•  (Sven Beham)

50 Prozent mehr Corona-Fälle als gedacht

Während der ersten Welle gab es in Liechtenstein über 100 Infizierte, wie Mediziner feststellen.

Bisher ist man davon ausgegangen, dass 82 Personen in Liechtenstein mit dem Covid-19-Virus infiziert waren. Dazu kommen wie eine Studie zeigt 13 weitere Erkrankte, die den Wohnsitz im Ausland haben (Pendler). Zusammen macht dies 95 Infizierte.

In einer Studie untersuchten nun verschiedene Institute 89 dieser 95 Patienten und deren Kontaktpersonen. Das Resultat: Aufgrund von nachgewiesenen Antikörpern muss es rund 50 Prozent mehr Erkrankte gegeben haben, als angenommen. Insgesamt konnten nämlich 137 Krankheitsfälle festgestellt werden. Die Neuerkrankten stammten aus dem näheren Umfeld der ursprünglich Erkrankten beziehungsweise der Indexpatienten. Die Patienten und Kontaktpersonen wurden 50 Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome zur Untersuchung eingeladen. 

Isolationsmassnahmen sind Zuhause wirksam

Die Studie führte – im Auftrag der Regierung – das Liechtensteinische Landesspital in Zusammenarbeit mit dem Amt für Gesundheit, der Privaten Universität, den Kliniken für Infektiologie und Spitalhygiene an den Kantonsspitälern Graubünden und St. Gallen sowie dem labormedizinischen Zentrum Dr. Risch durch.

Weil ein kleiner Teil der 89 Indexpatienten nicht in Liechtenstein wohnhaft ist, ist davon auszugehen, dass auch nicht alle der 137 Personen Landeseinwohner sind. Die getesteten Kontaktpersonen waren entweder Mitarbeiter oder lebten im selben Haushalt wie die Erkrankten. 

Die Studie zeigt dahingehend: Wird die Isolationsmassnahme daheim aufrecht erhalten, steigt die Chance deutlich, dass Mitbewohner nicht erkranken. In der heutigen Medienmitteilung der Regierung heisst es: «In 83 Prozent der mit Covid-19 angesteckten Haushaltskontakte wurden zu Hause keine Isolationsmassnahmen eingeführt. Bei den Haushaltskontakten, die sich nicht mit Covid-19 angesteckt haben, wurden in 76 Prozent der Fälle Isolationsmassnahmen durchgeführt». 

Die Studie hält weiterhin fest, dass nur 62 Prozent der Patienten eine Infektionsquelle, wie beispielsweise ein Skiaufenthalt im Tirol, nennen konnten. Deshalb weist die Regierung daraufhin, dass Tracking-Apps bezüglich Früherkennung eine wichtige Rolle einnehmen könnten. 

Vergleich mit dem Ausland: Jüngerer Altersdurchschnitt

Im Vergleich mit der Schweiz befindet sich Liechtenstein  in der oberen Hälfte bezüglich der Fallzahlen. Im Land haben sich aber auch gut 60 Prozent mehr Personen als in der Schweiz testen lassen. Es zeigte sich auch, dass in Liechtenstein der Altersdurchschnitt der Erkrankten mit 39 Jahren wesentlich tiefer als im westlichen Nachbarland mit 52 Jahren lag. Lediglich 12 Patienten waren älter als 65.

03. Jul 2020 / 21:50
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