• Granville Cafe
    Roman Eggenberger und Kurt Ospelt mit ihrem Kaffee-Bus  (Julian Konrad)

Ein Treffpunkt für Kaffeeliebhaber

Die Foodtruck-Szene in Liechtenstein ist bald um einen speziellen Kaffee-Bus reicher: Das Granville Café. Über ein Jahr haben die Initianten auf ihren umgebauten und renovierten alten Citroen H-Van gewartet. Nun ist er vor Kurzem in Liechtenstein eingetroffen.

Schon länger wollten die beiden Jugendfreunde Roman Eggenberger und Kurt Ospelt ein gemeinsames Projekt realisieren. «Da wir beide bei einer Bank arbeiteten, kam die Gründung einer eigenen Bank nicht wirklich infrage», erzählt Eggenberger. Stattdessen habe sich mit den Jahren herauskristallisiert, dass beide eine grosse Leidenschaft für gutes Essen und Trinken haben. Während sich Kurt Ospelt schon länger mit Kaffee beschäftigte und nach diversen Kaffee-Ausbildungen bei den Kaffeemachern in Basel ein Kaffee-Praktikum im «Q Kaffee» in Karlsruhe absolvierte, trank Roman Eggenberger bis vor zwei Jahren noch gar keinen Kaffee. Nach einem Italienaufenthalt wurde auch er vom «Kaffee-Virus» infiziert und begann, ebenfalls Kurse in diesem Gebiet zu besuchen.

Passenden «Foodtruck» in England gefunden

Ein richtiges Café zu eröffnen, kam für beide nicht infrage und so begann die Idee zu reifen, ein mobiles Café «anzuschaffen». Vor einem Jahr dann fiel der Entscheid, einen Oldtimer-Bus zu kaufen, um ihn anschliessend zum Foodtruck umzubauen. Wenig später stiessen sie in England auf einen Renault Estafette. Dessen Verkäufer riet ihnen aber, einen Citroen H-Van mit einem grösseren Innenraum zu kaufen. «Das ist das Modell, mit dem Jamie Oliver durch England tourte und so diesen Bus als den wahren Oldtimer Foodtruck in England bekannt machte», erzählt Ospelt. Für 9999 Pfund erwarben sie von demselben Händler einen H-Van, den sie nur von Fotos her kannten. Dabei war ihnen klar, noch einiges in die Restaurierung stecken zu müssen. «Der vom Händler empfohlene Restaurateur in Cornwall wollte den Bus nicht restaurieren, da er als Perfektionist kein qualitativ hochwertiges Resultat garantieren konnte und deshalb von diesem H-Van abriet», so Ospelt. Der Verkäufer hatte noch einen weiteren H-Van auf Lager und tauschte ihn aus. Im Spätsommer 2018 schliesslich begann der Mechaniker mit der Restauration und dem gleichzeitigen Umbau zum Kaffee-Bus.

Mobiler Akku-Koffer für Espressomaschinen-Trolley

Im September bekamen die beiden den Bus in Cornwall zum ersten Mal zu Gesicht und machten sich ein Bild vom Fortschritt der Restauration. Dort lernten sie den Verkäufer, den Restaurateur samt Familie sowie den Innenausbauer persönlich kennen. «Die Chemie hat sofort gestimmt und am Abend konnten wir im Pub gemeinsam auf die tolle Zusammenarbeit anstossen», sagt Ospelt. Nach der Restauration wurde der Innenausbau samt Ausstattung durch einen spezialisierten Ausrüster in North Somerset vorgenommen. «Die Siebträgermaschine, das zentrale Element im Bus, ist eine Slayer V3 2 Group, ein wahres Schmuckstück, welches das Herz eines jeden Baristas höherschlagen lässt», schwärmt Ospelt. Diese Kaffeemaschine ist auf einem Trolley installiert, der über eine Rampe aus dem Bus gerollt werden kann. «Somit ist nicht nur der Bus mobil, sondern auch die Kaffeemaschine», freut sich Eggenberger. «Denn wir wollen uns nicht auf die besiedelten Gebiete beschränken.» Damit die Kaffeemaschine auch überall mit Strom versorgt ist, kommt im Trolley ein mobiler Akku-Koffer zum Einsatz, der mit Akkuzellentechnik ausgestattet ist, an der die H-Tech AG in Schaan seit 2013 forschte.

«Es geht darum, ein Wirgefühl herzustellen»

Im Mai nun soll der Bus erstmals beim «slowUp» zum Einsatz kommen, eine Woche später vor dem Gasometer in Triesen. Später soll im Rahmen der 300-Jahr-Feier auch eine Tour durch alle Liechtensteiner Gemeinden stattfinden. «Beim Projekt ‹Z› geht es darum, ein Wirgefühl herzustellen», so Eggenberger. Derzeit ist der Ex-Banker dabei, Standplätze bei Firmenzu finden. «Wir wollen Plätze einnehmen, an denen wir die Leute aus den Büros rausbringen», erklärt Eggenberger. Das Granville Café kann auch für betriebliche und private Anlässe gebucht werden. Neben Kaffee bieten die beiden Gastgeber auch Gebäck an. Dazu hat das Granville-Café-Team die alte Backstube im Café Oehri in Ruggell reaktiviert, wo sie selbst Gebäck herstellen. Um seine Backkenntnisse zu erweitern, hat Eggenberger drei Wochen lang ein Intensiv-Backpraktikum beim Züricher Hipsterbäcker Seri absolviert. «Dort haben wir sieben Tage lang durchgebacken und kaum geschlafen», erzählt Eggenberger. Für seine Croissants habe Seri sogar ein Gault Millau-Label bekommen.

Der Kaffeebus ist nun fast fertig für den ersten Einsatz und schon feilen die Initianten an der nächsten Idee. Ein alter Pferdeanhänger, der als Kulturbühne vom Kaffeebus an die Austragungsorte gezogen wird. Diese Idee haben sie auch beim Ideenkanal eingereicht und sich einen Platz in den Top Ten gesichert. (mk)

Um das Projekt zu realisieren, läuft derzeit unter www.startnext.com/liechtensteins-kleinste-buehne das Crowdfunding-Projekt des Ideenkanals. Ihren ersten Auftritt mit dem Kaffee-Bus haben Kurt Ospelt und Roman Eggenberger am 5. Mai beim «slowUp» in Vaduz sowie am 10. Mai beim Gasometer in Triesen.

25. Apr 2019 / 09:37
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
lova
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
26.04.2019
Facebook
Top