• Alles Wurst?
    Gestern Abend setzten sich Bas Kast, Moderatorin Heike Montiperle, Eliane Vogt, Christine Brombach, Carmen Eggenberger und Regierungsrat Mauro Pedrazzini (v. l.) im Schaaner SAL mit gesunder Ernährung auseinander.  (Roland Rick)

Auftakt zu gesundem Essen

Das erste Ernährungssymposium in Liechtenstein ist gestern Abend mit zwei anregenden Vorträgen gestartet.
Über 400 Neugierige folgten der Einladung in den Schaaner SAL zum Auftakt von «Alles Wurscht?», dem ersten Ernährungssymposium in Liechtenstein – damit waren sämtliche Stühle des kleinen Saals besetzt. Das Projekt wurde vom Amt für Gesundheit zusammen mit der Erwachsenenbildung Stein Egerta und Ernährungsberaterin Eliane Vogt initiiert. Der gestrige Abend diente als Vorschau auf die kommenden fünf Kochkurse, die den ersten Schritt hin zu einer gesünderen Ernährung anregen sollen. 
 
Fotostrecke: Kick-off-Veranstaltung „Alles Wurscht?“ in Schaan
Alles Wurst?
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In seiner Begrüssung betonte Regierungsrat Mauro Pedrazzini, dass sich das Ministerium für Gesellschaft intensiv mit Prävention beschäftige. Förderlich für die Gesundheit seien genügend Bewegung sowie ein Verzicht auf Alkohol und Nikotin. Während diese Faktoren relativ greifbar sind, stelle die Ernährung jedoch für viele ein Rätsel dar. «Wir müssen alle essen und eigentlich ist klar, worauf wir dabei achten müssen. Aber im Alltag ist das nicht immer ganz so einfach», deutete Pedrazzini die Herausforderungen hinter dem Thema an. Angesichts der widersprüchlichen Meinungen und den eher kurzfristigen Trends grenzen die verschiedenen Ernährungsphilosophien laut dem Gesundheitsminister beinah an «Religionen». Deshalb wünschte er sich, dass beim Symosium die Vernunft im Vordergrund steht.
 
Vorzugsweise natürliche Produkte und Eiweisse  
 
Bas Kast, Wissenschaftsjournalist und der erste Referent des Abends, erzählte von seinen persönlichen Erfahrungen. So berichtete er von einer Zeit, als er sich zum Abendessen regelmässig Chips auftischte. «Ich habe mir nicht viel dabei gedacht und mich für fit gehalten», erklärte er gestern Abend auf der Bühne – bis er dann einmal beim Joggen plötzlich eine «stählerne Hand» spürte, die sein Herz packte. Die entscheidenden Faktoren, um bewusst auf seine Ernährung zu achten, waren jedoch die Geburt seines Sohnes und dass ihm seine Schwester beim gemeinsamen Training davongelaufen ist.
 
Weiter lieferte der Holländer zahlreiche wissenschaftliche Studien, welche belegen, dass es durchaus eine Rolle spielt, welche Art von Kalorien man zu sich nimmt. Bei der «einfachen Methode», die er ankündigte, handelt es sich um seinen «Ernährungskompass», der zwischen gesunden und schädigenden Lebensmittel unterscheidet. Grundsätzlich seien natürliche Produkte zu empfehlen, an vorderster Stelle rangieren bei ihm zum Beispiel Joghurt, Nüsse oder Lachs. Wie mehr man davon esse, desto weniger nehme man zu. 
 
Chemisch verarbeitete Waren wie Chips und andere Industriewaren, die überwiegend Fett aufweisen, sind hingegen am unteren Ende der Kompassnadel anzutreffen. Weil sie eine Proteinverdünnung aufweisen, tragen sie eine Mitschuld am zunehmenden Übergewicht. Bei ihnen müsse man mehr Kalorien zu sich nehmen, um satt zu werden. «Ich habe nicht viele Verbote, aber Würste gehören mittlerweile definitiv dazu», meinte Kast im Hinblick auf den Namen des Symposiums. «Sie müssen mir nicht glauben. Aber das Schöne an diesem Thema ist, dass sie es an ihrem eigenen Körper ausprobieren können.»
 
Anlass ist Startschuss für fünf gesunde Kochkurse
 
Der zweite Vortrag von Christine Brombach, Ernährungswissenschaftlerin an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW), behandelte die Frage, ob essen gesund und zugleich genussvoll sein kann. Dabei lieferte die Expertin eindrückliche Zahlen. So esse jeder Mensch im Jahr durchschnittlich 1500 Kilogramm an Lebensmitteln und treffe im selben Zeitraum über 67 000 Entscheidungen, was er essen und trinken soll. Um die Komplexität eines breiten Angebots und andere Faktoren wie Zeitdruck oder das gesellschaftliche Umfeld zu bewältigen, werde das Urteil überwiegend intuitiv getroffen. 
 
In den kommenden Monaten haben Interessierte weiterhin die Möglichkeit, sich mit ihrer Ernährung auseinanderzusetzen. Wie Carmen Eggenberger vom Amt für Gesundheit ausführte, wird die Stein Egerta fünf Kurse zu diesem Thema anbieten. Die Teilnehmer sollen dabei jedoch nicht nur zuhören, sondern das Gelernte anschliessend mit einheimischen Köchen wie Martin Real und Christian Zickler in der SAL-Küche gleich praktisch umsetzen. (gk)
17. Sep 2019 / 15:52
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