• In der Jury tätig sind Cécile Bachmann (Head of Group Communications & Marketing VP Bank), Doris Büchel (Edition Onepage), Dieter Gunz (Publizist), Günther Meier (LPC-Vorstand) und Peter Rutz (LPC-Präsident). Als Jury-Präsident amtet Daniel Quaderer vom Verein Wort des Jahres.

«Casinoschwemme» ist das Wort des Jahres

Eine sechsköpfige Jury kürte aus 300 Vorschlägen das Wort «Casinoschwemme» zum Wort des Jahres 2019 in Liechtenstein. Dialektwort des Jahres ist «khör». Der Satz des Jahres lautet «Dem Kiesgrubencharme kann man mit Verschönerungen entgegenwirken» und 300 hat es zur Zahl des Jahres geschafft.

Seit 2002 werden wichtige Begriffe gesucht, die in Liechtenstein während des Jahres den öffentlichen Diskurs wesentlich geprägt und das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben sprachlich in besonderer Weise begleitet haben. 

Zum Wort des Jahres 2019 wurde «Casinoschwemme» erkoren. Die Jury begründet die Wahl damit, dass viele Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner mit mulmigem Gefühl beobachten würden, wie Casinos an allen Ecken und Enden des Landes eröffnen. «Die Politik reibt sich die Augen – unfähig, die Geister, die sie rief, wieder zu verbannen», heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Jury erinnert in ihrem Schreiben daran, wie Vize-Regierungschef Thomas Zwiefelhofer im Zuge der ersten Lesung des Geldspielgesetzes im Dezemberlandtag 2015 kritische Abgeordnete mit den Worten beschwichtigt hatte: «Wir wollen nicht zu Macau oder anderen Orten verkommen. Ich denke auch, unsere Vorschrift im Bereich des Baugesetzes, des Ortsbildschutzes, erlauben nicht, dass wir hier zugemüllt werden von Lichtreklamen und von Bling-Bling oder weiss nicht was, so wie wir das aus Bildern in Filmen eben kennen. Ich glaube, da hat man einfach auch Bilder im Kopf, die in Realität eben wahrscheinlich nicht sein werden.» 

Inzwischen zeige die Realität, dass der 2016 gefällte Entscheid, den Geldspielmarkt zu öffnen, dazu geführt hat, dass 2019 sechs Casinos bereits eröffnet oder noch im Bau waren. «Während es in Macau ein Casino auf 17´000 Einwohner gibt, liegt die Quote in Liechtenstein damit bei 1 zu 6500.»

«Dem Kiesgrubencharme kann man mit Verschönerungen entgegenwirken.»
Der Satz des Jahres steht im Zusammenhang mit dem Neubau des Landesspitalt. Im Juni 2019, als Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini das Wille-Areal als favorisierten Standort vorstellte, kommentierte er: «Dem Kiesgrubencharme kann man mit Verschönerungen entgegenwirken.» 

Zahl des Jahres: 300
Im Jahr des 300-Jahr-Jubiläums wird 300 – wenig überraschend – die Zahl des Jahres. «Die Feierlichkeiten waren gut besucht, ausländische Medien berichteten wohlwollend und die Vermarktung des Jubiläumsjahres spülte vielerorts Geld in die Kassen», schreibt die Jury in ihrer Begründung. Ein Wermutstropfen sei jedoch geblieben: Das Bedauern über die abgelehnte Hängebrücke zwischen Nendeln und Planken hätte bei vielen die Jubiläumsbegeisterung getrübt.

Dialektwort: khör
Mit «Do khör i hi» hat Rahel Oehri-Malin die Abstimmung zum offiziellen 300-Jahr-Liechtenstein-Song gewohnnen. Der Ohrwurm wurde daraufhin an den Feiern gespielt, stiess aber auch auf Kritik: Stein des Anstosses war die Textzeile: «Frick, Beck, Gassner, Sprenger, Seger – Büchel, Marxer, Kieber, Feger – Hasler, Biederma – haast ma im Liachtaschta.» Eine Leserbriefschreiberin empörte sich: «Mit dieser Strophe verneint das Lied die jahrzehntelange und erfolgreiche Einwanderungs- und Integrationsgeschichte Liechtensteins und ist eine Ohrfeige an alle irgendwann einmal migrierten, ihre Kinder und deren zukünftige Kinder. Es ist ein trauriges Leitbild, dass hier :iechtenstein Marketing für die nächsten 300 Jahre zeichnet.» (pd)

17. Dez 2019 / 08:07
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