• Neue Lösung für den Religionsunterricht
    Beim überkonfessionellen Religionsunterricht handelt es sich um einzelne Kompetenzen des Bereichs «Natur, Mensch, Gesellschaft».  (iStock)

Neue Lösung für den Religionsunterricht

Der LiLe bringt auch Neuerungen für das Fach Religion: Die Anzahl der Lektionen bleibt wie bisher, neu wird ein überkonfessioneller Religionsunterricht angeboten.
Vaduz. 

Eine Lösung für den Religionsunterricht auf der Primarschulstufe ist gefunden. «Man hat sich im gegenseitigen Dialog für ein kooperatives Modell analog dem Kanton St. Gallen entschieden», bestätigt Rachel Guerra vom Schulamt, Projektverantwortliche für den Liechtensteiner Lehrplan (LiLe). Konkret bedeutet dies, dass der neue Lehrplan an den Primarschulen Kompetenzen im Fach «Natur, Mensch, Gesellschaft»  beinhaltet, die einem überkonfessionellen Religionsunterricht zugeordnet werden können. «Diejenigen Kinder, welche den konfessionellen Religionsunterricht besuchen, erarbeiten die Kompetenzen während des Religionsunterrichts, und diejenigen Kinder, die nicht den konfessionellen Religionsunterricht besuchen, erarbeiten dies im Rahmen des Bereichs ‹Natur, Mensch, Gesellschaft›.» Die Anzahl der Religionsunterrichtslektionen habe durch dieses Modell auf allen Stufen beibehalten werden können.

Kein «Fach», sondern «Kompetenzerarbeitung»
Beim überkonfessionellen Religionsunterricht handelt es sich gemäss Schulamtsleiter Arnold Kind jedoch nicht um ein Fach, sondern um einzelne Kompetenzen des Bereichs «Natur, Mensch, Gesellschaft». Innerhalb dieses Fachs gehe es um die Erarbeitung der Kompetenzen «Grunderfahrungen, Werte und Normen erkunden und reflektieren» sowie   «Religionen und Weltsichten begegnen». 

Unterrichtet wird von Primarlehrpersonen
Für die Schülerinnen und Schüler, die nicht den konfessionellen Religionsunterricht besuchen, bedeutet dies, dass sie künftig verpflichtet sind, zusätzliche Lektionen im Fach «Natur, Mensch, Gesellschaft» zu besuchen. Unterrichtet wird das Fach gemäss Arnold Kind von Primarlehrpersonen. Eine qualifizierende Ausbildung sei nicht notwendig, aber wie bei anderen neueren Themen im Liechtensteiner Lehrplan gebe es auch dazu Weiterbildungen.
Mit dieser Lösung ist übrigens auch klar, dass die Sakramentenkatechese weiterhin an den staatlichen Schulen stattfindet – was beispielsweise vom Verein für eine offene Kirche kritisiert wurde. Für diesen gehört die Sakramentenkatechese und -spendung in den kirchlichen Raum und nicht an eine staatliche Schule. Solange es aber keine Lösung in Bezug auf die Trennung von Kirche und Staat gibt, dürfte diese Art von Religionspädagogik aber kaum Chancen haben. (dv)

22. Feb 2019 / 07:00
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