• YOG 2020
    Die Medaille von Quentin Sanzo an den Olympischen Jugendspielen war eine für die Geschichtsbücher.  (Michael Zanghellini)

Was kommt nach der Medaille?

Der Bobsport in Liechtenstein erlebte am Montag einen historischen Tag. Doch wie geht es jetzt weiter?

Mit dem Gewinn der Bronzemedaille an den Olympischen Jugendspielen (YOG) schrieb Quentin Sanzo Geschichte. Nach drei Jahren hartem Training war am Montag endlich Zahltag.

Doch nach diesem historischen Erfolg stellt sich eine Frage: Wie geht es weiter mit dem Bobsport in Liechtenstein? Denn Sanzo und Co. werden in Zukunft nicht mehr bei den Junioren starten können. Und mit dem Schritt zu den Erwachsenen kommen einige Hürden auf die jungen Bobsportler zu.

Umstieg auf Zweierbob steht bevor
Gerade für Sanzo, der seinen Erfolg im Monobob feiern konnte, wird es einen grossen Wechsel geben – sofern er dem Bobsport auch weiterhin treu bleibt. Da es bei den Herren keine Monobob-Wettkämpfe mehr gibt, ist Sanzos Monobob-Karriere schon bald zu Ende.

Der Triesner und seine Liechtensteiner Monobob-Kollegen müs­sen auf den Zweierbob um­steigen. «Das ist ein grosser Umstieg und nicht so einfach, wie man vielleicht denkt», hält Srecko Kranz, Sportchef beim Bobverband Liechtenstein, fest.

Daher gibt man vonseiten des Bobverbands Liechtenstein den Athleten Zeit, um sich genau zu überlegen, ob sie diesen Schritt gehen wollen. Denn der Weg ist lang und steinig. «Wenn er dazu bereit ist, wird er im nächsten Jahr den ‹deutschen Lehrgang› im Zweierbob absolvieren. Dort wird er auf allen Bahnen in Europa einmal fahren und im darauffolgenden Sommer einen Leistungstest absolvieren», erklärt Kranz.

Ist der Lehrgang absolviert und bestanden, kommt bereits die nächste Hürde auf den Athleten zu. «Anschliessend müssen wir noch einen Bremser finden. Da sind wir bereits am Suchen und haben auch schon zwei, drei im Visier», so Kranz.

Bereits an diesem Punkt angekommen ist Martin Kranz, der seit diesem Winter im Zweierbob unterwegs ist. Deshalb ist Srecko Kranz überzeugt, dass bei den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking ein Liechtensteiner Zweierbob am Start stehen wird. Wer diesen lenken wird, steht aber noch in den Sternen. Vielleicht Martin Kranz, vielleicht aber auch Quentin Sanzo.

Peking für Zanghellini möglich – Cortina realistisch
Zwar keine Umstellung, aber einen genau so langen und harten Weg hat Simone Zanghellini, welche auch bei den Olympischen Jugendspielen am Start war, vor sich. Denn an den Olympischen Winterspielen 2022 in Peking wird zum ersten Mal bei den Damen auch Monobob olympisch sein. «Das hat man eingeführt, da die Bobpilotinnen bisher nur im Zweierbob antreten durften. Bei den Herren gibt es ja schon länger Wettkämpfe im Zweier- und Viererbob», erklärt Kranz. 

Dass jedoch bereits 2022 in Peking eine Liechtensteiner Monobobpilotin am Start stehen wird, sieht Srecko Kranz als unwahrscheinlich an. «Simone ist erst 17 Jahre alt und fährt noch nicht sehr lange Monobob. Viele andere Athletinnen sind einiges älter als sie und ­haben mehr Erfahrung. Und durch das junge Alter von Simone ist sie auch athletisch noch nicht auf dem Top­niveau.» 

Daher ist es realistischer, dass Liechtenstein vier Jahre später, an den Winterspielen in Cortina d’Ampezzo (It), mit einer Monobobpilotin vertreten sein wird. «In zwei Jahren ist es sicher schwer, die Qualifika­tionslimiten zu meistern. Wenn wir aber sechs Jahre Zeit haben, ist die Chance um einiges grösser», sagt Kranz und fügt an: «Allerdings muss sie auch diesen Weg gehen wollen. Denn wenn der Wille nicht da ist, nützt es nichts.»

«Medaille ist der Beweis, dass man es schaffen kann»
Mit dem Schritt zu den Erwachsenen hinterlassen Sanzo, Zanghellini und Co. aber auch eine grosse Lücke. Denn für die nächsten Olympischen Jugendspiele, welche 2024 in Pyeongchang stattfinden werden, sind bisher noch keine Liechtensteiner Bobsportler in Sicht. Diese will man beim Bobverband Liechtenstein aber in diesem Jahr rekrutieren. «Wir werden im Frühling eine Veranstaltung durchführen, bei der wir nach junge Talenten suchen. Dabei sprechen wir vor allem die Jahrgänge 2006 und 2007 an. Mit diesen wollen wir dann auf die YOG 2024 hinarbeiten», so Kranz.

Dabei erhofft sich der Bobverband Liechtenstein, dass der Medaillengewinn von Quentin Sanzo bei den Kindern und Jugendlichen etwas auslöst und sich mehr Liechtensteiner für diesen Sport begeistern können. «Die Medaille ist der Beweis dafür, dass man es schaffen kann. Allerdings ist der Wille entscheidend. Die jungen Sportler müssen hart arbeiten, um an diesen Punkt zu kommen», so Srecko Kranz. (rb)

22. Jan 2020 / 10:11
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