• FCV-Präsident Patrick Burgmeier
    FCV-Präsident Patrick Burgmeier  (Eddy Risch)

FCV beantragt (noch) keine Kurzarbeit

Der Coronavirus bedroht einige Schweizer Fussballclubs in ihrer Existenz. Der FC Vaduz (FCV) kann vorerst noch von seinen Reserven zehren.

Die Auswirkungen des Coronavirus bringen für viele, vor allem kleinere Unternehmen, finanzielle Schwierigkeiten mit sich und treiben diese teilweise sogar an den Rand ihrer Existenz. Immer mehr von ihnen brauchen daher finanzielle Unterstützung vom Staat. Ähnlich sieht es auch in der Sportwelt aus. Gerade im Schweizer Fussball machen sich bei zahlreichen Vereinen Liquiditätsengpässe bemerkbar. Um aus dieser verzwickten Lage irgendwie herauszukommen, haben bereits einige Super-League-Vereine Kurzarbeitsentschädigung beantragt. Allerdings nicht für die Spieler, sondern für alle anderen Mitarbeiter – beispielsweise für jene in den Geschäftsstellen.

Erfolgreiche Europa League verschafft dem FCV Luft
Auch dem FC Vaduz geht es finanziell gesehen in Zeiten von Coronavirus nicht gerade blendend. Allerdings nagt man noch nicht gerade am Hungertuch, wie FCV-Präsident und Geschäftsführer Patrick Burgmeier versichert. «Es gibt viele Branchen und Betriebe, bei denen die aktuell schwierige Situation noch viel brenzliger ist. Aufgrund der erfolgreichen Europa-League-Kampagne haben wir aber zum Glück in Sachen Liquidität vorerst noch etwas Luft», erklärt Burgmeier, der sich aber jedenfalls des Ernstes der Lage bewusst ist. «Aber auch bei uns – im Sport- und Eventbereich – fallen die Einnahmen zusammen, wobei die Fixkosten weiter zu tragen sind. Wir sind aktuell daran, die verschiedenen sportlichen Szenarien wirtschaftlich zu bewerten.»
Da die EM um ein Jahr verschoben wurde, wäre eines dieser sportlichen Szenarien, dass die Meisterschaft sobald wie möglich zu Ende gespielt wird – eventuell jedoch ohne Zuschauer. Für den FC Vaduz wäre dieses Szenario, zumindest aus finanzieller Sicht, verkraftbar. «Wir könnten zwei bis drei Monate ohne Spieleinnahmen auskommen. Dafür haben wir entsprechend einige Reserven bzw. auch eine funktionierende Liquiditätsplanung, welche natürlich unter den neuen Voraussetzungen angepasst werden muss. Hier sind wir fortlaufend daran, die Weiterführung des Betriebs gewährleisten zu können», erklärt Patrick Burgmeier. Der Präsident und Geschäftsführer des FCV betont jedoch, dass man ohne die Unterstützung aus dem Umfeld diese Grund-lage nicht hätte. «Der FC Vaduz ist mittlerweile auch ein KMU und beschäftigt rund 45 Angestellte, für welche wir eine entsprechende Verantwortung tragen. Dabei sind wir auf die Unterstützung von zahlreichen Sponsoren und Partnern, Gönnern und unseren Fans angewiesen. An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des gesamten Vereins für die Solidarität und die Unterstützung aus unserem Umfeld während dieser ungewissen Zeit herzlich bedanken.»

Vorerst wird Überzeit auf der Geschäftsstelle abgebaut
Kurzarbeit war bisher beim FCV noch kein Thema. Auch nicht für die Mitarbeiter der Geschäftsstelle. Die Möglichkeit habe man aber geprüft, wie Burgmeier festhält. «Bisher hat der FC Vaduz noch keine Kurzarbeit für seine Mitarbeitenden angemeldet. Wir haben uns aber bereits beim Amt für Volkswirtschaft telefonisch erkundigt und prüfen aktuell diese Möglichkeit. Dies ist natürlich auch ein wenig abhängig von der Dauer des Unterbruchs des Trainings- und Spiel-
betriebs sowie der Schliessung der Freizeiteinrichtungen und Sportanlagen. Vorerst haben wir seit Anfang letzter Woche die Arbeit auf der Geschäftsstelle reduziert und bauen Überzeit ab.»
Je länger der Unterbruch des Trainings- und Spielbetriebs dauert, desto eher wird auch Kurzarbeitsentschädigung für die Spieler zum Thema. Bisher war das jedoch nicht möglich, da alle Spieler befristete Verträge haben und deshalb die Vorlagen für die Kurzarbeit nicht erfüllen. «Die SFL hat hier entsprechend in der Schweiz beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) einen Antrag gestellt. Wohl muss zuerst die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen werden. Bei einem positiven Entscheid in der Schweiz erhoffen wir uns natürlich dieselbige Unterstützung hier bei uns, da wir als Liechtensteiner Klub dort ausgeschlossen wären», sagte Burgmeier am Freitag.
Am selben Tag gab der Bundesrat dann bekannt, dass er ein Hilfspaket für den Profisport bereitstellt. Dies beinhaltet, dass ab sofort auch Kurzarbeitsentschädigung für Sportler mit befristeten Verträgen beantragt werden kann. Ob auch der FC Vaduz davon profitiert, ist derzeit noch nicht klar. «Wir haben von der SFL Bescheid erhalten, dass der Bundesrat Hilfsmassnahmen für Sportorganisationen beschlossen bzw. erläutert hat, vor allem zum Thema Kurzarbeit. Deshalb sind wir daran, Kurzarbeit auch für unseren Betrieb beim Amt für Volkswirtschaft anzumelden und um Unterstützung anzusuchen. Ob dies gleich gehandhabt wird wie in der Schweiz, wissen wir allerdings aktuell noch nicht», erklärte Burgmeier gestern. (rb)

23. Mär 2020 / 20:34
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