• Durchfahrtsanlage, Vaduz
     (Tatjana Schnalzger)

Der Test durch das Autofenster

Ab Montag werden die Coronavirus-Probenentnahmen in einer Durchfahrtsanlage in der Marktplatzgarage in Vaduz vorgenommen.

Zu Höchstzeiten wurden in den vergangenen zwei Wochen bis zu 80 Corona-Tests pro Tag durchgeführt. Für den Spitalbetrieb war dieses Testvorgehen mit der Zunahme der zu testenden Personen eine enorme Herausforderung. Damit sich die Situation bei steigenden Fallzahlen, die zu Hospitali­sa­tionen führen können, nicht verschärft, hat die Regierung beschlossen, eine Schnelltestanlage in der Marktplatzgarage in Vaduz einzuführen. Dadurch kann sich das Spital wieder auf die Kernaufgabe im stationären Spitalbetrieb konzentrieren. Am Freitagmittag wurde den Medien vor Ort der Ablauf erklärt.

Einlass bei der Anlage nur mit Vorgabe des Codes


Das Wichtigste vorab: Weiterhin ist für einen Test auch eine telefonische Vorabklärung notwendig. Für diese Vorabklärung steht die ärztliche Beratung unter der Telefonnummer +423 235 45 32 rund um die Uhr zur Verfügung. Diese wird nicht mehr vom Landesspital betrieben, sondern von der Ärztekammer. Sie ist im Zweischichtbetrieb jeweils parallel mit vier niedergelassenen Ärzten des Landes besetzt. Diese machen die erste Vorabklärung bzw. eruieren, ob es sinnvoll ist, eine Person testen zu lassen. Wird eine Infektion vermutet, erhält die Person einen Code, der von der Security bei der Marktplatzgarage abgefragt wird. Personen, die ohne telefonische Vorabklärung bei der Testanlage erscheinen, werden nicht getestet. Die zu testende Person verlässt das Auto nicht. Der Abstrich erfolgt durch das Fenster im Auto. Für Personen, die nicht Auto fahren, besteht auch die Möglichkeit, die Anlage zu Fuss aufzusuchen.
Die Testanlage in der Marktplatzgarage wird über die normale Zufahrt via Giessenstrasse erreicht. Nach Einfahrt in die Tiefgarage geht es über die Rampe ins Erdgeschoss, wo Testpersonen allerdings links statt rechts abbiegen müssen. Getestet wird von 8 bis 18 Uhr durchgehend, 7 Tage die Woche. 

Nächster Schritt:  «Langsam herunterfahren»

Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini betonte erneut, dass es nach wie vor keinen Sinn ergebe, die gesamte Bevölkerung durchtesten zu lassen. Und dabei gehe es nicht um die Kosten in Höhe von 180 Franken pro Test. «Es macht keinen Sinn, Leute zu testen, die keine Symptome zeigen. Das wäre nicht nur Verschwendung von Material, sondern würde jenen, die negativ getestet werden, eine falsche Sicherheit geben», so Pedrazzini. Das Virus könne höchstens zwei Tage vor Auftreten der Symptome nachgewiesen werden. In einem früheren Stadium seien die Tests nicht zuverlässig, sodass sich die Menschen in einer falschen Sicherheit wiegen und trotz­dem andere anstecken könn­ten. 
Nach wie vor sei die Verlangsamung der Verbreitung des Virus das höchste Ziel. In einer nächsten Phase – Pedrazzini rechnet damit, dass dies in einigen Wochen der Fall ist – können die Massnahmen der Regierung dann schrittweise «heruntergefahren» werden. Der Gesundheitsminister kann sich vorstellen, dass dann allenfalls stichprobenartig sogenannte Antikörpertests in der Bevölkerung durchgeführt werden, um zu eruieren, ob ein Grossteil der Bevölkerung bereits immun gegen das Coronavirus ist. Ist dies der Fall, darf Liechtenstein ein erstes Mal wieder etwas durchatmen. (dv)

27. Mär 2020 / 23:55
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
Lova Center
Zu gewinnen einen Lova Einkaufsgutschein im Wert von 50 Franken.
10.03.2020
Facebook
Top