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    Die Angebote der BMS Liechtenstein nutzen auch gerne St. Galler, welche rund 40 Prozent der Schüler ausmachen.  (monkeybusinessimages)

St. Gallen bremst BMS Liechtenstein aus

Eine Massnahme St. Gallens erschwert es den Kantonsbürgern erheblich, in Zukunft die BMS Liechtenstein zu besuchen.
Vaduz. 

Die BMS Liechtenstein ist eine beständige Institution, welche Interessierten die Möglichkeit bietet, basierend auf ihrer Berufsausbildung die Matura nachzuholen. Diese Option nützen Liechtensteiner wie auch Schweizer. Weil der Kanton St. Gallen heuer das Fürstentum Liechtenstein den Mitgliedskantonen des Regionalen Schulabkommens RSA EDK-Ost gleichgestellt hat, streicht er für Schüler mit Interesse am Bildungsgang in Liechtenstein die Kostengutsprache. Das ist der Betrag, welcher der Kanton an das Land für die entsprechende Ausbildung eines stipendienberechtigten Schülers bezahlt. Es handelt sich um 16 100 Schweizer Franken. Mo­mentan sind rund 40 Prozent der BMS-Schüler aus St. Gallen.

Mögliche Reaktion auf Teilzeitsystem

Die Anmeldezahlen der BMS und das Angebot für die Schüler stehen in einer Wechselwirkung: Auf einen Einbruch der Anmeldungen für die Abendschule vor zwei Jahren reagierte die BMS zum Beispiel mit einer Änderung des Teilzeitsystems. Seit dem Schuljahr 2018/2019 haben daher Schüler die Möglichkeit, die zweijährige berufsbegleitende BMS tagsüber zu absolvieren. Just im Anschluss an jenes Schuljahr beschloss St. Gallen, die Kostengutsprache zu tilgen. Der Grund dieser Massnahme dürfte in einer empfundenen Konkurrenz und in der relativen Nähe zu Ausbildungszentren in St. Gallen liegen. Auf Anfrage betont Reinhard Sachs, Direktor der BMS Liechtenstein, jedoch, dass die Zusammenarbeit zwischen den Schulämtern in St. Gallen und Liechtenstein stets positiv gewesen sei.

Die Schule ist bis anhin nicht unter Druck

«Die BMS Liechtenstein hat rund 150 Schüler, 61 davon sind im Kanton St. Gallen wohnhaft», sagt Sachs. Wenn die Schweizer Schüler an der Schule ausblieben, könnte es folgerichtig dazu führen, dass Klassen und Personal gestrichen werden müssten. Das sei jedoch bisher nur ein Zukunftsszenario: «Für eine genauere Prognose bin ich von den Anmeldezahlen abhängig, die ich erst im kommenden Februar erhalte.» 

Generell könne die BMS mit weniger Schülern umgehen, denn das Schulamt handle stets entgegenkommend. Das heisst, dass Klassen auch ohne erfüllte Mindestschülerzahlen geführt werden könnten. Die Leidtragenden dabei sind jedoch die St. Galler, die gerne die BMS in Liechtenstein besuchen würden. Sie treffen die Entscheidung zu dieser Ausbildung bewusst und aus unterschiedlichen Gründen: Zum einen berechtigt der Abschluss den Zugang zur Universität Liechtenstein und jenen in Österreich, zum anderen werden gewisse Schulfächer vertiefter ange­boten. Ein weiterer Beweggrund liegt im Umstand, dass an der BMS Liechtenstein Französisch kein Pflichtfach ist.  Eine Möglichkeit für den Schüler bestünde im Bezahlen des Betrags von 16 100 Schweizer Franken aus eigener Tasche, doch davon rät Reinhard Sachs grundsätzlich ab: «Wir hatten schon Fälle, bei denen die Schüler das Geld selbst berappten, daraufhin aber die Schule nicht abschlossen. Die 16 100 Schweizer Franken waren für den Schüler daraufhin verloren». (dab)

07. Nov 2019 / 22:57
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