• School children cross the street on the way home
     (SDI Productions)

Erwachsene sollen die Aufsicht übernehmen

Die Gemeinde Vaduz plant, die Schulwegsicherheit mit Massnahmen an der Lettstrasse, Kirchstrasse und Landstrasse merklich zu erhöhen. Ein Lotsendienst soll eingeführt werden.

Die Einführung eines Schülerlotsendienstes ist bei vielen Eltern der Vaduzer Kindergärtner und Primarschüler schon seit geraumer Zeit ein Thema. Im Sommer 2019 formulierte der Elternrat der Gemeindeschulen Vaduz gegenüber der Kommis­sion Schulwegsicherung ein solches Anliegen. Parallel dazu suchten zahlreiche Eltern das Gespräch mit der Schulleitung. Ferner unterstrich auch eine im Herbst 2019 durchgeführte Umfrage unter den Eltern nochmals die zuvor artikulierten Bedürfnisse. 44 Prozent der Teil­neh­mer erachteten die Lancierung eines Lotsendienstes darin als eine Notwendigkeit. Ausserdem kristallisierten sich in der Er­hebung drei Übergänge mit  besonders hohem Handlungs­­be­darf heraus: Die Fussgänger­streifen Lettstrasse/Giessenbrücke, Land­strasse/Ebenholz und Kirch­strasse/Solarisweg.

Zweijähriges Pilotprojekt mit «Pedibusbegleitern»

Die Kommission Schulwegsicherung hat auf dieser Basis in den darauffolgenden Monaten mögliche Massnahmen erarbeitet, die dem Gemeinderat in der Sitzung vom 28. April schliesslich zur Beschlussfassung vorgelegt wurden. Mit dem Ergebnis, dass in Vaduz für eine Summe von insgesamt 130 000 Franken nun Nägel mit Köpfen gemacht werden. Der Fokus liegt dabei auf den bereits in der Elternumfrage als Hauptansatzpunkte identifizierten Übergängen.

Beim Fussgängerstreifen Lett­strasse/Giessenbrücke wird demnach im Rahmen eines zweijährigen Pilotprojekts ein sogenanntes Pedibussystem eingeführt. «Die ausgearbeitete Version sieht vor, dass in der Lettstrasse am Fussgängerstreifen Giessenbrücke ein ‹Pedibusbegleiter› zum Einsatz kommt, der auf die Kinder wartet und diese bei Bedarf bei der Strassenquerung rekrutiert werden», heisst es hierzu im Sitzungsprotokoll vom 28. April. Dass dem Pedibussystem gegenüber einem klassischen  Lotsendienst hier der Vorzug ge­geben wird, wird damit be­grün­det, dass zu den vorab definierten Zeiten lediglich ein Begleiter vor Ort sein und dieser im Vorfeld keine aufwendige Ausbildung absolvieren muss. Rekrutiert werden sollen die Personen aus dem Kreis der Eltern und Angehörigen der Schüler.

Professionelle Lotsen an der Kirchstrasse

Anders verfährt die Gemeinde beim Fussgängerstreifen Kirchstrasse/Solarisweg. Aufgrund der im Herbst 2020 beginnenden Bauarbeiten für das neue Dienstleistungszentrum der Lan­desverwaltung stellt die Schulwegsicherung dort eine besondere Herausforderung dar. Zum einen wegen des Baustellenverkehrs auf der Giessenstrasse, zum anderen, weil den Kindern der gewohnte Fussweg zum Schulhaus Äule in dieser Zeit nicht zur Verfügung steht. Um ein sicheres Queren der Kirchstrasse zu gewährleisten, wird für die Dauer der Bauarbeiten daher auf einen professionellen Lotsendienst gesetzt. Anders als beim Pedibussystem sind hier zwei – von der Landespolizei entsprechend ausgebildete – Personen vor Ort erforderlich, die auch aktiv in den Verkehr eingreifen. Sollte sich das Pedibussystem in der Lettstrasse bewähren, wäre eine Übernahme dieser Praxis für die Kirchstrasse nach Abschluss der Bauarbeiten eine Option.

Als dritte Massnahme zur Verbesserung der Schulwegsicherheit plant die Gemeinde, die Unterführung an der Kreuzung Landstrasse/Schimmelgasse für Kinder attraktiver zu gestalten. Bislang, heisst es im Protokoll, werde diese empfohlene Route zum Schulhaus Ebenholz von den Kindern aus verschiedenen Gründen nur unzureichend genutzt. Deshalb müsse nun eine optische und kinderfreundliche Aufwertung erfolgen. Die Ebenholz-Schüler sollen dabei gleich mit ins Boot geholt werden und sich kreativ austoben dürfen. So wird der Geschmack der Kinder auch mit Sicherheit getroffen. (bo)

22. Mai 2020 / 09:07
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