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    Diszipliniert: Die Mehrheit der Liemobil-Fahrgäste hält sich vorbildlich an die Maskenpflicht.

Disziplinierte Maskenträger im Bus

Seit gestern gilt auch in Liechtenstein im öffentliche Verkehr Maskenpflicht. Nur wenige Fahrgäste halten sich nicht an die Verordnung.

Im Vergleich zur vergangenen Woche, als im öffentlichen Verkehr lediglich eine Maskenempfehlung bestand, trägt jetzt bereits die grosse Mehrheit der 
Liemobil-Fahrgäste eine Schutzmaske. «Trägt jemand keine Maske, darf er zwar den Bus betreten, wird aber durch die Fahrer oder Kontrolleure auf die Tragepflicht hingewiesen», sagt Alexandra Stocker, Sprecherin der Liemobil, auf Anfrage. «Die Kontrolleure können auch Fahrgäste vom Transport ausschliessen, wenn sie sich nicht an die Regeln halten», so Stocker. Das «Vaterland» machte sich ein Bild vor Ort und ging auf Busfahrt.

Buspersonal verkauft Masken im Bus
Im Bus von Schaan nach Buchs sitzen um 10 Uhr morgens gut zehn Fahrgäste. Alle haben ihre Schutzmaske bereits vor dem Einsteigen aufgesetzt, als wäre das schon immer so gewesen. In einer Durchsage begrüsst der Buschauffeur die Fahrgäste und erinnert sie daran, dass ab heute die Maskenpflicht gilt: «Bitte tragen Sie alle eine Schutzmaske. Die Masken schützen uns nicht nur, sondern machen zudem ein schlankes Gesicht und stehen Ihnen allen super gut!» Die Fahrgäste lachen und freuen sich über die netten Worte des Busfahrers. Wer keine Maske habe, könne auch bei ihm vorne eine kaufen, sagt der Busfahrer. Ein Paket mit zehn Einwegmasken kostet im Bus gerade einmal fünf Franken. Auch der Chauffeur trägt eine Maske. Auf die Frage, ob alle Busfahrer eine Maske trügen, antwortet er, dass er sie nur aus eigener Vorsicht trägt und für die Fahrer das Tragen einer solchen keine Pflicht ist. Auch die Sprecherin der Liemobil bestätigt, dass die Busfahrer lediglich zum Ticketverkauf eine Maske aufsetzen müssen, da dann der Sicherheitsabstand nur schwer einzuhalten ist.

Vereinzelt Passagiere ohne Maske unterwegs
Dieses ideale Szenario, dass alle Fahrgäste freiwillig Masken tragen und das Fahrpersonal allenfalls auf die Tragpflicht aufmerksam macht, gestaltet sich aber noch nicht in allen Bussen so. Bei der Rückfahrt nach Schaan sitzen von insgesamt etwa 15 Fahrgästen gleich drei Passagiere ohne Maske im Bus. Der Busfahrer reagiert darauf aber nicht und lässt sie trotzdem mitfahren. Die zwei Mädchen ohne Maske erschrecken bei der Anfrage ein bisschen und verteidigen sich: «Wir hatten leider noch keine Masken zu Hause und wussten gar nicht, dass die Masken jetzt Pflicht sind.» Sie versichern aber, dass sie welche kaufen werden, sobald sie können. Und prompt marschieren sie, beim Schaaner Busbahnhof angekommen, direkt ins Infocenter der Liemobil. Dort gibt es laut Alexandra Stocker sowohl Stoff- als auch Einwegmasken zu kaufen. Die dritte Passagierin, die ohne Maske unterwegs ist, trägt sie, wie sie sagt, aus Prinzip nicht: «Wenn die Leute sonst nicht auf die Hygienemassnahmen achten, bringt die Maske auch hier im Bus nichts. Ich lass mich nicht dazu zwingen», sagt sie. Vom Bus verwiesen wurde aber niemand. 

Einige Fahrgäste reagieren empört
Auch andere Fahrgäste, die zwar eine Maske tragen, sind nicht besonders begeistert von der Maskenpflicht. «Ich habe Platzangst und muss immer mal wieder die Maske hochheben, um Luft zu bekommen», sagt eine Passagierin im Bus Richtung Balzers. Dem Herrn hinter ihr missfällt das Maskenobligatorium ebenso: «Die Maskenpflicht im Bus ist für mich eine Pseudomassnahme. Wenn ich nicht auf den ÖV angewiesen wäre, würde ich nicht mehr mit dem Bus fahren. Aber man nimmt’s halt wie’s kommt», sagt er. «Weil vorher keine Masken vorhanden waren, konnte das Tragen nicht vorgeschrieben werden. Aber jetzt, wo es genügend Masken gibt, muss man sie auch wieder loswerden», scherzt ein anderer Fahrgast.

Mehrheit ist mit dem Obligatorium einverstanden 
Liemobil zeigt sich mit dem ersten Tag allgemein zufrieden. Grösstenteils hätten die Fahrgäste die Maskenpflicht eingehalten. Die meisten Passagiere waren mit Einwegmasken ausgestattet, Vereinzelte trugen Stoffmasken. Ein zur Maske umfunktionierter Schal zählt bei einer Kontrolle nicht, sagt Stocker. Die wenigen Passagiere ohne Maske erklären wie die zwei erwähnten Mädchen, dass sie entweder noch gar nichts von der Tragpflicht gewusst hätten oder eben zuerst noch Masken kaufen müssten. Vor allem die jungen Fahrgäste lassen sich von den Masken nicht stören und sind froh, dass das Tragen jetzt Pflicht ist. Aber auch die anderen Fahrgäste sind mehrheitlich mit dem Obligatorium einverstanden. «Wir gewöhnen uns beide erst noch daran. Aber wenn es Pflicht ist, trägt man jetzt eben die Maske», sagt eine ältere Dame,  Richtung Mauren unterwegs, und zeigt auf ihren etwas korpulenten Hund, der immer wieder versucht, seinen Maulkorb abzustreifen. Denn nicht nur für Menschen gilt im Liemobil-Bus jetzt Maskenpflicht. Seit Dezember 2019 besteht auch für Hunde im Bus Maulkorbpflicht. (ank)

06. Jul 2020 / 21:24
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