• Ab 2020 wird in Liechtenstein auf den Einzahlungsscheinen für Bussen ein QR-Code aufgedruckt  (iStock)

Bussen werden in Liechtenstein weiter händisch aufgenommen

Im Kanton St. Gallen werden Bussen bald nicht auf einem Block erfasst, sondern mittels App.

Die Digitalisierung macht auch bei den Parkbussen nicht halt. Die Kantonspolizei St. Gallen beginnt noch diesen Monat in Wil mit einem Bussenzettel, den man per QR-Code direkt auf dem Smartphone begleichen kann. 

Nachdem der Polizist auf seiner Smartphone-App die Busse erfasst hat, wird sie durch abfotografieren des QR-Codes mit dem Bussenzettel verbunden.

Zur Erstellung des Bussenzettels erfassen die Polizisten in einer App auf dem Smartphone das Kontrollschild des Autos mit der Smartphonekamera. Danach wählen sie auf der App das Delikt aus, sowie den Standort, wo das Vergehen festgestellt wurde. Mit diesen Angaben erstellt das System die Busse für den Fahrzeughalter. 
Diese Busse wird mit einem QR-Code auf einem vorgedruckten Zettel verknüpft. Dazu kommt wieder die Smartphonekamera zum Einsatz. Sie fotografiert den QR-Code, womit die Busse mit dem Code verbunden wird. Der Bussenzettel mit QR-Code wird danach durch die Polizisten an den Gebüssten ausgehändigt oder unter den Scheibenwischer geklemmt. Der Gebüsste kann das Strafgeld, wenn er denn will, gleich am Smartphone mittels Kreditkarte oder Twint begleichen. Wird das nicht gemacht, so ist das kein Problem. Die Busse wird 30 Tage nach Erfassung und mit Einzahlungsschein  per Post zugestellt. 

Ein Polizist verteilt einen Bussenzettel mit QR-Code.

 

So sieht ein Bussenzettel künftig aus.

Wegen geringer Fallzahlen in Liechtenstein kein Thema
Bei der Landespolizei ist das Erfassen von Ordnungsbussen per App derzeit kein Thema. «Das Programm wurde uns vom Hersteller auch angeboten. Doch die Landespolizei hat sich aus Kostengründen dagegen entschieden», sagt Stabschef Uwe Langenbahn zum «Vaterland».  Dies weil sich die Beschaffung mit Blick auf die niedrigen Fallzahlen nicht rechnet und häufig Bussenzettel mit Bedenkfrist beansprucht werden. Die St. Galler Kantonspolizei oder andere Corps in der Schweiz hätten viel höhere Fallzahlen als die Landespolizei, weshalb sich die Anschaffung wohl eher lohne. Komme hinzu, dass beispielsweise Parkbussen hierzulande mehrheitlich von den Gemeinden, beispielsweise Gemeindepolizisten, ausgestellt würden. 

«Die Landespolizei stellt pro Tag zwei bis drei Parkbussen aus», sagt Langenbahn.  «Wir erfassen Ordnungsbussen nach wie vor auf einem Block. Wer möchte, kann die Busse gleich in Bar bei den Polizisten begleichen», so Langenbahn. Ein QR-Code wird bei Bussen im  Land dagegen auch bald zum Einsatz kommen. «Ab 2020 wird auf den Einzahlungsscheinen für Bussen ein QR-Code aufgedruckt», sagt Langenbahn. Diesen könne man dann abfotografieren und so die Rechnung begleichen. Das habe den Vorteil, dass die Überweisungen im E-Banking viel weniger fehleranfällig seien. 

Weniger Arbeit im Back-Office und Zeitgewinn
Das neue Bussenerfassungssystem wird nach der Testphase in Wil im ganzen Kanton St. Gallen eingeführt werden, wie die Kantonspolizei St. Gallen in einer Medienmitteilung bekannt gab. Man werde dank des neuen Systems Papier und Zeit sparen, da weniger Erfassungsschritte nötig sind. So müssen die Bussen beispielsweise nicht mehr vom Back-Office am Computer manuell erfasst werden. 

Neben dem Kanton St. Gallen werde die Technologie wohl auch in den Kantonen Zürich und Basel-Stadt  zum Einsatz kommen. Die Applikation wurde gemeinsam von den drei Polizeikorps  und der Firma Abraxas Epsilon entwickelt. (jeb)

20. Nov 2019 / 06:00
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