• Eduard von Falz-Fein
    Eduard von Falz-Fein

«Ein Ereignis, das mich berührt hat»

IOC-Präsident Thomas Bach weilte zu einem Kurzbesuch in Liechtenstein. Anlässlich seines Aufenthaltes übergab er Baron Eduard von Falz-Fein für seine Verdienste im Sport die Pierre-de-Coubertin-Medaille.
Olympisches. 

Die Pierre-de-Coubertin-Medaille, auch Baron de Coubertin-Award genannt, ist die höchste Auszeichnung, die das Internationale Olympische Komitee (IOC) an Athleten verleiht, die sich durch besonders faires Verhalten ausgezeichnet haben. Diese Auszeichnung wird seit 1964 verliehen und ist nach dem Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit, Pierre de Coubertin, benannt. Der Liechtensteiner reiht sich somit unter Namen wie Emil Zatopek, Eugenio Monti, Raymond Gafner und Vanderlei de Lima ein.

Baron Eduard von Falz-Fein ist erst der 17. Sportler
Bislang waren erst 16 Sportler und Funktionäre weltweit mit jener Medaille ausgezeichnet worden. Baron Eduard von Falz-Fein war Mitbegründer des Olympischen Komitees in Liechtenstein, der Rad-Pionier hierzulande sowie Ehrenmitglied des Internationalen Rennrodel-Verbandes (FIL) und ist der erste Liechtensteiner, der diese ehrenvolle Auszeichnung erhält. Er könne diese Auszeichnung nicht genügend hoch einstufen. «Es ist eine besondere Ehre, dass ich erstmals vom Präsidenten des IOC ausgezeichnet werde. Alle vorherigen Auszeichnungen stammen von anderen Personen und Institutionen», reagierte Baron von Falz-Fein spontan. Verblüfft hat ihn der Besuch an der Schlossstrasse am vergangenen Freitag. «Der IOC-Präsident ist persönlich  in mein Schlafzimmer gekommen, da ich nicht mehr gehen kann. Und das war ein Ereignis, das mich berührt hat. Nicht jeder empfängt den ranghöchsten Sportpräsidenten, wenn er im Bett liegt», so von Falz-Fein, der mit Stolz festhielt, dass er der älteste Liechtensteiner ist, der eine solche Auszeichnung überhaupt erhalten hat. «Wie alt muss man werden...», schmunzelte Baron von Falz-Fein, der schon im Jahre 2002 vom damaligen IOC-Präsidenten Jacques Rogge zum 90. Geburtstag einen Olympische Award erhalten hatte. Im Jahr 2003 erhielt er das Goldene Lorbeerblatt der FL-Regierung. «Damit hat sich’s dann wohl», lächelte Baron Eduard von Falz-Fein.

«Ich wusste nicht, was ich sagen sollte»
«Ich hatte im Vorfeld nachgedacht: Weshalb kommt Thomas Bach bei mir vorbei? Ich hatte mit ihm nur wenige Begegnungen  und zudem hatte er sich bei mir nie gemeldet. Dass er mir diese Medaille bringt, war doch eine tolle Überraschung. Im Moment wusste ich nicht, was ich sagen sollte. Er ist keine Frau, die man einfach umarmen kann. Es war eine komplette Überraschung und vielleicht kann ich diese Medaille noch einmal auf meiner Brust tragen... man kann ja nie wissen, denn schliesslich bin ich erst 104-jährig», hat Eduard von Falz-Fein, der sich gerne immer noch selbst als «Quick» bezeichnet, den Humor keineswegs verloren.
Das internationale Geschehen im Bob- & Skeletonsport verfolgt er nach wie vor intensiv. «Liechtenstein hat an Ansehen gewonnen, da der Bau der Monobobs teilweise über Liechtenstein gelaufen ist.» 1936 in Garmisch und Berlin stand Eduard von Falz-Fein in unterschiedlichen Rollen bei Olympischen Spielen im Einsatz. «Ich war 16 Mal an Olympischen Spielen dabei – das soll mir einer nachmachen», verkündete von Falz-Fein stolz. Und jedes Mal nahm er eine andere Rolle ein. «Einmal war ich Präsident, dann Chef de Mission und einmal war ich selbst Bobfahrer,  hatte es versucht, schaffte jedoch nicht die Zulassung zum Wettbewerb», gestand der Baron.

Das sportliche Geschehen verfolgt Baron von Falz-Fein nach wie vor mit grossem Interesse und auch die Ski-WM der Alpinen in St. Moritz ist ihm keineswegs entgangen. «Und ob ich  diese Wettkämpfe verfolgt habe. Ich habe schliesslich nichts anderes zu tun, als die Wettbewerbe, vor allem jene von Tina Weirather ,zu verfolgen. Ich habe sie vom Bett aus angefeuert», bemerkte Eduard von Falz-Fein. Viele Kontakte unterhält die ehemalige Sportlegende nach wie vor ins Ausland. «Ich bin wegen der Revolution 1917 hier in Liechtenstein gelandet. Mein Name blieb in Russland bekannt, obwohl die Bolschewiten das Land geführt hatten und ich Liechtensteiner geworden bin. Es sind während all der Jahre immer wieder Russen hierher gekommen, die nachfragten, ob ich noch lebe. Ich habe in dieser Zeitspanne keinen Kontakt abgebrochen», erinnert sich Von Falz-Fein gerne an die zahllosen Besucher aus seiner früheren Heimat. «Mein Vater besass den grössten zoologischen Garten der Welt. Die Fläche war zweimal grösser als Liechtenstein. Ich war bei den Russen eine hohe Persönlichkeit», klärte Baron Eduard von Falz-Fein auf. (eh)

21. Feb 2017 / 10:40
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