlose Burger, der nicht nur so schmeckt und aussieht, wie sein fleischiges Pendant, sondern sich auch beim Kochen so verhält. 

Nach rund einem Jahr Forschung und Entwicklung wurde die vegane Alternative zu einem der beliebtesten Fast Foods am Mittwoch in der Hilcona AG in Schaan den Medien präsentiert. Der Burger ist das erste Produkt, das unter dem neuen Label «The Green Mountain» erscheint, einem internen Startup der Hilcona Taste Factory. 

Kein Hokuspokus sondern 100 Prozent bio
«Der Green Mountain Burger soll eine fleischlose Alternative sein – weniger für Vegetarier als viel mehr für jene Flexitarier, die bewusst hin und wieder auf Fleisch aber nicht auf das Fleischerlebnis verzichten wollen», erklärt Lebensmitteltechnologin Julia Sackers. Sie war massgeblich bei der Entwicklung des pflanzenbasierten Burgers beteiligt. Dabei haben die Lebensmitteltechnologin und ihr Team aus jungen Köchen vor allem Wert auf hochwertige Produkte gelegt. «Es ist kein Hokuspokus dabei, sondern 100 Prozent pflanzlich», betont Werner Ott, Projektleiter von «The Green Mountain». Insgesamt besteht der Burger aus etwa einem Dutzend Zutaten. Das Sojamehl stammt aus rein biologischem Anbau und wird in der Schweiz verarbeitet. Es ist vor allem das neue Verfahren jenes Schweizer Unternehmens, das den Patty so saftig macht – Nassextrusion nennt sich das. Dabei werden Pflanzenproteine unter Druck und Hitze mit Wasser bearbeitet und anschliessend gefroren. «So schliessen sich die Proteine auf und vernetzen sich neu. Dadurch entstehen laminare Schichten, ähnlich denen von Fleischfasern», erklärt Julia Sackers, das Verfahren, das zum Beispiel auch bei der Produktion von Frühstücksflocken angewendet wird. 

 «Für die Farbe haben wir Randen- und Tomatenmarkt genommen», verrät die Lebensmitteltechnologin. Bis auf das Kokosfett, das aus Asien importiert werden muss, werden alle Zutaten aus europäischen Nachbarländern bezogen. Die kurzen Transportwege tragen also zu einer nachhaltigen Produktion bei. 

Zwei weitere Produkte sollen bald folgen
Wer den Green Mountain Burger im Detailhandel sucht, wird allerdings enttäuscht werden. Der Vertrieb konzentriert sich nämlich vorerst auf die Gastronomie. Seit Anfang Woche kann die pflanzliche Flesichalternative in 133 ZFV-Betrieben sowie dem Restaurant The Butcher in Burg genossen werden. Und auch in den Butcher-Restaurants in Zug, Zürich und Bern soll er bald zu haben sein, denn die Burger-Restaurants sind begeistert. «In Liechtenstein gibt es den Green Mountain Burger bisher noch auf keiner Menükarte», sagt Werner Ott. Das soll sich jedoch bald ändern und die Erfinder des Pflanzenburgers sind optimistisch. Immerhin habe die Nachfrage bisher alle Erwartungen übertroffen. «Wenn man den Markt beobachtet, stellt man fest, dass der vegane Trend kein vorübergehender Hype ist. Die Menschen ernähren sich immer bewusster und pflanzliche Alternativen werden immer gefragter. Da stehen wir noch ganz am Anfang», ist sich Werner Ott sicher. So wird der Burger auch nicht der einzige Artikel unter der Marke «The Green Mountain» bleiben. Noch in diesem Jahr will die Hilcona Taste Factory einen, vielleicht sogar zwei weitere pflanzenbasierte Produkte vorstellen. «Bei der Entwicklung des Burgers konnten wir viele Erfahrungen sammeln, die uns bei der Forschung und Produktion weiterer Produkte zugute kommen», freut sich Julia Sackers. (sms)

10. Apr 2019 / 17:14
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