• Liechtensteiner Landtag in Vaduz
    Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini im Landtag.  (Daniel Schwendener)

Drogenproblem: So reagiert Pedrazzini

Beim Drogenkonsum von Jugendlichen handelt es sich um ein gesellschaftliches Problem. Daher steht nicht nur das Schulamt, sondern auch Gesellschaftsminister Mauro Pedrazzini in der Pflicht. Sein Statement lässt jedoch einige Fragen unbeantwortet.

Wird in Sachen Prävention zu wenig unternommen?  Hat das Ministerium das Problem verschlafen? Sieht sich der Staat nicht in der Verantwortung? Im Zuge der Debatte um den Drogen- und Medikamentenmissbrauch von Liechtensteiner Jugendlichen hat das «Vaterland» einen umfangreichen Fragenkatalog an Gesellschaftsminister Perdrazzini geschickt. Anstatt auf die einzelnen Fragen einzugehen, traf als Antwort ein allgemeines Statement zur Drogenproblematik ein. 

So schreibt der Regierungsrat, man stehe «im ständigen Austausch mit anderen Amtsstellen» und beobachte «die Entwicklungen im Suchtbereich laufend». es werde immer wieder festgestellt, dass sich die Mehrheit der Jugendlichen in Liechtenstein gesund entwickle und keinen problematischen Umgang mit Suchtmitteln zeigt. 

Abhängigkeit bei «Einzelfällen»
Dennoch räumt Pedrazzini ein, dass sich in den vergangenen zwei bis drei Jahren «eine kleine Gruppe Jugendlicher» gebildet habe, die problematische Formen des Konsums aufweise. In «Einzelfällen» müsse sogar von einer Abhängigkeitserkrankung gesprochen werden. Bekannte Substanzen, die in diesen Fällen konsumiert wurden, seien starke Beruhigungsmittel und psychoaktive Drogen. 

Auf die Frage, welche Massnahmen geplant sind, antwortete Pedrazzini, dass die Situation «laufend beobachtet» und «Handlungsoptionen geprüft» würden. Seit Sommer 2019 sei intensiv daran gearbeitet worden, dass alle Fachpersonen, die mit dem Themenbereich «Jugendliche und Suchtmittel» konfrontiert sind, sensibilisiert und über die im Fokus stehenden Substanzen informiert seien – etwa Lehrpersonen, Schulsozialarbeiter, Ärzte, Apotheker, Mitarbeitende aus dem Sozialdienst und die Polizei.

Pedrazzini bleibt aber bei der Haltung, dass die Macht des Staats und der Eltern beschränkt sei: «Es gibt immer Mittel und Wege, an die Drogen zu kommen, wenn der Wille stark genug ist und die finanziellen Mittel beschafft werden können.» Daher helfe letztlich nur die Einsicht der Betroffenen, dass es um ihr Leben gehe. «Diese lässt im Prozess des Erwachsenwerdens oft lange auf sich warten. Manchmal leider zu lange.»

Psychiatrischer Dienst als Anlaufstelle 
Für Eltern, Angehörige und Betroffene seien Informationsblätter bei der Schulsozial­arbeit, dem ASD und unter «www.suchtprävention.li» bereitgestellt worden. Als Anlaufstelle für Betroffene und deren Eltern stehe in erster Linie der Kinder- und Jugenddienst sowie der Psychiatrisch-Psychologische Dienst des Amtes für Soziale Dienste zur Verfügung, so Pedrazzini. «Die Entwicklungen im Suchtbereich werden weiterhin beobachtet und es wird laufend überprüft, ob weitere Schritte nötig werden.» (qus/jka/vb)
 

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