• Aufgabenteilung für Hunde ist klar geregelt
    Das Hundegesetz wurde zuletzt 2010 abgeändert.  (Rohappy)

Aufgabenteilung für Hunde ist klar geregelt

Das Hundegesetz des Kantons St. Gallen wird revidiert. Hierzulande ist dies nicht nötig. Erst 2010 wurden Abänderungen vorgenommen. An der Rassenliste hält man fest.
Vaduz. 

Das Hundegesetz im Kanton St. Gallen ist über 30 Jahre alt. Aus diesem Grund hat dessen Regierung eine Revision verabschiedet, die den veränderten Gegebenheiten und Bedürfnissen nachkommen soll. Insbesondere soll das Gesetz die Aufgabenteilung zwischen Gemeinden und dem Kanton klar regeln. 

Hierzulande ist eine solche Abänderung nicht vorgesehen, wie Peter Malin, Amtsleiter des Amts für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen (ALKVW), sagt: «Das zuletzt im Jahr 2010 abgeänderte Hundegesetz hat sich bewährt.» Liechtensteins Hundegesetz stammt aus dem Jahr 1992. Im Januar 2007 wurde es revidiert. Unter anderem wurde damals die Bewilligungspflicht für potentiell gefährliche Hunde eingeführt und die Vollzugszuständigkeit dem ALKVW übertragen. 
Klare Aufteilung zwischen Amt und Gemeinden
«In den Aufgabenbereich des Amts für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen fällt die Bearbeitung von Meldungen – beispielsweise bei Bissverletzungen bei Mensch, Tier oder bei aggressivem Verhalten», so Malin. Ausserdem ist das ALKVW für die Anordnung notwendiger Korrekturmassnahmen und deren Überprüfung sowie gegebenenfalls für die Verhängung von Bussen zuständig. «Wir unterstützen aber auch die Gemeinden», sagt der Amtsleiter. Sie sind für die Registrierung der Hundehalter, die Hundekontrolle und entlaufene oder herrenlose Hunde zuständig. «Des Weiteren prüfen die Gemeinden das Vorliegen des Sachkundenachweises bei Ersthundehaltern und der obligatorischen Haftpflichtversicherung», erklärt Malin. Im Kanton St. Gallen soll letztere neu obligatorisch werden. Das totalrevidierte Hundegesetz tritt voraussichtlich Anfang 2020 in Kraft. 
Wie in St. Gallen, können die Gemeinden Liechtensteins Orte bestimmen, an denen die Leinenpflicht zusätzlich gilt. «Ausserdem können sie ein Betretungsverbot erlassen», sagt der Amtsleiter. Auch die Gemeindepolizei ist hierzulande involviert. Sie meldet Vorfälle an das ALKVW und leistet im Zusammenhang mit den behördlichen Anordnungen Amtshilfe. «Schliesslich hebt die Gemeinde auch die Hundesteuer ein», so Malin. Beträgt sie in Liechtenstein mindestens 20 und höchstens 100 Franken, müssen Hundehalter im Kanton St. Gallen neu mit 80 bis 200 Franken rechnen. Zuvor lag die Hundesteuer bei 60 bis 120 Franken. Wenn ein Liechtensteiner aber mehrere Hunde hält, ist auf den zweiten und jeden weiteren Hund die Steuer mit dem doppelten Satz zu entrichten. 
An der Rassenliste wird festgehalten
Des Weiteren hat die Regierung St. Gallens beschlossen, auch weiterhin auf eine Rassenliste zu verzichten. «Nach Ansicht des ALKVW besteht jedoch kein Grund zur Abschaffung der bestehenden Rassenliste in Liechtenstein», sagt Malin und betont, dass solche Listen auch in elf schweizerischen Kantonen beständen. «In drei Kantonen ist sogar die Haltung verschiedener Hunderassen verboten.» Laut Malin wird die Beibehaltung der Rassenliste zudem durch die vom Kanton St. Gallen aktuell publizierten Fälle von Bissverletzungen bei Mensch und Tier sowie übermässiger Aggression sogenannter Listenhunde bestätigt. «Die Anzahl der Fälle liegt um etwa das fünffache über dem Anteil dieser Hunde in der Gesamtpopulation», erklärt der Amtsleiter weiter. Auf der Rassenliste Liechtensteins stehen unter anderem Dobermänner, Rottweiler, American Staffordshire-Terrier und Bullterrier.
Für Kinder, Jugendliche und Nichthundehaltende ist die Aufklärung im Umgang mit Hunden wichtig. Das sieht der Kanton St. Gallen gleich wie Liechtenstein. Demnach soll im Nachbarkanton die Prävention zur Verhinderung von Zwischenfällen mit Hunden neu gesetzlich verankert werden. Auch das ALKVW sieht diesbezüglich eine Abänderung der Hundeverordnung vor, welche von Seiten der Regierung in der Sitzung vom 6. November beschlossen wurde: Für die Anerkennung von Ausbildungsbetrieben zum Erlass des Sachkundenachweises von Ersthundehalter wird der Verband «Ausbildungen Kynologie Schweiz» künftig zuständig sein. Liechtenstein kennt seit 2010 ein konkretes Präventionsinstrument in Form einer kurzen Schulung angehender Ersthundehalter», so Malin. (jka)

09. Nov 2018 / 08:00
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1 KOMMENTAR
Leinenpflicht
Ja, die Leinenpflicht gilt, nur interessiert das die meisten Hundehalter leider nicht, jedenfalls auf dem Vitaparcours in Schaan. Selten kann ich dort eine Runde ohne Zwischenfall absolvieren.

Letzte Woche stürmt wieder einmal ein Ungarischer Vorstehhund (notabene ein Jagdhund) auf mich zu. Ich bleib stehen und sag Stopp und bin aber leider die Einzige, die etwas sagt. Von den Hundehaltern kommt das obligatorische "Der tut nichts". Dann fängt der Herr noch an, mir zu erklären, wie ich mich richtig zu verhalten hätte. Also er verhält sich rechtswidrig und fängt an, mich zu belehren...

Auf Waldwegen generell gilt das Anleingebot, liebe Hundehalter (Art. 5 Abs. 1 Hundegesetz), auf dem Vitaparcours erst recht. Ich habe nicht den Eindruck, dass das allen klar ist. Es würde wohl auch helfen, wenn die Gemeinden ihre Bitte-Formulierungen in Pflicht-Formulierungen umwandeln würden.

Jedenfalls vielen Dank an die lobenswerten Ausnahmen, die Rücksicht auf andere nehmen und ihren Hund anleinen.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 09.11.2018 Antworten Melden

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