• LiPO GV Gamprin Josef Marxer
    An der LIPO-Vereinversammlung sprach sich Präsident Josef Marxer für eine Ausweitung des Prämienverbilligungssystems aus.  (Rudi Schachenhofer)

«Arbeit als Stimme des Patienten ist wichtiger denn je»

Josef Marxer, Präsident der liechtensteinischen Patientenorganisation (LIPO), spricht sich für die Ausweitung des Prämienverbilligungssystems aus.

Leistungsaufschub, Prämienwachstum, Zusatzversicherung, Globalbudgets – Themen zu denen die Liechtensteiner Patientenorganisation (LIPO) eine klare Meinung hat. Das wurde an der gestrigen Vereinsversammlung im Gasthaus Löwen in Gamprin- Bendern klar. Josef Marxer, Präsident der LIPO, betonte: «Die Arbeit als Stimme der Patienten ist wichtiger denn je.» Das Gesundheitswesen müsse für alle zugänglich und finanzierbar bleiben. So äusserte sich Marxer im Namen der LIPO zum Prämienwachstum, das zwar gestiegen sei, jedoch durch die Kostenverteilung hin zu Staat und Arbeitgeber sowie durch die höhere Franchise für die Einwohner entstanden sei. Die Patientenorganisation setzt sich für die Ausweitung des Prämienverbilligungssystems ein.  Vor allem solle dadurch der Mittelstand wie auch die Bevölkerungsschicht mit unterem Einkommen entlastet werden.  Die Regierung würde seit längerem versuchen, Schweizer Methoden zu übernehmen, um das Prämienwachstum einzudämmen. «Diskutiert werden derzeit der Leistungsaufschub, die Globalbudgets sowie das elektronische Patientendossier», führt Marxer aus. Dem Leistungsaufschub – den die Regierung nach Aufhebung durch den Staatsgerichtshof wieder gesetzlich verankern will –, wie auch den Globalbudgets steht die Patientenorganisation kritisch gegenüber. 
Bemängelt wird auch der fehlende Dialog im Gesundheitswesen. Das Problem habe sich durch die Schliessung der Kosten- und Qualitätskommission (KQK) im Jahr 2016, die den Austausch der verschiedenen Akteure förderte, verschärft. Das Fundament des Gesundheitswesens sei morsch geworden. 

«Impfungen sind fundamental»

Auch das schwindende Vertrauen gegenüber der Schulmedizin sieht der LIPO-Präsident kritisch und fügt an: «Impfungen und Herdenimmunität sind fundamental für unsere Gesundheit.» Daneben ging Marxer auch auf die Zusatzversicherungen ein. Dass hier künftig nicht mehr das Eintrittsjahr, sondern das Alter der Versicherten über die Prämienhöhe entscheiden soll, müsse genauer unter die Lupe genommen werden. «Somit würden die Prämien Betroffener just in ihrem Pensionsalter am höchsten, und damit steigt auch das Risiko,  die Zusatzversicherung wegen dieser zu verlieren. Genau dann, wenn der Bedarf am höchsten ist.»

Soll Spitalversorgung ins Ausland verlegt werden?

In der Spitalfrage, sprich ob das Landesspital mit hohen Mitteln erneuert oder die Versorgung ins Ausland verlegt werden soll, findet der LIPO-Präsident keine klare Haltung. Zu den Globalbudgets hingegen schon. Sie sind eine Kostenbremse für Spitäler, überschreiten sie ihr Jahresbudget, wird die Kostenbeteiligung der Kantone gestrichen. Diese Budgets würden zu einer Leistungsrationierung im Gesundheitswesen führen. Die LIPO als Patientenorganisation fordert einen stärkeren Fokus auf qualitätssteigernde Ansätze. So könnte viel bei der Auswahl der sinnvollsten Behandlungsmöglichkeit gespart werden. In der Schweiz werden laut «Swiss Medical Board» Knieoperationen durchgeführt, obwohl eine günstigere Physiotherapie bessere Resultate erzielen würde. Der Verein blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2018 mit einer Steigerung der Mitgliederzahl auf 182  und insgesamt 98 bearbeiteten Fällen zurück. (qus)
 

16. Mai 2019 / 08:16
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