«Das Herzblut ist erlebbar»

Heute ist der Tag der Menschen mit einer Behinderung. Ein Anlass, um mit HPZ-Geschäftsführer Christian Hausmann zu sprechen.

Herr Hausmann, seit bald einem Jahr sind Sie nun der neue Geschäftsführer des HPZ. Herr Hausmann, wie haben Sie sich eingelebt?
Christian Hausmann: Ist es tatsächlich schon ein Jahr? Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht – und das ist doch gut so,  denn dies ist ein Zeichen, dass es ein interessantes, abwechslungsreiches, spannendes und herausforderndes Jahr gewesen ist. Ich durfte in diesem Jahr sehr viel Neues lernen, erfahren, musste mich auch aus der eigenen Komfortzone herausschälen! Das ist genauso herausfordernd wie auch bereichernd und hat rückblickend sehr viel Zufriedenheit gebracht.

Sie waren der Leiter des Amtes für Volkswirtschaft – was hat Sie in den sozialen Bereich verschlagen?
Der Reiz, etwas Neues zu lernen, neue Erfahrungen zu machen und persönlich eine Weiterentwicklung zu erfahren, war wohl das ausschlaggeben-de Moment.

Worin würden Sie den grössten Unterschied beschreiben?
Sowohl im Amt als auch im HPZ hatte und habe ich das Glück, mit hochmotivierten, bestens ausgebildeten Perso­nen zusammenarbeiten zu dürfen. Im HPZ ist aber das Herzblut für die Aufgabe ausgeprägter spür- und erlebbar. 

Was waren Ihre ersten internen Eindrücke vom HPZ?
Der erste Eindruck war, dass ich in einem hoch professionell geführten und klar strukturierten Betrieb, in welchem Herzlichkeit und Verstand sich die Hand geben, den Vorsitz haben werde. Auf dieses Erreichte als auch auf das noch zu Erreichende dürfen wir alle stolz sein. 

Wie haben Sie sich einen Überblick über das gesamte Zentrum mit all seinen Werkstätten verschafft?
Es sind ja nicht nur die Werkstätten. Das HPZ ist eine grosse Institution in unserem Land und wir sind in jeder Gemeinde vertreten. Angefangen von den beiden Bereichen Schule und Therapie über unseren Bereich Werkstätten mit sechs Abteilungen an vier grossen Standorten bis hin zum Bereich Wohnen mit fünf Abteilungen an zwei grossen Standorten, sind mehr als 570 Personen unter HPZ vereint. Sich hier einen Überblick zu verschaffen, ist sehr anspruchsvoll und dieser Prozess ist nach wie vor nicht abgeschlossen – aber ich bin zuversichtlich, auch dies in absehbarer Zeit gemeistert zu haben! Dies auch bzw. vor allem dank der sehr freundschaftlichen und herzlichen Hilfe meiner Kolleginnen und meines Kollegen aus der Geschäftsleitung. Von Beginn weg hatten sie für mich ein Einarbeitungsprogramm zusammengestellt und sich immer viel Zeit für Fragen und Diskussionen genommen. Ihnen gebührt an dieser Stelle ein besonderer Dank. Diese Kollegialität und Herzlichkeit ist im ganzen HPZ sehr ausgeprägt und man spürt von der ersten Sekunde an, mit welchem Herzblut und Engagement sich alle für Menschen mit Behinderungen einsetzen. 

Was haben Sie dann als erstes grösseres Projekt in Angriff genommen?
Ich habe mich prioritär den jeweiligen Leistungsvereinbarungen mit Regierung und Ämtern angenommen, da diese für das HPZ zentral sind. Über einen engen Austausch mit diesen Systempartnern haben wir gemeinsam an deren Weiterentwicklung gearbeitet. Selbstverständlich stand die erfolgreiche Fort- führung des Gesamtsystems HPZ ebenfalls im Fokus meiner Tätigkeit. Das grösste Projekt, in welchem ich zurzeit involviert bin, ist sicherlich der Neubau des Wohnheims «Birkahus» in Mauren. Hier durften wir vergangenen Freitag nach rund einjähriger Bauzeit bereits das Richtfest feiern und werden dann anfangs 2020 mit den ersten Bewohnern dort einziehen. Darauf freue ich mich besonders.

Was liegt Ihrer Meinung noch brach, beziehungsweise was muss dringend noch getan werden im Sinne des HPZ?
Wünsche gibt es immer. Zurzeit haben wir diesbezüglich einen sehr guten und respektvollen Austausch mit unseren Systempartnern, angefangen bei den zuständigen Ministerien bis hin zu den verantwortlichen Ämtern. Man hat dem HPZ über Leistungsvereinbarungen eine grosse Verantwortung für hoheitliche Aufgaben des Staates delegiert und wir tun unser Bestes, diesem Vertrauensvorschuss nachzukommen. 

Ist die Sensibilisierung für Menschen mit einer Behinderung nach wie vor ein Thema?
Ja, das ist es. Darum ist auch der heutige Tag so wichtig, um auf die besonderen Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen hinzuweisen und weiter zu sensibilisieren. 

Was wird dahingehend unternommen?
Wir versuchen mit unseren Schülerinnen und Schülern, Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Betreuten einen möglichst engen Kontakt mit der Bevölkerung herzustellen. Dies erreichen wir bspw. in unseren Wohnheimen mit Wohngemeinschaften und den gemeinsamen Besuch von Veranstaltungen. Wir nehmen des Weiteren laufend an verschiedenen Wochenmärkten und Ausstellungen teil, liefern unser Brennholz direkt nach Hause und betreiben unsere beiden Läden an der Steckergass in Schaan und in der Agra in Mauren. Dieser Austausch ist uns und vor allem unseren Betreuten sehr wichtig. Sie sind immer sehr stolz auf die von ihnen hergestellten Produkte oder Arbeiten für externe Auftraggeber – vor allem, wenn sie immer wieder gekauft werden. Dies ist wohl für sie die nachhaltigste Bestätigung, ein ebenbürtiges Mitglied unserer Gesellschaft zu sein.  (bfs)

02. Dez 2019 / 22:51
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