• Balzers Trainer Martin Brenner
    Balzers Trainer Martin Brenner  (Stefan Trefzer)

FC Balzers: «Es ist ein Mentalitätsproblem»

Nach der 8:0-Niederlage im Tessin erwartet Balzers-Trainer Martin Brenner heute um 20 Uhr im Nachtragsspiel gegen Wettswil-Bonstetten von seinen Spielern eine Reaktion.
Fussball. 

Eine 8:0-Klatsche, wie sie der FC Balzers vergangenen Sonntag gegen Paradiso erlebte, verdaut man trotz der langen Heimreise vom Tessin nicht so schnell. Das heutige Nachtragsspiel, zu dem man Wettswil-Bonstetten empfängt, könnte zwei Richtungen einschlagen: Entweder gerät die Klatsche durch einen Befreiungsschlag in Vergessenheit, oder die Rheinau-Kicker rutschen noch weiter in die Krise hinein. Die jüngste Niederlage war nämlich alles andere als ein Ausrut­scher. Auch Höngg (5:1), Winterthur (1:5) und die zweite Mannschaft von St. Gallen (5:0) schlugen Balzers in dieser Saison deutlich. Auch die Statistik spricht Bände. Bei einem Spiel weniger hat der FC Balzers in seiner Gruppe sowohl am wenigsten Tore geschossen als auch am meisten kassiert.

Brenner wünscht sich «italienische Leidenschaft»
Beim letzten Spiel seien mehrere Kleinigkeiten zusammengekommen, wie die vielen Absenzen oder das Spiel auf dem ungeliebten Kunstrasen. Doch der Trainer leugnet die «schlechte Phase» nicht, sucht auch keine Ausreden. Das Problem sieht er aktuell nicht in der Qualität der Spieler, sondern in ihrer Einstellung begraben. «Alle Spieler müssen ans Limit gehen, dann können wir die erste Liga halten. Zeigen sie nicht bei jedem Training und Spiel vollen Einsatz, haben wir aber keine Chance», meint Martin Brenner. Wie viele Gegner davor sei Paradiso deutlich mehr gelaufen, während Balzers jeden Zweikampf verloren habe. Brenner findet klare Worte: «Sobald wir glauben, dass unsere Qualität reicht, führt das zu Problemen.»

Jene «italienische Leidenschaft», die Paradiso vergangenes Wochenende präsentierte, wünscht sich Brenner auch bei Balzers. Über das «Mentalitätsproblem» habe man in der Kabine öfters geredet. Insofern hofft er, dass die Botschaft nun bei seinen Spielern angekommen sei. «Wir brauchen unbedingt Punkte. Dann kommt die Motivation von allein zurück», so der Trainer. Insofern erwartet er heute von seiner Elf eine klare Reaktion. Ein Sieg würde jene frische Luft in die Mannschaft bringen, die sie so dringend braucht.

Wettswil-Bonstetten hat zuletzt auch nicht geglänzt
Gegen den Befreiungsschlag spricht der auf dem Papier vermeintlich stärkere Gegner. Wettswil-Bonstetten könnte mit einem Sieg zu den Aufstiegsplätzen vorrücken. Allerdings lässt sich ein Silberstreifen am Horizont erkennen: Die Zürcher, welche in den ersten acht Spielen ungeschlagen blieben, sind momentan ebenfalls nicht in Form. Zuletzt mussten sie zwei Heimniederlagen gegen Tuggen (0:2) und Paradiso (0:1) hinnehmen.

Brenner zeigt sich angesichts des heutigen Nachtragsspiel sportlich: «Wir haben wie immer unseren Plan für morgen. Auf diesem Niveau kann jedoch alles passieren.» Als Beispiel nennt der FCB-Trainer die Partie zwischen dem USV und Tuggen am 14. September, die er sich im Eschner Sportpark angeschaut hat. Damals waren die Unterländer auf dem letzten Platz und erkämpften sich gegen den aktuellen wie damaligen Tabellenführer einen knappen 3:2-Sieg. Würde Balzers heute nun Wettswil-Bonstetten schlagen, könnten sie sich zwei Punkte von den alarmierenden Abstiegsplätzen entfernen. 

Polverino könnte auflaufen, Klaus fehlt wahrscheinlich
Ob Balzers heute die Kurve kriegt, wird neben dem Engagement auch vom vorhandenen Kader abhängen. Am Wochenende war die Ersatzbank im Tessin mit vier Wechselspielern respektive dem erforderlichen Minimum besetzt, sodass Ersatztorhüter Danilo Iozzo nach der Verletzung von Marin Stähli als Feldspieler aufgeboten wurde. Gegen Wettswil-Bonstetten werden neben dem Verteidiger auch Alexandar Zarkovic, Philippe Erne (beide verletzt) und Dorde Zarkovic (Militär) sicher fehlen. Martin Rechsteiner ist nach seiner Sperre für heute wieder spielberechtigt.

Voraussichtlich nicht im Aufgebot steht Stammtorhüter Oliver Klaus. «Er ist an der Hüfte angeschlagen und braucht deshalb eine Pause. Ausserdem wäre ihm die Teilnahme bei dieser Partie ohnehin schwergefallen, weil er heute eine berufliche Weiterbildung hat», erklärt Brenner. Bis zur nächsten Partie am Samstag sollte der Kapitän allerdings wieder fit sein. Somit dürfte Iozzo heute Abend gegen die Zürcher das Tor hüten, verrät der Trainer: «Ich gebe ihm diese Chance gern. Er trainierte die letzten Wochen gut und hat auf alle Fälle das Niveau.»

Zuversichtlich ist Martin Brenner bei Michele Polverino, der angeschlagen von der Nationalmannschaft zurückkehrte. Wahrscheinlich könne sein Co-Spielertrainer die Partie bestreiten: «Er hat das Abschlusstraining absolviert und alles war in Ordnung. Wir müssen aber heute noch einmal schauen, wie es ihm geht.» Von der Startelf, die der Trainer heute um 20 Uhr auf die heimische Rheinau schickt, will er vor allem eines sehen: Kampfgeist. (gk)
 

23. Okt 2019 / 10:36
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