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Eine sehr unsichere Saison beginnt

Der Regionalfussball startet in die neue Saison. Ein Abbruch nach wenigen Spieltagen ist erneut möglich.
Fussball 1. Liga FC Balzers - USV Eschen-Mauren
Am Wochenende starten die Erstliga-Teams in eine neue ungewisse Saison. (Bild: Eddy Risch)

Am Wochenende steigen die Amateurfussballer des FC Balzers und des USV Eschen/Mauren wieder ins Meisterschaftsgeschehen ein. Eine Woche später beginnt der Kampf um Punkte auch für die tieferen Ligen wieder. Die Vorfreude ist riesengross – auch weil die ganze Rückrunde der letzten Saison wegen der Coronapandemie abgesagt werden musste. Nun steigen die Coronafälle aber wieder rasant an. Gestern vermeldete die Schweiz 274 neue Coronafälle und auch Liechtenstein meldete gestern wieder einen neuen Fall. Zuletzt hat das Coronavirus auch den Regionalfussball heimgesucht. Der FC Bad Ragaz vermeldete mehrere Coronainfizierte. Gestern hat es auch den FC Walenstadt erwischt – auch dort ist ein Spieler positiv getestet worden. Die Folge: Mögliche Quarantäne für die ganze Mannschaft. 

Ruggeller Spieler waren in Quarantäne
Der Corona-Ausbruch in Bad Ragaz hatte unmittelbar auch Folgen für den FC Ruggell. Die Unterländer trugen einen Tag vor dem Bekanntwerden der Infektionen ein Testspiel gegen Bad Ragaz aus. Ruggell-Präsident Andreas Kollmann dazu: «Aufgrund der Schutzmassnahmen haben wir uns beim Ostschweizer und beim Liechtensteiner Fussballverband gemeldet. Daraufhin gings für Staff und erste Mannschaft in Quarantäne». Speziell: Der OFV hat dies nicht verlangt. Der LFV dagegen hat es empfohlen. Die ganze Mannschaft musste sich zudem in der Marktplatzgarage in Vaduz testen lassen. Bei einigen Spielern wurde von Arbeitgeberseite noch ein zweiter Test verlangt. Glücklicherweise hatte sich kein Ruggeller Spieler infiziert. Seit gestern wird auf der Widau auch wieder trainiert und ausser viel Aufwand und noch mehr Respekt vor dem Virus hatte das unverschuldete Aufeinandertreffen mit dem FC Bad Ragaz keine Auswirkungen. 

Dass dem so ist, hat auch mit der strikten Einhaltung des Schutzkonzeptes und viel Disziplin zu tun. Andreas Kollmann erklärt: «Wir haben uns immer voll an das Konzept gehalten und werden es auch künftig tun. An einem Spiel wird der Kontakt zum Gegner vermieden, vor der Partie und auch danach. Manchmal wirkt das sehr arrogant, da man vor Corona gerne mit dem Gegner auch Freundschaften gepflegt hat und auch noch zusammengesessen ist». Im Falle des Testspiels gegen Bad Ragaz war dieses Verhalten nun unter Umständen verantwortlich, dass sich kein Ruggeller angesteckt hat. Kollmann erklärt weiter: «Vielleicht hat der Vorfall in Bad Ragaz nun auch andere Vereine wieder wachgerüttelt. Die Schutzmassnahmen müssen eingehalten werden. Wir haben gerade auch wieder alle Trainer informiert, dass sie sofort handeln müssen, wenn ein Spieler mit Symptomen zum Training kommt – von den Erwachsenen bis zu den Junioren. Diese Spieler müssen sofort nach Hause geschickt werden».  Kollmann ist überzeugt, dass eine Fussballsaison möglich ist, wenn alle Vereine die Schutzkonzepte einhalten. «Beim normalen Zweikampf auf dem Platz geht man heute davon aus, dass eine Infektion fast nicht möglich ist», so der Ruggeller Präsident. Doch was ist, wenn es nur wenige Vereine gibt, die sich so strikt an Regeln halten wie der FC Ruggell?

Auch ein Abbruch der Saison ist ein mögliches Szenario
Beim Ostschweizer Fussballverband ist man besorgt, wenn nicht sogar pessimistisch, was die neue Fussballsaison angeht. Gestern musste man sich mit dem neuen Fall beim FC Walenstadt auseinandersetzen. Dort entscheidet der Kantonsarzt heute wie es weitergeht, ob Tests nötig sind oder Quarantäne. OFV-Präsident Stephan Häuselmann verspricht: «Wir sind ein Dienstleister und machen alles, was möglich ist, damit die Saison über die Bühne gehen kann. Wenn sich die Fälle aber häufen, werden uns irgendwann die möglichen Nachholtermine ausgehen. Gerade auch bei Vereinen in Graubünden, wo der Winter schneller einziehen wird als anderswo». Häuselmann denkt aber auch schon weiter. Was ist, wenn immer mehr Vereine betroffen sind? «Wenn wir ein Szenario nehmen in fünf, sechs Wochen bei steigenden Fallzahlen und wir immer mehr Vereine haben, muss man sich auch Gedanken machen, ob die Meisterschaft nicht ganz aufgeschoben oder abgebrochen werden muss». 

Peter Jehle, Geschäftsführer beim LFV, sieht es auch als sehr realistisch an, dass weitere Fälle hinzukommen. Ein Junior, der verwandt ist mit einem Mitglied des FC Bad Ragaz und in einem Liechtensteiner Nachwuchsteam spielt, wurde aufgrund der Vorkommnisse ebenfalls isoliert und auch getestet. Auch er war, wie die gesamte Mannschaft des FC Ruggell, glücklicherweise negativ. Beim LFV beobachtet man die ganze Situation weiter sehr genau. 

Ruggeller Tests bezahlt der Fussballverband
Wenn ein Team in eine zehntägige Quarantäne muss, hat dies unter Umständen auch Folgen für die Arbeitsstelle der einzelnen Spieler. Sie fehlen dann bei der Arbeit, und dies wegen eines Hobbys. Im Fall von Ruggell arbeiten viele im Büro und konnten auch von zu Hause aus im Homeoffice agieren. Bei einer Häufung von solchen Fällen, spielt unter Umständen aber irgendwann ein Arbeitgeber nicht mehr mit oder der Spieler selbst verzichtet vorläufig aus Sicherheitsgründen aufs Fussballspielen. Kosten entstehen auch bei den Tests. Im Ruggeller Fall hat der LFV die Tests nach Absprache mit dem medizinischen Leiter Ecki Hermann empfohlen. Die erste Reihe der Tests beim FC Ruggell bezahlt darum auch der LFV.  (kop)

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