• WEF 2019 Katrin Eggenberger
    Katrin Eggenberger kandidiert als Regierungsrätin.  (Eddy Risch)

«Persönlicher Kontakt ist mir wichtig»

Im ersten Interview erklärt Katrin Eggenberger, welche Werte sie als Regierungsrätin vertreten wird und wie sie ihr Netzwerk nutzen will.

Frau Eggenberger, weshalb haben Sie sich entschieden, sich für das Amt des Regierungsrätin zur Verfügung zu stellen?
Ich bin mit meiner Tätigkeit beim Weltwirtschaftsforum sehr zufrieden, aber manchmal kommt man in die glückliche Lage, von einem Angebot überrascht zu werden, das einen so reizt, dass man seine eigene Situation grundlegend überdenkt. Die Möglichkeit, als Teil der Regierung aktiv an der Zukunft Liechtensteins mitarbeiten zu können, war ein solches Angebot und deshalb nehme ich diese Herausforderung mit grosser Freude an.

Sie sind politisch ein unbeschriebenes Blatt. Welche Erfahrungen bringen Sie fur so ein Amt mit?
Ich bin überzeugt, dass ich auf meinen verschiedenen beruflichen Stationen internationale Vernetzung und diplomatisches Geschick nicht nur gelernt, sondern auch gelebt habe. Mein akademischer Weg gewährleistet darüber hinaus eine stabile betriebs- wie finanzwirtschaftliche Basis. Nicht zuletzt durch meine sportliche Karriere habe ich viel über Miteinander und Durchhaltewillen gelernt.

Für welche Werte stehen Sie ein?
Offenheit, Transparenz, ein konstruktives Miteinander und den Willen über Sachpolitik etwas bewegen zu wollen.

Sie haben die letzten Jahre in der Schweiz verbracht. Zu welcher Partei wären Sie in der Schweiz beigetreten und warum?
Diese Frage stellte sich mir nicht. Ich bin Liechtensteinerin und werde mein Amt für die Fortschrittliche Bürgerpartei in Liechtenstein antreten. Die Werte der FBP teile ich.

Sie haben einen Grossteil Ihres Lebens nicht in Liechtenstein gewohnt. Ist das ein Handicap oder ein Vorteil, wenn man «von aussen» kommt?
Der grösste Teil meiner Familie lebt in Liechtenstein, ich habe gute fünf Jahre hier gearbeitet und an der Universität Liechtenstein studiert. Ich bin Liechtensteinerin und stolz darauf. Mein Privatleben und meine beruflichen Tätigkeiten haben mich dann ins grenznahe und später ins ferne Ausland gebracht. Ich habe in Japan, Amerika, England und im internationalen Genf gelebt. Das kann da und dort als Nachteil gesehen werden, ich erachte meine Aussensicht aber als hilfreich und Vorteil. Natürlich will ich schnellstmöglich auf die Bevölkerung zugehen, damit man mich kennenlernt. Der persönliche Kontakt ist mir sehr wichtig.

Sie werden aller Voraussicht nach die Ministerien von Aurelia Frick übernehmen. Das Aussenministerium dürfte Ihnen sicher zusagen, aber wie schaut es mit Kultur und Justiz aus? Welche Kompetenzen bringen Sie hier mit?
Das Aussenministerium passt aus meiner Sicht natürlich sehr gut zu mir, weil ich international gut vernetzt bin und viele Politiker und Entscheidungsträger persönlich kenne. Der Geschäftsbereich Justiz erfordert sicher am meisten Einarbeitungszeit von meiner Seite. Es gibt Themen, in die ich mich nun einlesen muss, aber ich sehe diesbezuglich kein Problem. Ich bin wissbegierig und Herausforderungen gewohnt, zudem bin ich überzeugt, dass wir im Ministerium und der Landesverwaltung hervorragende Mitarbeitende haben, von welchen anstehende Dossiers gut vorbereitet werden. Kultur liegt mir sehr am Herzen und ich freue mich darauf, auch diesen Bereich für Liechtenstein weiterentwickeln zu durfen. Das vielfältige kulturelle Angebot im Land trägt viel zur internationalen Strahlkraft Liechtensteins bei, was ich sehr schätze.

Als persönliche Mitarbeiterin von Klaus Schwab können Sie auf viele Kontakte zuruckgreifen. Ein Umstand, den Sie auch in Ihrer zukunftigen Rolle nutzen möchten?
Natürlich habe ich aufgrund meiner Tätigkeit beim Weltwirtschaftsforum viele interessante Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und der Wissenschaft kennengelernt. Ich will das aber nicht überbewerten. Natürlich nutze auch ich mein Netzwerk, aber die Arbeit und der Fokus muss auf Liechtenstein gerichtet sein.

Haben in Ihren Überlegungen auch die Handlungen und Aussagen in der Affäre rund um Aurelia Frick eine Rolle gespielt? Immerhin hatte die Partei wenig Skrupel, ihre dienstälteste Regierungsrätin abzusägen.
Natürlich ist das Thema nicht an mir vorbei gegangen. Weder meine ich jedoch, dass die FBP hier skrupellos war noch war Aurelia Frick dies. Ich hatte in den letzten Jahren viel mit Politikern und Entscheidungsträgern zu tun und weiss, dass manchmal auch ein rauer Wind wehen kann. Ich möchte das Thema aber nicht weiter kommentieren. Ich bin ein Mensch, der nach vorne schaut und befasse mich daher auch lieber mit den Chancen, die sich für Liechtenstein in Zukunft bieten.

Wie Ihr Parteipräsident bereits ankundigte, sind Sie keine «Übergangslösung». Könnten Sie sich auch vorstellen, in zwei Jahren als Spitzenkandidatin in die Wahlen zu gehen, sofern die FBP dies möchte?
Ich wurde von der FBP als Regierungsrätin für das Ministerium Äusseres, Justiz und Kultur nominiert. Dieser Aufgabe werde ich jetzt nachkommen und mich nach bestem Wissen und Gewissen einbringen. Alles Weitere wird in den entsprechenden Gremien der FBP zur gegebenen Zeit diskutiert. Somit ist diese Frage für mich zum heutigen Zeitpunkt nicht relevant. (ags)

Interview*: 
 

*Das Interview wurde schriftlich geführt

12. Sep 2019 / 06:11
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