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    Die Ursachen für Darmkrebs sind vielfältig – das Alter spielt dabei eine entscheidende Rolle.  (LightFieldStudios)

Der Darm ist häufig befallen

Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in Liechtenstein – fast 90 Prozent der Betroffenen sind über 50 Jahre alt.

Wuchern Zellen im Körper zu einer Geschwulst, dann ist das Krebs. Und das kann jede Person und in der Folge auch jedes Organ treffen. Ein häufig befallenes ist der Darm. In Liechtenstein liegt der Darmkrebs an dritter Stelle aller Krebserkrankungen. Die Ursachen für diese Erkrankung sind vielfältig und nicht vollständig erforscht. ­Beispielsweise besteht ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs bei zu fettreicher und faserarmer Kost, auch kann die Veranlagung zu dieser Krebsart vererbt werden. Insbesondere spielt auch das Alter eine Rolle. Laut der Krebsliga Schweiz treten fast 90 Prozent der Krebserkrankungen nach dem 50. Lebensjahr auf. Durchschnittlich sieben Prozent aller in Liechtenstein erkrankten Männer sterben jährlich an Dick- und Enddarmkrebs, das geht aus dem Jahresbericht 2018 des Krebsregisters Ostschweiz hervor.

Bekämpfung baut auf drei Säulen auf
«Die Bekämpfung aller Krebsarten baut auf drei Säulen auf», sagt Peter Gstöhl, Leiter des Amts für Gesundheit. Das ­sind die Prävention, die Früherkennung und die Behandlung. Zum Schutz vor Darmkrebs hilft ein gesunder Lebensstil, also sich ausreichend zu bewegen, das Gewicht im Normalbereich zu halten oder wenig rotes und verarbeitetes Fleisch, dafür aber viel Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte zu essen. 
Die zweite Säule betrifft die Früherkennung. Sie stützt sich auf die Selbstbeobachtung und den Vorsorgeuntersuch. Bei der Selbstwahrnehmung sollte eine Person laut Gstöhl auf folgende Anzeichen achten: Blut im Stuhl, Stuhldrang ohne Stuhl absetzen zu können, ­Veränderungen der früheren Stuhlgewohnheiten, neu aufgetretene, anhaltende Bauchschmerzen sowie unklarer Gewichtsverlust. 

Selbstbeobachtung ist wichtig
Zum allgemeinen Vorsorgeuntersuch wird jeder Einwohner vom Amt für Gesundheit im Fünfjahresabstand eingeladen. Dabei werden Untersuchungen zur Früherkennung von Darmkrebs gemacht: ­Einerseits wird der Stuhlgang auf okkultes Blut ­geprüft (Blut-im-Stuhl-Test). Andererseits, dies aber nach ­einem längeren Zeitraum, eine Darmspiegelung gemacht. Letzteres ist der Untersuch des Dickdarms mithilfe eines ­Koloskops – eines beweglichen Schlauchs, an dessen Ende eine winzige Kamera befestigt ist. Werden während der Spiegelung Geschwülste oder verdächtige Schleimhautstellen entdeckt, können sie direkt entfernt werden. Dies geschieht durch eine kleine Schlinge oder Zange, die in das Koloskop geschoben werden. Das entfernte Gewebe wird anschliessend im Labor genauer untersucht. Sind Darmkrebserkrankungen bei nahen Verwandten bekannt, dann übernimmt die Krankenkasse die Koloskopie schon bei jüngeren Personen. In der Ostschweiz baut die Krebsliga Ostschweiz derzeit ein Darmkrebs-Screening auf. Die Idee ist, dass Frauen und Männer im Alter von 50 bis 69 Jahren regelmässig eine Einladung zum Vorsorgeuntersuch erhalten. Dabei soll der Blut-im-Stuhl-Test durchgeführt werden. Für diesen sollen die Krankenkassen aufkommen und er soll von der Franchise befreit sein. Wie das Darmkrebs-Screening konkret aussehen soll, kann noch nicht gesagt werden. Klar ist, dass Liechtenstein, wie erwähnt, ein ähnliches Vorgehen bereits umsetzt. Somit sei eine Beteiligung Liechtensteins am Projekt aktuell nicht vorgesehen, sagt Peter Gstöhl. 

232 Menschen erkranken jährlich an Krebs
Die dritte und letzte Säule kommt erst dann zum Tragen, wenn der Krebs bereits ­ausgebrochen ist. Dann werden, wie bei anderen Krebsarten auch, eine Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung durchgeführt. Laut dem Jahresbericht des Krebsregisters Ostschweiz ­erkranken hierzulande jedes Jahr 232 Menschen neu an Krebs – das entspricht bei einer gerundeten Einwohneranzahl von 38 000 rund 0,6 Prozent. Davon sind etwa gleich viele Männer wie Frauen betroffen. Die am häuftigsten auftretenden Krebsarten unterscheiden sich jedoch nach Geschlecht. Frauen erkranken mit Abstand am häufigsten an Brustkrebs, bei den Männern ist die Prostata am meisten befallen. (qus)

21. Jul 2019 / 21:33
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