• Medienfo Ausbau S-Bahn
    Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch (links) und Marco Caminada vom Amt für Bau und Infrastruktur informierten.  (ikr)

S-Bahn: «Günstiger gibt es sie nie mehr»

Heute wird sich im Landtag ein erstes Stimmungsbild abzeichnen, im Juni wird es dann konkret: Der Finanzbeschluss ist finalisiert.

Heute wird sich der Landtag mit dem vor Kurzem von der Regierung präsentierten Mobilitätskonzept befassen und sich zu der eingeschlagenen Stossrichtung zur Erreichung der liechtensteinischen Mobilitätsziele äussern. Im Juni steht dann schliesslich eines der zehn Schlüsselprojekte im Fokus des Parlaments: Die S-Bahn. Die Regierung hat den Bericht und Antrag, welcher den Verpflichtungskredit beinhaltet, gestern verabschiedet und die Medien noch einmal vertieft über die S-Bahn Liechtenstein im Besonderen, aber auch erneut über das Mobilitätskonzept im Allgemeinen informiert. Denn: «Wesentlich ist, dass nicht ein einzelnes Leitprojekt oder eine einzelne Massnahme das Land in der Verkehrsfrage massgeb­lich weiterbringt, sondern die Umsetzung des Gesamtpakets mit verschiedenen kleineren und grösseren Projekten, die sich gegenseitig bedingen», betonte Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch erneut. Die S-Bahn sei nur eines der wichtigen Puzzleteile, damit das Gesamtbild am Ende stimme.

Drei konkrete Anträge an den Landtag
Gestern hat die Regierung nun also den Bericht und Antrag an den Landtag betreffend den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur zur Realisierung einer S-Bahn Liechtenstein verabschiedet, damit er im Juni behandelt werden kann. Dabei handelt es sich um einen konkreten Finanzbeschluss von 71,3 Millionen Franken, inklusive Mehrwertsteuer, bzw. den 66,5 Millionen Franken aus dem Verhandlungsergebnis mit Österreich. Für die Bahninfrastrukturausbauten sollen 28,3 Millionen Franken, für Haltestellenausbauten 24 Millionen Franken und für Strassenausbauten 19 Millionen Franken ausgegeben werden. Darüber hinaus legt die Regierung dem Landtag auch die ausgehandelte Vereinbarung über Realisierung, Erhalt, Betrieb und Erneuerung der internationalen Eisenbahnverbindung Feldkirch–Buchs SG auf dem ­Staatsgebiet des Fürstentums Liechtenstein im Rahmen des Projekts S-Bahn Liechtenstein zur Genehmigung vor. Und schliesslich soll die Regierung gemäss dem Bericht und Antrag beauftragt werden, im Zusammenhang mit der Realisierung der S-Bahn Liechtenstein eine vertiefte Variantenprüfung zur Entlastung des Dorfzentrums von Schaan in enger Abstimmung mit der Gemeinde durchzuführen und voranzutreiben. Risch betonte, dass sich dieser Antrag bereits im Bericht und Antrag zum Mobilitätskonzept befindet, der heute im Landtag behandelt wird. «Da es diesbezüglich aber heute noch keinen Beschluss des Landtags gibt und der Antrag direkt mit der S-Bahn zusammenhängt, wurde dieser auch im Bericht und Antrag zur Finanzierung der S-Bahn mitaufgenommen», erklärte er.

Wertschöpfung soll im Land bleiben
«Liechtenstein übernimmt im Rahmen des Projektes nicht nur einen Teil der Kosten, sondern auch die Umsetzungsverantwortung für sämtliche Baumassnahmen, die im Zusammenhang mit den Haltestellen und den strassenseitigen Erschliessungen stehen», erklärte zudem Marco Caminada vom Amt für Bau und Infrastruktur. Dies bedeutet: Die dafür erforderlichen Arbeiten oder Lieferungen werden von Liechtenstein ausgeschrieben und, wenn möglich, an liechtensteinische Unternehmungen vergeben. «Garantie gibt es natürlich keine, dass alle Aufträge hier vergeben werden können. Aber dank der Umsetzungsverantwortung wird eine Voraussetzung geschaffen, dass ein wesentlicher Teil der Wertschöpfung in Liechtenstein bleibt», so Caminada. 

Dieser Fakt ist für Wirtschaftsminister Daniel Risch in Zeiten wie diesen besonders wichtig. Denn die Corona-Krise hat die Wirtschaft geschwächt und wird wiederum den Staatshaushalt belasten. Dennoch könne und müsse man sich die S-Bahn, wie auch andere wichtige Infrastrukturprojekte, nach wie vor leisten, ist Risch überzeugt. Nicht nur, weil die Aufträge wiederum die Wirtschaft ankurbeln, sondern auch, weil ein Blick auf die Reserven des Landes dies nach wie vor zu­lasse. «Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir in die Zukunft blicken. Wir werden keine grossen Projekte verschieben, sondern bewusst investieren.»

Ein Deal, der sich offenbar lohnt
Dass sich die Aufwendungen für eine S-Bahn Liechtenstein, welche die bestehenden S-Bahnen Vorarlberg und St. Gallen zu einem regionalen Gesamtsystem verbindet, absolut lohnen, davon ist Marco Caminada überzeugt. Er war Mitglied der erfolgreichen Verhandlungsdelegation Liechtenstein-Österreich. «Österreich muss bei diesem Streckenabschnitt so oder so Massnahmen ergreifen. Und wir haben die Infrastruktur auf liechtensteinischem Boden. So günstig werden wir nie mehr zu einer S-Bahn kommen», weiss er. Denn in Bezug auf die Gesamtinvestitionen zwischen Feldkirch und Buchs von 197 Mio. Franken beträgt der Anteil Liechtensteins «nur» 33,8 Prozent. (dv)

05. Mai 2020 / 21:40
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2 KOMMENTARE
Bus nach Buchs immer im Stau
Ich denke, dass die Bahn sehr wohl genützt werden wird, da der Busverkehr morgens und abends meistens im Stau steht und dadurch wichtige Weiterverbindungen nicht mehr erreicht werden können. Ausserdem für's Shopping in Buchs sicher auch eine gemütliche Variante.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.05.2020 Antworten Melden
"the bitterness of poor quality will remain long after the sweetness of low cost is forgotten"
Wir werden Pendler dazu ermuntert in die Bahn zu steigen?

Wir, Steuerzahler, die evtl nicht mit dieser Bahn zur Arbeit fahren werden, koennen nur hoffen, dass die Pendler sich in die Bahn setzen.

Ansonsten, werden wir auf der Rechnung (auch wenn sie "guenstig" ist) sitzen bleiben.

Plus, eine Bahn die mit Leerfahrten unsere Bahnuebergaenge blockiert und mehr Laerm fuer anliegende Bewohner macht, hilft nicht wirklich.

Wie werden Pendler dazu motiviert von Privatverkehr zu Schienenverkehr umzuschwenken?
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 06.05.2020 Antworten Melden

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