• Eintracht Frankfurt - Benfica Lissabon
    Die Rückmeldungen von Kennern der Frankfurter Fanszene stimmen die Verantwortlichen der Landespolizei positiv.  (UWE ANSPACH)

Die Zeichen stehen auf Fussballfest

Das Duell zwischen dem FC Vaduz und Eintracht Frankfurt gilt als Hochrisikospiel, für das sich Club und Polizei aber gut gerüstet wähnen.
Vaduz. 

Das donnerstägliche Gastspiel des Bundesliga-Siebten und ­Europa-League-Halbfinalisten der Saison 2018/19 Eintracht Frankfurt bedeutet nicht nur für die Vaduzer Fussballer Schwerstarbeit. Es hält auch jene auf Trab, die sich des Themas Sicherheit anzunehmen haben. «Die Partie ist punkto Sicherheit definitiv eine Herausforderung», erklärt FCV-Mediensprecher Pascal Foser. Vor allem die Kurzfristigkeit des Spiels – Gewissheit herrscht erst seit sechs Tagen – hat den Verantwortlichen eine nicht eben alltägliche Konstellation beschert: Die Zeit ist knapp, der Handlungsdruck entsprechend hoch. «Daher», so Foser, «haben wir nach Feststehen des Einzugs in die dritte Qualifikationsrunde auch alle Hebel in Bewegung gesetzt, um für Donnerstag bereit zu sein.» Bereits am Tag nach dem Sieg gegen Féhervár fand ein erster intensiver Austausch mit den hiesigen Sicherheitsbehörden und den Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt statt.

Eintracht stellt eigene Sicherheitsvertreter
Gerade die Informationen, die der FCV von Seiten des deutschen Kontrahenten erhält, sind für eine optimale Vorbereitung «sehr wertvoll», wie der Vaduzer Presseverantwortliche sagt. «Eintracht Frankfurt unterstützt uns seit vergangenem Freitag aktiv, und wir profi­tieren hierbei vom immensen Erfahrungsschatz des Clubs.» Doch nicht nur das: Der Bundesligist, von dessen Anhängerschaft in den zurückliegenden Jahren immer wieder mal kleinere Gruppen für negative Schlagzeilen sorgten, wird am Donnerstagabend auch mit eigenen Sicherheitsvertretern im Stadion anwesend sein. «Das», sagt Foser, «erleichtert uns die Arbeit nochmals.»
Ähnliches gilt selbstredend auch für die eigenen Erfahrungen, die man in der Vergangenheit sammeln konnte. Nicht unbedingt in der Challenge League, die seit geraumer Zeit das sportliche Zuhause des Vereins darstellt, dafür aber eine Etage höher. «Ein Spiel dieser Grössenordnung haben wir von Seiten des FC Vaduz noch nie ausgetragen», sagt Foser. «Während unserer Zeit in der Raiffeisen Super League konnten wir jedoch bereits Erfahrungen mit einem ausverkauften Stadion machen.» Aus diesen Spielen, fährt er fort, könne der Club für Donnerstag vieles adaptieren.
Viel mehr ist dem Medienverantwortlichen bezüglich des Sicherheitskonzepts nicht mehr zu entlocken. «Wir dürfen hierzu keine Auskunft erteilen», ­erklärt Foser. Verständlich, schliesslich müssen potenzielle Störenfriede nicht unnötig mit Informationen versorgt wer­den. Nur so viel noch: Insgesamt fühle sich der FC Vaduz für den grossen Abend gerüstet.

Verstärkung aus der Schweiz
Während die Sicherheit im Stadion in den Zuständigkeitsbereich des FC Vaduz fällt, liegt die Verantwortung ausserhalb  davon bei der Landespolizei. Obschon mit Einsätzen bei Fussballspielen bestens vertraut, ist der Auftritt der Eintracht auch für sie alles andere als ein gewöhnliches Ereignis. «Allein schon deshalb, weil unsere personellen Ressourcen nicht ausreichen, um diese Partie abzudecken», wie Mario ­Büchel, Chef der Sicherheits- und Verkehrspolizei, betont. Das Duell zwischen Vaduz und Frankfurt gilt – wie frühere Super-League-Besuche des FC Basel und des FC Zürich – als sogenanntes Hochrisikospiel. «Das bedeutet, dass wir in den Bereichen Ordnungsdienst und Prävention eine bestimmte Anzahl Beamter benötigen», so Büchel. Für letzteres verfüge die Landespolizei zwar über ausreichend Personal, der Ordnungsdienst, der insbesondere im Fall einer Eskalation auf den Plan tritt, müsse aber mit ex­ternen Kräften aufgestockt ­werden. «Deshalb erhalten wir Unterstützung vom Ostschweizer Polizeikonkordat.» Die Polizeikommandanten der Kan­tone St. Gallen, Thurgau und Graubünden sowie der Stadt St. Gallen haben entsprechenden Anträgen der Landespo­lizei bereits zugestimmt.

«Eine Eskalation erwarten wir nicht»
Wie viele Beamte im Rahmen des Spiels Dienst tun werden, möchte Büchel aus einsatztaktischen Gründen nicht preis­geben. Grössere Zwischenfälle erwartet er, nicht zuletzt aufgrund der Informationen, welche die Polizei von Kennern der Frankfurter Fanszene erhalten hat, aber ohnehin nicht: «Es wird laut sein, womöglich wird Pyro gezündet, aber wir gehen nicht von einer Eskalation aus. Natürlich auch, weil auf Vaduzer Seite ein entsprechender Gegenpart fehlt.» Gerüchte, nach welchen sich Hooligans aus St. Gallen am Donnerstag nach Vaduz begeben möchten, sind zwar auch ihm zu Ohren gekommen, haben sich im Zuge der Abklärungen aber als haltlos erwiesen. «Darauf gibt es keinerlei Hinweise.» (bo)

07. Aug 2019 / 07:00
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