• Damit sich die Schrankenschliesszeiten nicht negativ auf den Verkehrsfluss in Schaan auswirken, sollen mehrere Entlastungs- und Lösungsmöglichkeiten geprüft und realisiert werden.	Bild: Julian Konrad
    Damit sich die Schrankenschliesszeiten nicht negativ auf den Verkehrsfluss in Schaan auswirken, sollen mehrere Entlastungs- und Lösungsmöglichkeiten geprüft und realisiert werden. Bild: Julian Konrad  (Julian Konrad)

Verkehr: So soll Schaans Zentrum entlastet werden

Die Regierung hat im Rahmen des neuen Mobilitätskonzepts 10 Leitprojekte definiert, die kurz- bis mittelfristig umgesetzt werden sollen. Heute: Entlastung des Dorfzentrums Schaan.

Vor allem in Schaan wird die mögliche Realisierung einer S-Bahn mit grosser Skepsis gesehen. Denn den Schaanern ist klar: Wird dieses Schlüsselprojekt realisiert, werden sich die Schrankenschliesszeiten ausdehnen – und das wird wiederum Auswirkungen auf den Verkehrsfluss im Dorfkern haben. Dies ist auch der Regierung  bewusst, weshalb sie Entlastungs- und Lösungsmöglichkeiten prüfen und realisieren will. Dieses Projekt wird prioritär behandelt.

Verschiedene Absenkungen von Strassen werden geprüft
Auf die Frage, ob die Schranken in Schaan bei Realisierung einer S-Bahn tatsächlich öfter unten sein werden, antwortete Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch in einem Interview: «Nicht unbedingt öfter. Aber in Summe gesehen etwas länger.» Und auch, wenn Liechtenstein die Trassen dann hauptsächlich für den Personen- statt für den Güterverkehr nutze und auch hiervon profitieren könne, bedeute dieser Umstand gleichzeitig, dass Lösungen für Schaan erarbeitet werden müssten.
So ist im Mobilitätskonzept denn auch festgehalten, dass die Absenkung der Bahntrasse, die Absenkung der Strassen im Bereich der Strassen-Schienen-Querungen Im Bretscha und bei der Zollstrasse sowie die Realisierung einer Entlastungsstrasse als Weiterführung der Industriestrasse bis zur Zollstrasse zu prüfen sind.

Höhendifferenz muss überwunden werden
Bei der Variante Absenkung der Bahntrasse bzw. dem Ersatz der niveaugleichen Strasse-Schiene-Querungen durch die Unterquerung der Strassen mit der Bahn würde der öffentliche Verkehr (ÖV) und der motorisierte Individualverkehr (MIV) nicht mehr durch die Schrankenschliesszeiten negativ beeinflusst, ist Daniel Risch überzeugt. Allerdings würde der Ortskern von Schaan im Bereich der heutigen Bahntrasse durchtrennt und einzelne Querungen könnten nicht mehr angeboten werden. Hinzu kommt gemäss Mobilitätskonzept die Herausforderung der Überwindung der Höhendifferenz bzw. der Steigung von der tiefsten Stelle der Bahnunterführung bis zum höchsten Punkt auf der Rheindammkrone. Inwieweit ein solches Bauwerk zudem Einfluss auf das Grundwasser und den Durchfluss habe, müsse eben-falls vertieft abgeklärt werden.

Bei der Variante Absenkung der Strassen Im Bretscha und Zollstrasse würden der ÖV und der MIV ebenfalls nicht mehr durch die Schrankenschliesszeiten negativ beeinflusst. Aufgrund der notwendigen Tiefe zur Unterfahrung der Schiene ist es allerdings nötig, lange Strassenrampen zu erstellen. «Diese würden das Siedlungsgebiet im Ortskern von Schaan durchschneiden, was im Hinblick auf das Ortsbild und die Aufenthaltsqualität negativ zu werten ist», heisst es dazu im Mobilitätskonzept. «Zudem müssten viele der heute von der Landstrasse erschlossenen Gebäude neu rückwärtig erschlossen werden, was sich im dicht bebauten Zentrum von Schaan als schwierig zu realisieren erweisen dürfte.»

Auch Nordumfahrung wird geprüft
Eine weitere Variante zur Entlastung des Dorfzentrums stellt eine neue Entlastungsstrasse gemäss dem Verkehrsrichtplan der Gemeinde Schaan als Fortsetzung der Industriestrasse von der Bendererstrasse bis zur Zollstrasse dar. «Mit der Umsetzung dieses Strassenabschnitts könnte das Schaaner Zentrum wohl weiter merklich vom Durchgangsverkehr Nendeln-Buchs und Bendern-Buchs entlastet werden», heisst es im Mobilitätskonzept. Die angrenzenden Wohnquartiere würden dadurch ebenfalls vom Umweg- und Schleichverkehr befreit. Aufgrund der gemachten Erfahrungen bei der Realisierung des heutigen Industriezubringers nördlich von Schaan seien einige bei einer Verlängerung des Industriezubringers zu beachtende Themen und Herausforderungen bereits bekannt. In enger Abstimmung zwischen Land und Gemeinde soll das Projekt Nordumfahrung jedoch ebenfalls geprüft werden.

Zur Vereinfachung des internationalen Verkehrs bestehen überdies Ideen zur Realisierung einer Bahnschleife in Buchs. Diese ist im Richtplan des Kantons St. Gallen wie auch im Landesrichtplan Liechtenstein enthalten und wird zur weiteren Prüfung empfohlen. Im Mobilitätskonzept  wird diese Variante aber nur am Rande erwähnt, da es sich um ein sehr langfristiges Projekt handelt, das insbesondere auch von den Plänen der Schweiz, der SBB, des Kantons St. Gallen und der Stadt Buchs abhängig ist. «Zweifelsohne hätte eine solche Variante aber einen positiven Effekt auf die durch den Fernverkehr verursachten Schrankenschliesszeiten im Zentrum von Schaan.» (dv)

16. Apr 2020 / 13:15
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1 KOMMENTAR
Verhinderung Vorbrogmaniert
Wen man bedenkt das der Industriezubringer in Schaan 30 Jahre !!! von der LGU verhindert wurde ! Sind die heutigen Planer Alte Menschen bis zur Volendung !!!
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 16.04.2020 Antworten Melden

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