• White exclamation mark on wooden floor and concrete wall 3D Illustration Warning Concept
    Die Regierung setzt auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung und auf gesunden Menschenverstand.  (HT-Pix)

Trotz Lockerung ist noch Vorsicht geboten

Die Aufhebung des Veranstaltungsverbotes sorgt für grosses Aufatmen und Vereine dürfen ihrer gewohnten Tätigkeit wieder nachgehen.

Die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus werden ab dem 6. Juni weitgehend gelockert. Die Regierung informierte gestern darüber, in welchen Bereichen die Massnahmen gelockert werden. Dabei setzt sie auf die Eigenverantwortung der Bevölkerung und auf gesunden Menschenverstand. Für ein gros­ses Aufatmen sorgt bestimmt die Aufhebung des Veranstaltungsverbotes. Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe dürfen ab dem 6. Juni ihre Tore wieder öffnen. Jedoch müssen die Institutionen Schutzkonzepte erarbeiten. Die Hygiene- und Abstandsregeln müssen weiterhin eingehalten werden. Die Regierung betont aber auch, dass von einer Pflicht zur Erhebung der Kontaktdaten abgesehen wird. «Durch diese Lockerung kommt nun eine grosse Verantwortung auf die Veranstalter zu», betont Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch. Schutzkonzepte für einzelne  Institutionen oder Branchen gäbe es bereits einige aus der Schweiz, die man übernehmen oder an denen man sich orientieren könne, weist Regierungsrätin Katrin Eggenberger hin. Etwas aufatmen kann zudem die Gastronomie, denn die Personenbeschränkung an Tischen wird aufgehoben, nicht aber die Abstände zwischen den Personengruppen.  «Wir können davon ausgehen, dass alle auf das Coronavirus positiv getesteten Personen in Liechtenstein nun wieder genesen sind», berichtet Regierungsrat Mauro Pedrazzini. Seit über einem Monat habe es keine Ansteckung mehr gegeben. Folglich habe es seit den vorangegangenen Lockerungen kei­ne neuen Ansteckungen gegeben. Doch noch ist Vorsicht geboten.

In akuter Notlage  wird geholfen
Später werden auch Lockerungen bei den Grossveranstaltungen möglich sein, doch das wird wohl erst Ende August eintreffen. Der Regierung ist klar, dass einige Anlässe trotz Lockerungen unter Umständen nicht durchführbar sind. «Wir versuchen, in akuter Notlage zu helfen», informiert Katrin Eggenberger. Doch müssen sich die Betroffenen auch melden, damit sie wisse, wo die Hilfe benötigt wird. «Derzeit haben sich rund 50 Personen und Institutionen im Land an uns gewandt», berichtet sie weiter. Darunter würden sich auch einzelne Härtefälle befinden und sie versuche, so rasch wie möglich zu handeln. Die dringendsten Fälle hätten Vorrang und die Regierung kann nicht allen gleichzeitig helfen. Darum sei auch etwas Geduld gefragt. 

Keine Sperrstunde  für die Gastronomie
In Clubs und Nachtlokalen feiern wird ebenfalls ab dem 6. Juni wieder möglich sein. Die Betreiber müssen jedoch erst ein Schutzkonzept ausarbeiten. Die Besucherzahl in diesen Lokalen wird aber auf 100 Personen beschränkt. Nicht so in den Casinos: Für sie gelten dieselben Bestimmungen wie für die übrigen Freizeiteinrichtungen. Das bedeutet, sie brauchen ein entsprechendes Schutzkonzept und müssen sich an die Hygienevorschriften halten. Anders als in der Schweiz und in Österreich wird es in diesen Bereichen wie auch in der Gastronomie keine Sperrstunde geben. Und es gibt noch weitere gute Nachrichten für die Gastronomen: Die Beschränkung von maximal vier Personen am Tisch wird aufgehoben. Doch muss der Abstand zwischen den Personengruppen noch immer mindestens zwei Meter betragen. Falls dies nicht möglich ist, kann eine Trennwand die Personen trennen. «Eine gewisse Normalität kehrt zurück. Vieles ist wieder möglich. Die Geschäfte werden planbarer und Perspektiven tun sich wieder auf», meint Daniel Risch. 

Verhandlungen  weiterhin übertragbar
Bezüglich Besuchen im Gefängnis sind noch keine Lockerungen in Sicht. Denn wenn dort ein Fall von Covid-19 eintrete, sei dies verheerend, so Katrin Eggenberger. Schliesslich kön­ne man diese Patienten nicht einfach so ins Krankenhaus bringen, es müssten zusätzliche Schutzvorkehrungen getroffen werden. Ab Mitte Juni sollten Anhörungen und Verhandlungen vor Gericht vermehrt im gewohnten Rahmen durchgeführt werden, sofern alle Parteien damit einverstanden seien. Doch könne man diese auch weiter­hin mit technischen Hilfs­mit­teln digital durchführen, führt die Regierungsrätin weiter aus. Abstand, Schutzmasken, Des­infektionsmittel – all das wird wohl den Alltag weiterhin begleiten und dazugehören. Das könnte noch länger dauern. Gespannt verfolgt die Regie­rung die Entwicklung der sogenannten «Tracing»-App. «Die Apps vom Ausland müssen kom­munizieren können. Sonst bringen sie uns nichts. Schliesslich befinden sich viele Grenzgänger im Land», erwähnt Mauro Pedrazzini. Zudem müsse der Datenschutz gesichert sein, was eine Herausforderung darstellt. (ms)

30. Mai 2020 / 14:00
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1 KOMMENTAR
Weitere Lockerungen unausweichlich
Noch besser, generell Schluss machen mit Auflagen. Die Regierung hat m.E. gut gehandelt. Denn wäre Corona massiv stark, mit vielen Schwerstkranken und Toten ausgebrochen, wäre vermutlich mit Fingern auf die Damen und Herren gezeigt worden. Aussagen wie "Du bist Schuld am Tod meiner Eltern-Verwandten etc", wären dann vielleicht nicht ausgeblieben. Wir hatten etwa 0.2% Corona-Ansteckungen. Dies bei zusätzlich, täglich ca. 12'000 Pendler aus CH und A. Prozentual wurden bei uns die meisten Menschen auf der ganzen Welt getestet, laut Zeitungen. Warum soll jetzt IMMER NOCH eine Überwachungs-App eingeführt werden ??? Jetzt heisst es schnell handeln, denn sonst läuft den Befürwortern dieser App, täglich ja schon stündlich, nicht nur Corona sondern auch die Zeit weg. Diese App ist anscheinend in einigen Köpfen schon derartig verankert, dass sehr wahrscheinlich Plan B zur Einführung (sollte jetzt zuviel Gegenwind aufkommen) schon "ausbaldowert" ist. Lassen wir uns überraschen
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 31.05.2020 Antworten Melden

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