• Herberet Ospelt
    «Werbung ist wie Kerosin im Flugzeug - ohne kann man nicht abheben», sagte einst Herbert Ospelt.  (Fotograf unbekannt)

Der Mann mit Hut wird 90 Jahre alt

Herbert Ospelt feiert heute seinen 90. Geburtstag. Er, der mit Fleiss Originalität und vor allem Zielstrebigkeit mit der Ospelt-Gruppe ein Imperium aufbaute.
Fotostrecke: 90. Geburtstag Herbert Ospelt
90. Geburtstag Herber Ospelt
90. Geburtstag Herber Ospelt
90. Geburtstag Herber Ospelt
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Wirtschaftswunder 2016 in Vaduz
90. Geburtstag Herber Ospelt
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90. Geburtstag Herber Ospelt
90. Geburtstag Herber Ospelt

Es ist das Jahr 2006: Ein Mann mit Hut ist das neue Werbegesicht der Ospelt-Gruppe: Von zahlreichen Lkws strahlen einem stahlblaue Augen und ein verschmitztes Lächeln entgegen, ein schwarzer Hut thront auf seinem Haupt, darunter sind weisse Haare zu erspähen. Herbert Ospelt, der Gründer der Ospelt-Gruppe, weiss sich zu vermarkten. In Liechtenstein war er aber schon vor der Zeit als Werbegesicht seines Unternehmens bekannt: Er, der aus einem kleinen Familienbetrieb in Vaduz ein internationales Unternehmen aufbaute. Zeit seines Lebens waren es seine Originalität und auch seine Anekdoten, die ihn bekannt werden liessen – erfolgreich wurde er durch seinen Geschäftssinn sowie durch die Unterstützung seiner «Perle», seiner Ehegattin Blanca Ospelt.

Sportler und Familienmensch

Es ist das Jahr 1957. Herbert Ospelt übernimmt die Dorfmetzgerei seines Vaters in Vaduz. Kurz darauf erwirbt er eine weitere Liegenschaft in Vaduz, einen Imbissladen gleich beim Busparkplatz beim Rathaus. Am 8.April 1958 läuten in der Pfarrkirche in Vaduz die Hochzeitsglocken für Blanca und Herbert Ospelt.

Genauso zielstrebig, wie er sein Unternehmen zu internationaler Bekanntheit führte, war er auch im Bezug auf seine Lebensgefährtin. An einem Tanzabend im Restaurant Schäfli in Buchs lernten sich die beiden kennen. Gleich war ihm klar: Sie ist es. «Ich machte ihr schöne Augen und wir verliebten uns», erklärte der Unternehmer. Beide entdeckten bald ihr gemeinsames Interesse am Sport: Sie fuhren gerne Ski, gingen schwimmen und machten Leichtathletik. Was nicht viele Personen wissen: Herbert Ospelt war dreimaliger Landesmeister im 100-m-Lauf. Als Blanca im Sommer 1956 nach England reiste, um dort einen einjährigen Sprachaufenthalt zu absolvieren, gefiel dasHerbert gar nicht, und so versuchte er, die junge Schweizerin kurz nach ihrer Ankunft mit Briefen und Anrufen zur Rückkehr zu bewegen. Als er ihr sogar nach London nachreiste, um ihr zu zeigen, wie ernst er es meinte, willigte die junge Frau ein, wenigstens über Weihnachten nach Hause zu kommen. Das tat sie, und kehrte anschliessend nicht mehr nach England zurück. Noch im Hochzeitsjahr kam die erste Tochter Erika zur Welt. Es folgten 1960 Sohn Herbert, 1961 Sohn Alexander und 1966 Tochter Franziska.

Familie als Zufluchtsort

Parallel zur Familiengründung lief der Aufbau des Impe­ri­ums. Dem leidenschaftlichen Unternehmer genügten die zwei Filialen in Vaduz nicht. Er fing an, die Läden der Migros und von Coop in Buchs und in Grabs mit seinen Produkten zu beliefern. Das Wissen um den Fortschritt als Chance war ein Erfolgsrezept von Onkel Herbert, das er stets nutzte. Auch heute noch, Herbert Ospelt besitzt ein Smartphone und fährt Elektroauto. Wenige Jahre nach dem Erwerb der Metzgerei seines Vaters folgte die erste Wurstfabrikation im Neubau in Vaduz, dann der Schritt zur Errichtung einer grossen Fabrik samt Schlachthaus in Bendern. Dort steht heute das Herz der Ospelt-Gruppe, das rund 1800 Mitarbeiter beschäftigt. Neben der Liechtensteiner Produktionsstätte unterhält das Unternehmen weitere vier in der Schweiz und in Deutschland.

Die Familie war während der harten Jahre des Aufbaus stets ein Zufluchtsort für Herbert Ospelt, auch wenn er diesen eher selten in Anspruch nahm. Die Arbeitswoche fing am Montag an und endete am Samstag. Freizeit hatten Herbert, wie auch Frau Blanca lediglich am Sonntag. So war auch die Zeit, die sie mit ihren Kindern verbringen konnten, knapp bemessen. Trotzdem: Wann immer möglich traf sich die Ospelt-Familie am Mittagstisch. Auch die sonntäglichen Ausflüge waren Pflichtbestandteil.

Malbun Film Onkel Herbert Wurst

Das Metzgereihandwerk ist eine Familientradition.

«Nie mit Bestehendem zufriedengegeben»

Sohn Alexander war es auch, der im Jahre 1993 in die grossen Fussstapfen seines Vaters trat und die Geschäftsleitung der Ospelt-Gruppe übernahm. Die Suche nach neuen Ideen läuft im Kopf des nun 90 Jährigen aber dennoch immer weiter. Wie Alexander Ospelt in einem Artikel im «Vaterland» im Juni des vergangenen Jahres erklärte: «Herbert hatte schon immer Visionen. Er hat sich nie mit dem Bestehenden zufriedengegeben.» Und das wird er sich bestimmt auch nicht mit 90 Jahren. Wir gratulieren dem Jubilar recht herzlich und wünschen ihm für die Zukunft alles Gute und viel Gesundheit. (qus)

Herbert Ospelt Anstalt in Bendern

Sohn Alexander führt heute das Unternehmen.

 

 

22. Feb 2019 / 08:55
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