• Ausstellung FLÜCHTLINGE MALEN Schaan 190314
    Tanja Meier, Daniela Zimmermann und Amos Kaufmann (v. l.) haben die Ausstellung zusammen mit Flüchtlingen realisiert.  (Daniel Ospelt)

Ein Malprojekt schafft Austausch

Die Initiative «Zemma Läba – Zemma Heba» führte zusammen mit der Kunst- und Maltherapeutin Daniela Zimmermann das Projekt «Flüchtlinge malen» durch. Dabei entstanden tolle Werke, die nun für den guten Zweck verkauft werden.
Schaan. 

Ein lila angemaltes Eichenblatt und ein dunkelrot gefärbtes Ahornblatt sind auf einen rot-weissen Hintergrund geklebt. Umrahmt von einem blauen Streifen ist das Bild eines von vielen, das der Ausstellung «Flüchtlinge malen» angehört. Diese wird derzeit im Gemeinschaftszentrum Resch in Schaan präsentiert. 
Ins Leben gerufen wurde das Projekt, dessen Ende nun in der Ausstellung mündet, von der Initiative «Zemma Läba – Zemma Heba» von Tanja Meier und Amos Kaufmann. Jedes der Ausstellungsstücke wurde von einem Flüchtling gemalt. Sie wohnten zu der Zeit des Projektes in Liechtenstein. In der Kunst- und Maltherapeutin Daniela Zimmermann fanden Meier und Kaufmann die ideale Partnerin für das Projekt. 
Bilder sind innerhalb eines halben Jahres entstanden
Von Herbst 2017 bis Mai 2018 trafen sich die drei mit mindestens 10, manchmal sogar 30 Flüchtlingen und malten mit ihnen den ganzen Nachmittag lang. Das Thema, dem sich die Bilder widmen sollten, war der Baum mit seinen Wurzeln. Das ist bei den entstandenen Bildern manchmal mehr und manchmal weniger klar ersichtlich. So sind einige der Bilder auf Zeitungspapier oder auf einem Liedtext gezeichnet. Das hat einen einfachen Grund, das weisse Papier ging laut Zimmermann zu Ende. Damit mussten sich die Kinder und Erwachsenen anfangs zurechtfinden. «Manchmal hat man etwas zur Verfügung, das nicht das ist, was man unbedingt möchte, aber man muss damit umgehen können. Das habe ich den Flüchtlingen erklärt», sagt Zimmermann. Sie hätten in der Folge angefangen, andere Techniken des Malens anzuwenden. Sie malten nicht mehr einfach nur mit dem Pinsel, nein, sie benutzten ihre Hände, duplizierten ihre Bilder mittels eines Abdrucks oder sammelten Blätter nach einem Herbststurm ein und integrierten sie im Bild. 
Ein fünfjähriges Kind, das so begeistert während mehreren Stunden mit seiner Malarbeit beschäftigt war, ist Zimmermann besonders in Erinnerung geblieben. Auch wenn der Kunst- und Maltherapeutin ab und an die Sprachbarriere im Weg stand, waren es dennoch unvergessliche Augenblicke. 

Seit 2015 viele kleinere Projekte organisiert
Amos Kaufmann von der Initiative erklärte gestern Abend an der Vernissage, dass die Flüchtlinge, die die Bilder gemalt haben, aus Afghanistan, dem Irak, Tibet, dem Balkan, und auch Nigeria stammten. «Leider leben  von ihnen nicht mehr so viele in Liechtenstein», erklärt er. Einige  Personen aus dem Flüchtlingsheim – auch wenn sie nicht an den Bildern mitgewirkt hatten – sowie viele weitere Besucher fanden gestern dennoch den Weg ins Gemeinschaftszentrum nach Schaan. Angeregte Gespräche wurden vor den Bildern geführt. Genau das stehe laut Kaufmann im Vordergrund des Projektes: «Wir wollen mit solchen Aktionen einen Austausch schaffen.» 
Dieses Projekt ist bis jetzt das einzige, welches Meier und Kaufmann im grossen Stil durchgeführt haben. Denn die beiden machen das ehrenamtlich. Neben diesem Projekt haben Meier und Kaufmann im Rahmen der Initiative seit dem Jahr 2015 bereits viele kleinere Projekte organisiert. Eben das Gründungsjahr war das Jahr der grossen Flüchtlingswelle. Zu dieser Zeit befanden sich die beiden in der Ausbildung. «Wir hatten Zeit, aber kein Geld», erklärt Kaufmann. Sie fragten sich, was können wir tun, um den Menschen die Langeweile zu nehmen, sie kennenzulernen und ihnen auch Liechtenstein und die Menschen dahinter näherzubringen. Sie kamen zum Schluss, dass es nicht viel dazu brauche. So besuchten sie gemeinsam mit Flüchtlingen die Fasnacht oder liefen Schlittschuh. Dabei ergaben sich viele Kontakte, die Kaufmann immer im Gedächtnis bleiben werden. Für jede Person muss es unvorstellbar schwer sein, die Heimat verlassen zu müssen, um irgendwo in der Ferne in Sicherheit leben zu können – so ist das Ziel der beiden, ihnen hierzulande wenigstens die Zeit ein bisschen schöner zu gestalten, nachahmenswert. (qus)

14. Mär 2019 / 22:33
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
lova
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
26.04.2019
Facebook
Top