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Tränen und Jubel nach Spielschluss

Der FC Vaduz verliert das Barrage-Rückspiel mit 4:3 (1:1). Dank des 2:0-Heimsiegs im Hinspiel reicht’s aber verdient für den Aufstieg.
Schweiz Fussball Barrage-Rueckspiel FC Thun - FC Vaduz
Die Spieler feiern ihren Erfolgstrainer: Mario Frick und sein Team schafften in dieser Saison nebst dem Einzug in die dritte Europa-League-Qualifikation sensationell auch noch den Aufstieg.

Besser hätte der FC Vaduz mit dem 2:0-Polster aus dem Hinspiel gestern nicht ins Rückspiel starten können. Das Auswärtstor, das zwar nur normal zählte, fiel tatsächlich – und das schon nach 19 Minuten. Ausgerechnet der Thuner in den Reihen des FC Vaduz, Dominik Schwizer, war dabei für den Löwenanteil dieses Treffers zuständig. Erst tankte er sich auf der Seite unwiderstehlich durch und spielte zur Mitte zu Cicek. Der Topscorer der Vaduzer prüfte mit einem seiner harten Weitschüsse Thuns Keeper Faivre, der den Ball nicht festhalten konnte und nach vorne abprallen liess. Dort schaltete wieder Schwizer am schnellsten. Anstatt aus sehr spitzem Winkel sein Glück zu versuchen, spielte er den Ball in den Fünfer, wo Coulibaly aus kürzester Distanz nur noch den Kopf hinhalten musste. Damit führte der FC Vaduz mit dem Gesamtscore von 3:0 aus beiden Spielen. Und das machte den Thunern sichtlich Mühe. Wie schon im Hinspiel in Vaduz hatten sie zwar viel Ballbesitz, aber gefährlich wurden sie erneut nicht. Denn noch einmal durften die Vaduzer jubeln, doch dieser Jubel blieb ihnen im Halse stecken. Coulibaly erhöhte in der 26. Minute auf 0:2. Der Treffer zählte aber wegen einer Abseitsposition nicht. Darüber ärgerte sich Cicek dermassen, dass er Gelb gezeigt bekam.

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Hasler prüft zweimal Nati-Goalie Büchel
Erst nach mehr als einer halben Stunde wurde es zum ersten Mal brenzlig vor Benjamin Büchels Kasten. Eine Flanke von Breitenmoser wurde länger und länger und wäre in der oberen rechte Torecke eingeschlagen, hätte sich Büchel nicht ganz langgemacht und den Ball in extremis zur Ecke geleitet. Kurz vor der Pause wurden die Berner Oberländer dann doch noch gefährlich – wobei, eigentlich war es ein Liechtensteiner, der im Vaduzer Strafraum herumwirbelte. Nicolas Hasler prüfte in der 40. Minute seinen Torhüterkollegen aus der Nationalmannschaft. Büchel blieb mit einem tollen Reflex Sieger. Fünf Minuten später zog Hasler wieder ab – aus 13 Metern konnte Büchel erneut mit einem tollen Reflex reagieren. Davor fiel allerdings der Ausgleich. Bertone zirkelte einen Eckball Richtung zweiten Pfosten. Dort stand Stillhart, der den Ball über die Linie drücken wollte. Büchel hielt, liess den Ball aber wieder ins Tor los, womit er als Eigentorschütze aufgeführt wird. 

Frühes Thuner Tor zur erstmaligen Führung
In der zweiten Halbzeit begann dann das Zittern, denn Thun ging erstmals in Führung. Erst drei Minuten waren gespielt, als Bertone aus 20 Metern unhaltbar zum 2:1 abzog. Der Ball landete in der oberen rechten Torecke. Sollte es nun nochmals spannend werden? Sollte Thun tatsächlich diese starke Heimmacht sein und die Barrage noch drehen? Nein – denn dafür war Mohamed Coulibaly zuständig. Cicek verlängerte nur vier Minuten nach der Berner Führung auf ihn und mit seiner Schnelligkeit zog Coulibaly alleine auf Thun-Keeper Faivre los und blieb auch Sieger – 2:2. Jetzt wären die Thuner wieder dran gewesen, doch Munsy kommt bei einer Hasler-Flanke per Kopf wenige Zentimeter zu spät. Dafür ging der FC Vaduz wieder in Führung. Gasser und Coulibaly spielten die Thuner Abwehr bei einem Konter schwindlig. Schliesslich landete der Ball bei Cicek, der zum 3:2 einschoss. Jetzt glaubte niemand mehr wirklich an die Thuner, doch sie holten, wie schon im letzten Super-League-Spiel der Saison gegen den FC Zürich, wieder auf. Munsy glich in der 87. Minute für Thun wieder aus und Simone Rapp schoss in der vierten Minuten der Nachspielzeit gar noch den 4:3-Führungstreffer. Danach pfiff der Ref sofort ab. Die Aufholjagd reichte nicht mehr. Thun steigt nach zehn Jahren Präsenz in der Super League wieder ab und Vaduz zum dritten Mal auf. 

Tränen und Jubel nach Spielschluss
Während die Vaduzer nach dem Schlusspfiff feierten und jubelten, brach auf Thuner Seite eine Welt zusammen. Nicolas Hasler war verständlicherweise am Boden zerstört: «In mir ist im Moment alles leer. Wir haben so eine starke Rückrunde gespielt und jetzt steigen wir doch ab. Vergeigt haben wir es im Hinspiel in Vaduz. Dass wir hier gewinnen, war für uns klar», so der Liechtensteiner Nationalspieler, und weiter: «Wir werden uns jetzt zusammensetzen und analysieren müssen.» Auf der anderen Seite konnte FCV-Trainer Mario Frick das eben Erreichte noch gar nicht fassen. «Ich muss das erst noch richtig realisieren. Die wenigsten haben während der Saison ans uns geglaubt. Es ist eine Genugtuung fürs Team und auch für mich persönlich. Garantiert ist dies die schönste Niederlage in meiner Fussballkarriere.» 
FC-Vaduz-Präsident Patrick Burgmeier sprach nach der Partie von einem verdienten Aufstieg. «Natürlich war ich angespannt. Aber so, wie das Spiel lief und so, wie das Team spielte, gab mir das immer eine gewisse Sicherheit. Am Schluss mussten wir doch noch zittern. Dabei hätten wir noch einige Konterchancen gehabt, um den Sack viel früher zuzumachen.» Burgmeier hofft nun auch auf einen positiven Effekt bei der Suche nach einem neuen Hauptsponsor. 
Es soll weitere Interessenten geben, aber es sei trotzdem eine grosse Herausforderung, so Patrick Burgmeier. Mit der Medienpräsenz in den beiden Barragespielen, aber vor allem nun auch mit dem Aufstieg in die Super League wird’s vielleicht ein wenig einfacher. (kop)

Schweiz Fussball Barrage-Rueckspiel FC Thun - FC Vaduz
(Bild: © Eddy Risch)


Die Bewertung:
Die Stärksten: FC Vaduz. Starke Leistung: – Gute Leistung: –. Durchschnittliche Leistung: –. Schwache Leistung: -. Kurzeinsatz: –
FC Thun – FC Vaduz 4:3 (1:1)
Stockhorn Arena, Thun. 1000 Zuschauer (ausverkauft). Schiedsrichter Adrien Jaccottet assistiert von Vital Jobin, Remy Zgraggen und Esther Staubli. VAR: Sascha Kever assistiert von Marco Zürcher. FC Thun: Faivre; Joss (53. Tosetti), Havenaar (72. Sutter), Stillhart, Hefti; Breitenmoser (67. Rapp), Bertone, Karlen, Hasler; Munsy, Bandé (53. Ahmed) FC Vaduz: Büchel; Rahimi, Schmid, Simani; Dorn, Lüchinger, Wieser (70 Prokopic), Schwizer (78. Djokic); Cicek (78. Frick); Coulibaly (70. Milinceanu). Sutter (55. Gasser). Tore: 19. 0:1 Mohamed Coulibaly. 1:1 41. Eigentor Benjamin Büchel. 2:1 48. Leonardo Bertone. 2:2 51. 2:2 Mohamed Coulibaly. 69. 2:3 Tunahan Cicek. 87. 3:3 Ridge Munsy. 94. 4:3 Simone Rapp. Bemerkungen: Gelbe Karten gegen Dorn (25. Foul), Cicek (26. Unsportlichkeit), 27. Hefti (Foul), Schwizer (31. Unsportlichkeit), Lüchinger (64. Foul), Lüchinger (90. gelbrot, Foul). Vaduz ohne Gajic (verletzt) sowie Antoniazzi, Bajrami, Saglam, Göppel, Gomes, Chande (alle nicht im Aufgebot). Thun ohne Hediger, Bigler, Kablan, Castroman, Salanovic (alle verletzt) sowie (Ziswiler, Rodrigues, Roth, Vasic und Chihadeh (alle nicht im Aufgebot). 

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