• Liechtensteiner Landtag in Vaduz
    Der Antrag von FL-Fraktionssprecher Georg Kaufmann wurde mit 16 Ja-Stimmen befürwortet.  (Daniel Schwendener)

LED: Landtag will mehr Licht ins Dunkel bringen

Im Rahmen der Diskussion um die personelle Situation beim Liechtensteinischen Entwicklungsdienst (LED) hat der Landtag der Geschäftsprüfungskommission einen Auftrag erteilt: Sie soll den Fall LED aufarbeiten und offene Fragen beantworten.
Aufklärung. 

Jahrelang lief es gut beim LED. Doch dann wurde einem langjährigen Projektmitarbeiter gekündigt und in der Folge haben zwei weitere Projektmitarbeiter ebenfalls das Handtuch geworfen. Was war da also plötzlich los, in dieser Organisation, die doch immer mit viel Herzblut gearbeitet und auch gut zusammengearbeitet hatte?

Zwei Schreiben liegen dem Landtag vor: Eines der drei Ex-Mitarbeiter des LED. Und eines des Stiftungsrates des LED. Und diese Schreiben sollten Licht ins Dunkel bringen. Doch es sind zwei Sichtweisen, die sich diametral gegenüberstehen. Keine wirkliche Hilfe für die Landtagsabgeordneten. Auch Gespräche im Vorfeld der Landtagssitzung haben offenbar zu keinen neuen Erkenntnissen geführt: Die Sachverhalte wurden – wenn auch von beiden Seiten überzeugend – völlig unterschiedlich dargestellt. So tappt der Landtag also weiterhin im Dunkeln und möchte keine Wertung oder Beurteilung vornehmen. Noch nicht. Doch die GPK soll die noch offenen Fragen klären. Ein entsprechender Antrag von FL-Fraktionssprecher Georg Kaufmann wurde mit 16 Ja-Stimmen befürwortet.

«Zentrales Problem: das Leitungsteam»
Der Freien Liste gehe es nicht darum, Schuldige zu finden oder jemandem den Schwarzen Peter zuzuschieben, betonte Georg Kaufmann. Aber einfach zur Tagesordnung übergehen könne man nach diesemDrama auch nicht. Zu «schönfärberisch» und unzureichend seien die Ausführungen von Stiftungsratspräsident Christian Batliner. Das Hauptproblem sieht Kaufmann aber im Leitungsteam, in welchem sowohl die strategische als auch die operative Ebene vertreten ist. «Es funktioniert nur in Schönwetterphasen. Und ein solcher Vorfall darf sich nicht mehr wiederholen.»

«Ein Füllhorn an Organisationslehre»
Während die drei ehemaligen LED-Mitarbeiter in ihrem Bericht auf die Situation und Geschehnisse chronologisch eingegangen sind, stellte sich der Bericht des LED-Stiftungsrates offenbar relativ sachlich dar und ging wohl lediglich auf den Prozess der Organisationsentwicklung ein. Und genau daran störte sich der VU-Abgeordnete Christoph Wenaweser. Nach der Durchsicht des Berichtes des LED-Stiftungsrates habe sich ihm die Umkehr eines Aphorismus aufgedrängt und er stelle sich die Frage, ob hier nicht für einmal die Maus einen Berg geboren habe. «Bislang war ich der Meinung, dass der LED mit viel Idealismus das Ziel verfolgt, auf effiziente, zweckmässige Weise möglichst viel des zur Verfügung stehenden Geldes den ausgewählten Projekten zur Verfügung zu stellen und damit den Bedürftigen zukommen zu lassen.» Nun scheine jedoch ein Füllhorn an Organisationslehre und Regulierung über ein aus einer guten Handvoll Idealisten bestehendes  Team ausgeschüttet worden zu sein, mit dem auch eine kleine Bank in Eigenadministration zum Ertrinken gebracht werden könne. «Ich komme nicht umhin, zu vermuten, dass all das ein Stück weit Quell des entstandenen Zankes sein könnte.»

Regierung war gut informiert
Abseits der Diskussion um die Geschehnisse innerhalb des LED wurde auch Kritik an Regierungsrätin Aurelia Frick laut, wonach sie ihre Oberaufsicht vernachlässigt habe. Frick verwies allerdings auf das Gesetz über die Steuerung und Überwachung öffentlicher Unternehmen bzw. darauf, dass dieses als Instrument der Entpolitisierung gedacht sei. Sie sei gut über die Entwicklungen beim LED informiert gewesen, aber es sei nicht Aufgabe der Regierung, in Personalfragen einzugreifen, sondern dafür zu sorgen, dass die Organisation weiterhin funktioiniere. «Das wurde mir zugesichert. Die rasche und zeitnahe Besetzung der offenen Stellen zeigt mir, dass diese Aussage richtig war.» (dv)

08. Nov 2018 / 06:00
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1 KOMMENTAR
Guter Schritt
Naja, also so dunkel kann es ja nicht sein. Wenn sich ein ganzes Team geschlossen verabschiedet (freiwillig oder unfreiwillig), dann ist ja klar, woher der Wind weht, vor allem, wenn es sich dabei um solch langjährige Mitarbeiter handelt (zwischen 7 und 17 Jahren beschäftigt gewesen).

Aber es ist ein guter Schritt, hier die GPK zu beauftragen. Wenn nicht hier, wann dann.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 08.11.2018 Antworten Melden

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