• Wüste Szenen ereigneten sich zwischen dem USV III und der AS Scintilla.
    Sowohl der USV III als auch die AS Scintilla sind provisorisch suspendiert.  (zvg)

OFV zu Eschen-Tumult: «Möchten wissen, was wirklich gelaufen ist»

Angesichts der laufenden Untersuchungen nach den Ausschreitungen im Sportpark sind sowohl der USV III als auch auch der AS Scintilla aus dem Wettspielbetrieb genommen.

Mit so einem Ereignis wollte Aufsteiger USV Eschen/Mauren III seine erste Hinrunde in der vierten Liga sicher nicht abschliessen. Am Dienstagabend hat die Wettspielkommission des Ostschweizer Fussballverbands (OFV) dessen Tumult mit der AS Scintilla behandelt. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Unterländer (82.) kam es vergangenen Freitag im Sportpark zu einer Schlägerei. Drei USV-Spieler wurden in das Krankenhaus eingeliefert, einer von ihnen hatte innere Blutungen. Da es sich um ein Offizialdelikt handelt, ermitteln auch die Liechtensteiner Behörden. Wenige Minuten nach dem Spielabbruch am vergangenen Freitag stand die Landespolizei auf dem Platz und verhörte die Beteiligten bis Mitternacht. 

«Beide Mannschaften werden per sofort aus dem Wettspielbetrieb genommen und weitere Untersuchungen laufen», vermeldet OFV-Präsident Stephan Häuselmann die provisorische Massnahme der Wettspielkommission. Wie lange diese Untersuchungen andauern werden, sei im Moment nicht absehbar. Der OFV möchte sich die Zeit nehmen, um die Vorgänge angemessen zu untersuchen. Dementsprechend wurden weitere Unterlagen und Befragungen angeordnet. Zudem sind beide Vereine zu einer Stellungnahme eingeladenworden : «Wir möchten wissen, wie der Vorfall effektiv abgelaufen ist, und ob das Verschulden nur bei einem oder etwa beiden Teams liegt.» Die anderen Mannschaften des USV sind von der Sperre nicht betroffen. Die Regtop-Elf kann den Meisterschaftsbetrieb in der ersten Liga also ungehindert fortsetzen. 

Für eine Rangelei braucht es immer noch zwei

Kurz vor dem Spielabbruch hat der Schiedsrichter zwei Thurgauern die rote Karte gezeigt (83.). So einseitig, wie die Rangelei in der Öffentlichkeit dargestellt wird, sieht der OFV den Vorfall nicht. So betont Häuselmann triftige Gründe, dass sowohl der USV III als auch die AS Scintilla gesperrt seien: «Aufgrund der vorliegenden Fakten haben wir entschieden, dass wir die Untersuchungen auch in die andere Richtung lenken müssen. Es gibt immer einen Auslöser und dieser wird auch untersucht.» Es gehe nicht nur darum, welchee Seite mit den Handgreiflichkeiten angefangen hat. Der OFV möchte in Erfahrung bringen, wer den Gewaltakt überhaupt erst provoziert hat.

Mittlerweile hat sich die AS Scintilla offiziell zu Wort gemeldet, weil die Berichterstattung in den Medien nicht ihrer Sichtweise entspricht. Denn weder der Auslöser des Streits noch der Spitalaufenthalt ihres Torhüters, welcher eine der roten Karten erhielt, sei darin ein Thema gewesen. «Die Darstellung des USV Eschen/Mauren als Opfer grundloser Gewalt ist schlichtweg falsch», meint der Verein. Dennoch gestehe man sich eine gewisse Schuld ein: «Wir sind uns absolut im Klaren, dass Gewalt auf dem Platz in keiner Weise etwas verloren hat. Für die dadurch entstandene Situation möchten wir uns entschuldigen.» 

Obwohl man beim OFV als «AS Scintilla» auftritt, wurde die Stellungnahme vom «KF Labinoti» veröffentlicht. Unter diesem Namen, der auch auf  den Trikots steht, ist der Verein in Amriswil gemeldet. Die Auflösung der Verwirrung: Man hat die Rolle eines anderen Vereins aus Arbon übernommen, der momentan keine eigene Mannschaft besitzt. Dessen Präsident Fiorentino Marrone ist laut «Tagblatt» nicht glücklich über die jüngsten Schlagzeilen. Insbesondere, weil man nächstes Jahr wieder ein eigenes Team aufstellen möchte.
Für Besim Veija, Trainer des AS Scintilla, ist klar, dass der USV die Rangelei angefangen hat. Er verweist auf die Szene nach dem 1:2-Anschlusstreffer (82.), als einige Unterländer den Ball so schnell wie möglich aus dem Gästetor fischten. Sie wollten den Spielbetrieb so schnell wie möglich wiederaufnehmen, damit dem USV noch der vermeintliche Ausgleich gelingt. «Zwei, drei Spieler von ihnen haben den Torhüter gestossen und dann ist das Ganze losgegangen», schildert er seine Wahrnehmung der Ereignisse. Weiter betont Veija, dass seine Mannschaft nicht aus dem Sportpark flüchten wollte, und sich gegenüber den ermittelnden Behörden kooperativ zeigte: «Wenn die Situation schlimmer gewesen wäre, hätten wir wohl kaum noch etwas im Klubhaus des USV gegessen und getrunken.» Für die einseitige Berichterstattung gegen seinen Verein mache er eine Ausländerfeindlichkeit verantwortlich. USV-Präsident Horst Zech teilte «Vaterlands» mit, dass der Verein den Medien keine Auskunft zum Vorfall gibt. 

Provisorische Sperre sei übliche Vorgehensweise

Sobald alle gewünschten Akten vorliegen, wird die Wettspielkommission der OFV einen Entscheid fällen. Welche Konsequenzen den USV III erwarten könnten, wird sich erst dann zeigen. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt, können wir bis zum Urteil keine weitere Auskunft geben», erklärt ihr Präsident Stefan Tanner. Bei der provisorischen Sperre handle es sich um einen üblichen Ablauf für solche Vorfälle. Bei den Ausschreitungen zwischen den Vaduzer B-Junioren und St. Othmar vor einem Jahr sei man genau gleich vorgegangen: «Spielen diese Mannschaften gegeneinander oder gegen andere, könnte das schlecht ausgehen. Wir möchten am Ende der Untersuchung nicht feststellen, dass wir früher hätten eingreifen müssen.» Auf diese Weise halte sich der OFV alle Optionen offen und setzte Ermittlungen fort, bis alle Informationen vorhanden sind. «Wir möchten keines der Teams vorverurteilen», so Tanner. 

Eine Eile für das Urteil ist nicht gegeben, da sich beide Mannschaften mit der abgebrochenen Partie ohnehin in die Winterpause verabschieden. Das nächste Pflichtspiel des USV III ist auf den 3. April 2020 angesetzt. Eine Sperre bis zu dieser Partie wäre zusätzlich bitter, da zum Saisonstart ein Derby gegen die zweite Mannschaft von Ruggell angesetzt ist. Veija zuckt angesichts der Sperre bloss mit den Schultern: «Die Hinrunde ist sowieso fertig. Es spielt keine grosse Rolle. Hauptsache, die Wahrheit kommt ans Licht.» Andreas Marxer, Trainer des USV III, bezeichnete die Situation auf Facebook als «unterste Schublade» und hält fest, dass der Rangelei keine Provokation seiner Elf vorangegangen sei. Den OFV-Beschluss kommentiert er auf Facebook wie folgt: «Wenn das so durchgeht, will ich mit diesem Sport nichts mehr zu tun haben.» Ähnlich geht es vielen regionalen Fussballfans in den sozialen Medien, denen dieser Vorfall derzeit die Freude am Ballsport verdirbt. (gk)

31. Okt 2019 / 05:00
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