• Einweihung: Foucault Pendel am Gymnasium
    Der Foucault pendel begeisterte auch Bildungsministerin Dominique Gantenbein (Mitte).

Drehung der Erde in ihrer Schlichtheit sichtbar

Im Treppenhaus des Gymnasiums hängt etwas, das einzigartig ist in der Region: ein foucaultsches Pendel. Die Einweihung war ein historischer Moment.
Vaduz. 

Da gibt es für mich Begreifliches und Unbegreifliches, solches, das die Seele mit Kraft erfüllt, und anderes, wo der Mensch demütig vor dem Mysterium schweigt. Gerade die tiefen Mysterien sind es, die den Geist beständig rege halten und sein Auge weit auftun.» Dieses Zitat stammt vom Maler Ferdinand Gehr, der 1972 mit dem Deckengemälde «Genesis um ein Sonnenzentrum» das Liechtensteinische Gymnasium bereichert hat. Er hätte sicher seinen wahre Freude daran gehabt, hätte er gewusst, dass sein Kunstwerk 45 Jahre später um eine weitere Attraktion reicher wird: ein foucaultsches Pendel. Ein Pendel, das die Erddrehung nachweist. Nach fünfjähriger Planungs- und Bauzeit konnte das Wunderwerk gestern eingeweiht werden – das Pendel schwingt.

Für Rektor Eugen Nägele und Physiklehrer Fritz Epple, den Vater der Idee, war es ein historischer Moment: Sie können nun vor Ort zeigen, was der französische Physiker Léon Foucault im Jahre 1851 im Pantheon in Paris mit einem Experiment eindrücklich unter Beweis gestellt hat: Die Erde dreht sich um die eigene Achse. Und zwar hierzulande mit einer Drehgeschwindigkeit von 11 Grad pro Stunde. Zugegeben, man muss etwas Geduld haben, bis man den Effekt sieht, doch das Warten lohnt sich.
Ermöglicht werden konnte das Projekt nur durch private Spenden – den «finanziellen Startschuss» gab die Hilti Familienstiftung vor 5 Jahren im Rahmen des 75-Jahre-Jubiläums des Gymnasiums. Die Idee eines foucaultschen Pendels war bald geboren, doch an der Umsetzung haperte es dann doch. Vor allem, weil sich Physik und Architektur nicht so leicht zusammenbringen liessen. Dass der Ideengeber Fritz Epple schliesslich nicht aufgegeben hat, ist Georg Schierscher zu verdanken, der einige Hindernisse aus dem Weg zu räumen vermochte. Denn ein Pendel ist nicht einfach ein Pendel. Es galt, den geringstmöglichen Reibungs- und Luftwiderstand zu gewährleisten. Ausserdem gewährleistet die Pendellänge von 16,86 Metern sowie eine 30 cm breite und 13 Zentimeter hohe Messinglinse, dass eine dauerhafte Schwingung garantiert ist.  «Getragen von der Einigkeit darüber, das wir mit dem Pendel die Drehung in grösstmöglicher Schlichtheit und Authentizität zeigen wollten, ist es schliesslich gelungen, die Hürden zu überwinden», freute sich Epple über die erfolgreiche Zusammenarbeit. (dv)

Mehr in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Samstag, 3.Juni 2017.

02. Jun 2017 / 21:35
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