• Vortrag Der Wolf kehrt zurück, Ruggell
    Christina Steiner und Christian Müller von «CHWOLF» setzen sich für den Wolf ein, der es seit der Rückkehr in die Schweiz nicht einfach hat. Die Menschen haben den Umgang mit dem Tier verlernt.  (Tatjana Schnalzger)

Herdenschutz aufbauen bevor der Wolf kommt

Der Wolf ist zurück. Auch Liechtenstein bereitet sich auf das Raubtier vor und arbeitet an einem Konzept. Doch dies alleine genügt nicht.
Ruggell. 

Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Wolf in Liechtenstein gesichtet wird. Der Umgang mit dem geschützten Raubtier wird eine grosse Herausforderung werden, wie die Situation in der Schweiz zeigt. Aufklärungsarbeit ist deshalb wichtig. Christina Steiner, Präsidentin des Vereins CHWOLF in der Schweiz, hielt gestern dazu einen Vortrag im Küefer-Martis-Huus in Ruggell. Das «Liechtensteiner Vaterland» traf sich vor dem Vortrag mit der Wolfexpertin und ihrem Kollegen Christian Müller zu einem Gespräch.

Jungwölfe wandern kilometerweit

Genügend Nahrung – hauptsächlich Reh- und Rotwild –, Wasser und Rückzugsmöglichkeiten für die Welpenaufzucht sind die Voraussetzungen für ein Wolfsrevier. Gut möglich also, dass sich  ein Wolfsrudel in Liechtenstein niederlässt. Sporadisch hinterlassen Wölfe bereits ihre Spuren im Land: Jungwölfe auf der Suche nach einem Partner, mit dem ein eigenes Rudel gegründet werden kann. «Vor allem die männlichen Jungwölfe können sehr weit wandern», sagt Christina Steiner. So wurde ein junger Wolf mit Sender verfolgt, der in neun Wochen über 1000 Kilometer gewandert ist. Deshalb leben in der Schweiz weitaus mehr männliche (69) als weibliche (19) Wölfe.

Massnahmen ohne grosse Bürokratie

Um auf ein Wolfrudel vorbereitet zu sein, arbeitet die liechtensteinische Regierung an einem Wolfkonzept, welches den Umgang mit dem Raubtier regeln soll. Es lehnt sich dabei stark an das Schweizer Konzept. Der Verein CHWOLF sieht das Schweizer Konzept allerdings kritisch. «Vor allem die Rudelregulierung ist sehr fraglich», sagt Christian Müller. Denn die Rudel würden sich selbst regulieren: Hauptsächlich durch die Abwanderung, aber auch auf Strassen und Schienen kommen die Raubtiere um. «Liechtenstein sollte ausserdem das Konzept und die Massnahmen schlank organisieren», rät Müller. In der Schweiz sei die Bürokratie in diesem Bereich viel zu gross. «Es kann bis zu zwei Jahre dauern, bis ein Landwirt einen guten Herdenschutz aufgebaut hat. Das ist viel zu lange!» (manu)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» von Donnerstag.

 

14. Sep 2016 / 22:54
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