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Vaduz auf den Spuren des FC Aarau

Nach dem 1:2-Auswärtssieg des FC Vaduz gegen Aarau vom Wochenende wird das Thema «Barrage» immer realistischer. Die Vaduzer Aufholjagd ähnelt derer des FC Aarau vor einer Saison.
Der Vergleich des FC Vaduz zum FC Aarau von der aktuellen zur letztjährigen Saison
Der Vergleich des FC Vaduz zum FC Aarau von der aktuellen zur letztjährigen Saison

Die sportliche Bilanz des FC Vaduz der letzten Wochen liest sich wie ein Märchen, wenn man bedenkt, wie schlecht der Saisonstart war. In den letzten zehn Spielen ging die Frick-Elf nur ein einziges Mal als Ver­liererin vom Platz (im letzten Spiel vor der Winterpause gegen Kriens). Daneben gab’s zwei Unentschieden und bemerkenswert starke sieben Siege. In der Rückrunde hat der FC Vaduz alle drei bisherigen Partien mit 2:1 für sich entscheiden können, wobei die Gegner Wil, Aarau und Grasshoppers hiessen. Das Resultat: Die Vaduzer haben sich in der Tabelle sukzessive nach vorne gearbeitet und belegen nun den zweiten Tabellenrang, der zu den Barragespielen berechtigen würde.

Aarau machte es in der vergangenen Saison vor
Damit gibt es Parallelen zur letztjährigen Saison und zum FC Aarau. Der frühere «FC Unabsteigbar» startete damals zwar noch schlechter als die Vaduzer in die Saison, die Aufholjagd war dann aber sehr ähnlich. Aarau belegte in der letzten Saison von Runde 4 bis 13 den letzten Platz. Der langjährige Super-League-Verein durfte nach einer fulminanten Aufholjagd schliesslich die Barragespiele bestreiten. Ein Happy-End gab’s damals aber nicht. Aarau gewann das Hinspiel auswärts mit 0:4 und patzerte dann im Rückspiel zu Hause im Brügglifeld, das mit 4:5 nach Penaltyschiessen an Xamax Neuenburg ging. In Vaduz will man derzeit noch nicht von den Barragespielen reden. Trainer Mario Frick dazu: «Es ist eine sehr schöne Momentaufnah-me. Die Challenge League ist aber sehr ausgeglichen und die Meisterschaft dauert noch lange». Frick erklärt weiter: «Wir haben uns vor der Rückrunde gesagt, dass wir parat sein müssen, wenn GC schwächelt. Dass wir jetzt aber nach drei Spielen in der Rückrunde bereits an GC vorbei sind, kommt doch überraschend.» Frick sieht, verglichen mit dem FC Aarau, aber nicht nur Parallelen. «Klar, die Aufholjagd ist bei beiden Vereinen da. Es gibt aber auch Unterschiede. Aarau ist Aarau und wir sind wir. Der FC Aarau musste vergangene Saison liefern. Wir dürfen jetzt, müssen aber nicht.» Weiters gibt Frick zu bedenken, dass in den letzten drei Spielen viel für sein Team gelaufen sei. «Wir haben dreimal mit 2:1 gewonnen. Gegen Wil oder jetzt auch gegen Aarau hätte es auch auf die andere Seite kippen können.» Nichtdestotrotz freut man sich natürlich über die neun Punkte aus den letzten drei Spielen und auch über die Aufmerksamkeit der Medien aus der Schweiz, die plötzlich wieder da sei. «Bisher sind wir in der Tabelle immer ein Stück nach vorne geschlichen. Nun stehen wir auf Platz zwei und damit stehen wir in der Schweiz wieder mehr im Fokus.» So kamen zum Beispiel beim TV-Spiel gegen die Grasshoppers die Experten zum Schluss, dass ein FC Vaduz, der kurz vor der Winterpause auswärts Lausanne-Sports und nun ebenfalls auswärts auch GC souverän geschlagen hat, sicher zu den möglichen Barrageplatz-Kandidaten gehört. Und auch «Blick» berichtet wieder über den FC Vaduz. Man rüste sich für den Aufstieg, heisst es in einem Beitrag von gestern. FCV-Präsi­dent Patrick Burgmeier entgegnet in diesem Artikel aber: «Es bleiben noch 15 Spiele, die Barrage haben wir so nicht als Ziel angegeben. Wir geniessen den Moment, halten den Ball aber noch flach.»

Ein auf dem Papier schwächeres Trio folgt
Im Fussball ist es oft so: Wenn es läuft, läuft’s richtig. Zu sehen ist dies derzeit auch beim FC St. Gallen. Die Espen erzielten kurz vor Schluss den mehr als verdienten Siegtreffer gegen Basel und bezwangen kurz darauf in einem an sich knappen Spiel das ebenfalls formstarke Servette. In Vaduz läuft es derzeit ähnlich. Mario Frick sieht dafür sehr viele Faktoren: «Von ungefähr kommt so etwas nicht. Es muss viel zusammenpassen. Unser Sportchef hat starke Spieler zum Verein geholt, die Mannschaft ist ein Team und versteht sich auf und neben dem Platz bestens. Dazu haben wir einen Topvorstand. Wir müssen jetzt ruhig bleiben und ruhig weiterarbeiten.» Dies gilt auch für die nächsten drei Gegner, die mit Chiasso Stade-Lausanne und Winterthur auf dem Papier zu den schwächeren Teams gehören. Frick warnt dabei aber: «Auch Chiasso mit nur 13 Punkten kann uns weh tun. Es braucht von unserer Seite in jedem Spiel eine Topleistung. Wenn wir nicht 100 Prozent geben, machen wir uns das Leben selber schwer.» Gegen den nächsten Gegner Chiasso (Heimspiel am Sonntag um 15 Uhr) gibt es zudem eine Serie zu wahren. Seit 13 Duellen hat der FC Vaduz gegen die Tessiner nicht mehr verloren. (kop)

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