• Liechtenstein Fussball Nati-Training
    Fabio Wolfinger, Marco Wolfinger, Martin Büchel, Maximillian Göppel und Michele Polverino (v. l.) hatten sich gestern warm angezogen für das Training auf dem Ruggeller Kunstrasen.  (Eddy Risch)

LFV: Ersatzbank in Finnland nicht voll besetzt

Zum Trainingsauftakt für die letzten beiden Spiele der EM-Qualifikation begrüsste LFV-Trainer Helgi Kolvidsson 21 Spieler auf dem Kunstrasen in Ruggell. Im Kader wären noch Platz für zwei weitere Fussballer.

Als Nationaltrainer Helgi Kolvidsson seine Spieler gestern zur Vorbereitung auf die letzten beiden Spiele der EM-Qualifikation empfing, bereitete sie das relativ winterliche Wetter auf der Freizeitanlage Widau in Ruggell schon einmal auf die bevorstehende Reise nach Finnland vor. «Gibt es hier auch Licht?», fragte der Isländer um 16.15 Uhr, gegen Trainingsende. Er musste sein Anliegen zweimal wiederholen, bis der Platzwart die neuen Scheinwerfer einschaltete. Der Kunstrasen wurde bewusst als Unterlage ausgewählt, um sich auf die Partie am Freitag vorzubereiten. «In Helsinki werden wir auf Kunstrasen antreten, was für ein schnelleres Spiel sorgt. Deshalb war beim ersten Training die oberste Priorität, uns daran zu gewöhnen», erklärt Kolvidsson.

Vier Spieler wurden gestern geschont

Bei der Abschlusspartie auf dem halben Feld traten neun gegen acht Spieler an. Der Isländer ist dabei kaum zu überhören gewesen, kommentierte die Aktionen seiner Schützlinge regelmässig. Vom Seitenrand drängte sich die Frage auf, warum Kolvidsson nicht zwei komplette Mannschaften auflaufen lässt. Denn eigentlich können sechs Fussballer mehr in den Kader berufen werden. Am Freitag werden in Finnland allerdings trotzdem 21 Männer zur Verfügung stehen. Hinzu kommen Dennis Salanovic, Michele Polverino und Martin Rechsteiner. Um sich zu erholen, absolvierten sie gestern nur Teile der Einheit. Torhüter Benjamin Büchel setzte komplett aus, weil er einen Tag vorher mit Vaduz gegen Aarau im Einsatz war (2:2-Remis).

«Am ersten Tag ist die Müdigkeit meistens noch am grössten. Da ist einfach Vor-sicht geboten», so Kolvidsson. Lieber nehme er die Spieler zum Trainingsstart heraus und gebe ihnen die Gelegenheit, sich zu regenerieren. Dafür seien sie dann am Wochenende frisch, wenn die Pflicht ruft. Aus dem Vollen kann der Isländer wahrlich nicht schöpfen. Bei Simon Kühne, Sandro Wieser und Daniel Kaufmann ist schon länger bekannt, dass sie ausfallen. FCV-Verteidiger Jens Hofer erhielt zwar ein Aufge­bot, muss aber kurzfristig aufgrund seiner Gehirnerschütterung passen. «Momentan sind wir nicht gerade vom Glück verfolgt», meint der LFV-Trainer.

Liechtenstein Fussball Nati-Training

Das Training endete mit einem Acht-gegen-Neun-Spiel auf dem halben Fussballplatz. Benjamin Büchel, Dennis Salanovic, Martin Rechsteiner und Michele Polverino setzten dabei aus.

Grünenfelder, Frick und Frommelt bei der U21 in Lauerstellung

Nichtsdestotrotz bleiben zwei Plätze auf der Ersatzbank in Finnland frei. Das habe einen triftigen Grund, führt Kolvidsson aus: «Nach dem Heimspiel gegen Bosnien-Herzegowina werden Spieler der U21 zu uns stossen.» Dass der Nachwuchs in die Bresche springt, sei wichtig für die Entwicklung der A-Nationalmannschaft. Bereits in den vorherigen Länderspielen sind einige Auswahlspieler berufen worden. Die Reise nach Finnland können diese nicht antreten, weil die U21 einen Tag vorher ein entscheidendes Spiel gegen Aserbaidschan hat. «Ich möchten nicht einen vollen Kader mitnehmen und dann jemanden ohne Einsatz nach Hause schicken. Das ist für den Trainer immer eine ganz blöde Situation.»

Da die Koller-Elf in dieser Runde nur ein Spiel hat, bieten sich manche Spieler für das letzte EM-Qualifikationsspiel gegen Bosnien-Herzegowina am Montag an. Als potenzielle Kandidaten nennt Kolvidsson von sich aus Noah Frick (FC Vaduz), Noah Frommelt und Rafael Grünenfelder (beide FC Balzers). Für den letzteren wäre es das allererste Aufgebot für die A-Nationalmannschaft. Frommelt stand schon letztes Mal gegen Italien im Kader, kam jedoch nicht zum Einsatz. Frick wurde im selben Spiel eingewechselt und war 34 Minuten auf dem Feld. Mindestens zwei U21-Spieler möchte der Isländer in den Kader des Heim­spiels nehmen. Allerdings könne sich die Situation aufgrund von Verletzungen und Sperren  jederzeit ändern, sodass mit-unter Quasi-Nachwuchskicker eine Chance erhalten. Mit Ridvan Kardesoglu (Chur 97) und Marco Wolfinger (FC Balzers) finden sich bereits zwei Spieler im Kader, die noch auf ihren ersten Pflichtspieleinsatz für die Kolvidsson-Elf warten. Dasselbe gilt für die Ersatztorhüter Lorenzo Lo Russo sowie Justin Ospelt.

Nach der Qualifikation kündigt sich ein Rücktritt an

Bevor die Liechtensteiner Nationalmannschaft gestern den Kunstrasen betrat, wurde ein Rückblick zu den vergangenen Länderspielen gegen Armenien (1:1-Remis) und Italien (0:5-Niederlage) gemacht. Kolvidsson erkennt Fortschritte bei seinen Jungs. Insbesondere beim Unentschieden habe man viele Sachen gut gelöst: «Mit mehr als 40 Prozent Ballbesitz war es im spielerischen Bereich klar eine Steigerung zu den Spielen davor.» Es sei auch seiner Meinung nach kein Zufall gewesen, dass man sich gegen den vierfachen Weltmeister vier bis fünf vielversprechende Chancen erarbeitet habe. Für den Abschluss der Qualifikation lautet die Vorgabe des Trainers deshalb, auf diesen Spielen aufzubauen und den nächsten Schritt nach vorne zu machen.

Angesichts der Verletzungsmisere seien in Finnland vor allem gelernte Innenverteidiger gefragt, meint Kolvidsson. Mit Maximillian Göppel und Andreas Malin hat der Isländer allerdings Optionen zur Verfügung. Polverino, der sowohl im Verein als auch der Nationalmannschaft einige Male diese Position übernommen hat, brauche er hingegen unbedingt für das Mittelfeld. Beim Dienstältesten (35 Jahre) kündigt sich durch das Ende der EM-Qualifikation ein Rücktritt an. Mit solchen Themen wollte sich sein Trainer gestern nicht beschäftigen. Stattdessen verabschiedete er sich mit einer Prise schwarzem Humor: «Jetzt müssen wir uns erst einmal auf die zwei bevorstehenden Spiele konzentrieren. Von meiner Seite aus muss jedoch niemand aufhören, so viele Leute haben wir nämlich nicht.» (gk)

12. Nov 2019 / 10:12
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